Drogen, Waffen, Menschenhandel: Warum Kryptowährungen nicht das Problem sind

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Quelle: The Expulsion of Adam and Eve from Paradise, 1791, by Benjamin West, by Anglo-American painting, oil on canvas. Archangel Michael expels Adam and Eve, who wear coats of skins' from Eden. The serpent, via shutterstock

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Ein führender Beamter des US-amerikanischen Secret Service hat den Kongress dazu aufgefordert, Privacy Coins zu regulieren. Damit will man verhindern, dass anonyme Kryptowährungen wie ZCash, Monero oder ZCoin den Handel mit Drogen, Menschen oder Waffen finanzieren. Von Kain, Abel und klassischer Symptombekämpfung.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Sven Wagenknecht

Verbrechen gibt es seit Anbeginn der Menschheit. Das fing schon kurz nach der Schöpfung an. Nachdem Adam und Eva aus bekannten Gründen das Paradies verlassen hatten, bekamen sie zwei Söhne – Kain und Abel. Nachdem ersterer den zweiteren aus Eifersucht erschlagen hatte, gab es bereits in der zweiten Generation der Menschheit mehrere Fälle von Verbrechen. Und das alles wegen eines Apfels. Doch kam Gott auf die Idee, Äpfel zu verbieten? Mitnichten.


Sprung in die Gegenwart: Nach wie vor werden Verbrechen begangen. Die einen schwerer, die anderen weniger schwer. Nun geht es wohl nur noch selten um Äpfel, die Motive hinter den Verbrechen bleiben jedoch vermutlich dieselben wie anno dazumal: Eifersucht, Gier, Hass – Menschliches, Allzumenschliches. Gerade Verbrechen, die sich um den Handel mit illegalen Waren drehen und naturgemäß anonym bleiben müssen, werden zunehmend mit Privacy Coins bezahlt – das ist zum Teil einfach praktischer als Bargeld. Auch wenn dieses mindestens genauso anonym ist.

Aus diesem Grund ging beim US-amerikanischen Kongress nun ein Antrag darauf ein, Privacy Coins zu verbieten. So sagte Thomas Ott von der FinCEN’s Enforcement Division:

„Wir haben gesehen, dass Kryptowährungen benutzt wurden, um Milliarden an US-Dollar auf das zu verwenden, was wir als verdächtige Aktivitäten bezeichnet würden.“

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Der Antragsteller Robert Novy, seines Zeichens stellvertretender Vorsitzender des U.S. Secret Service, gab zu bedenken:

„Wir sollten […] legislative oder regulatorische Maßnahmen in Betracht ziehen, um die Kontrollen zu verbessern, um potentielle Gefahren von anonymen Kryptowährungen ins Auge zu fassen. Dazu gehören auch Angebote, die Transaktionen auf der Blockchain (wie beispielsweise Tumbler oder Mixer) sowie Kryptowährungs-Mining-Pools.“

Das Problem liegt in der menschlichen Natur

Solche Aussagen gehören zu den klassischen Vorwürfen gegenüber Kryptowährungen. Ob es sich jetzt um die Mutter aller Kryptowährungen Bitcoin handelt oder die anonymeren Varianten wie Monero oder ZCash: Sie finanzieren Menschenhandel, Geldwäsche und Drogenhandel. Die Gier, der Neid, die Eifersucht oder die Ungerechtigkeit, die zu solchen Aktivitäten führen, gehen vom Menschen aus und dem Gesellschaftssystem, das er erschaffen hat. Kryptowährungen oder Privacy Coins zu bekämpfen, würde nichts an diesen Ursachen ändern, es wäre lediglich Symptombekämpfung. Denn die Probleme entstammen der menschlichen Natur. Sie kommen weder von Kryptowährungen, noch vom Bargeld – und auch nicht von Äpfeln.

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