Riesiges Missverständnis? 

Verwirrung in Bhutan: Königreich dementiert Bitcoin-Verkäufe

Das Königreich Bhutan dementiert Bitcoin-Verkäufe, und das, obwohl On-Chain-Daten etwas anderes behaupten. Liegt ein riesiges Missverständnis vor?

Daniel Hoppmann
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Eine Bitcoin-Münze vor der bhutanischen Landesflagge.

Beitragsbild: Shutterstock

| Sind Bhutans Bitcoin-Verkäufe ein riesiges Missverständnis?

Bhutan hat Berichte über umfangreiche Bitcoin-Verkäufe durch den staatlichen Investmentfonds Druk Holding and Investments (DHI) zurückgewiesen. Hintergrund sind Daten der Analyseplattform Arkham Intelligence, wonach Wallets, die seit Jahren Bhutan zugeordnet werden, seit Mitte 2025 Bitcoin im Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar transferiert haben sollen. Laut Arkham sank der Bestand der Wallets von rund 13.000 Bitcoin im Oktober 2024 auf zuletzt etwa 3.100 Bitcoin. Die Transfers seien unter anderem an Börsen und Tradingfirmen erfolgt.

Nun meldet sich jedoch DHI-Chef Ujjwal Deep Dahal und dementiert Verkäufe. Gegenüber Coindesk sagte er: “Ich erinnere mich nicht, wann wir das letzte Mal Bitcoin verkauft haben.” Eine weitergehende Stellungnahme zu den konkreten Wallet-Bewegungen blieb aus.

Die Quelle der Meldungen zu Verkäufen beruht auf Auswertungen der Blockchain-Analysefirma Arkham, die die Walletbewegungen seit Jahren dem südostasiatischen Königreich zuordnet. Das Unternehmen verweist gegenüber Coindesk darauf, dass Transfers an zentrale Handelsplattformen typischerweise auf Verkäufe hindeuten. Gleichzeitig räumt Arkham ein, dass Onchain-Daten allein keinen endgültigen Nachweis für tatsächliche Verkäufe liefern.

Bitcoin zur Finanzierung einer Sonderwirtschaftszone?

In der Vergangenheit führte man die mutmaßlichen Verkäufe auf eine Ankündigung zurück, wonach Bhutan 10.000 Bitcoin zur Finanzierung einer neuen Stadt, der Gelephu Mindfulness City, nutzen wollte.

Der Bau der Sonderverwaltungszone im Süden des Landes begann bereits 2024. Ziel sei der Aufbau eines neuen Wirtschaftszentrums. Damit soll unter anderem die Abwanderung qualifizierter junger Fachkräfte reduziert werden, hieß es damals zur Begründung.

Inwiefern tatsächlich Bitcoin aus der eigenen Reserve in das Projekt flossen, ist jedoch unklar.

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