Credit Suisse und ING: Wertpapierhandel von 25 Millionen Euro über Blockchain

Tim Stockschlaeger

von Tim Stockschlaeger

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Tim Stockschlaeger

Tim Stockschläger hat Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Finance in Augsburg und Leipzig studiert. Nach dem Studium hat er zunächst für die Deutsche Bank gearbeitet und ist nun freiberuflicher Autor und Berater.

Quelle: Modern architecture and communication concept via Shutterstock

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Die beiden Großbanken Credit Suisse und ING tauschen erstmals in Echtzeit Wertpapiere untereinander über Blockchain-Applikationen. Die Banken nutzten Digital Collateral Records (DCRs), entwickelt von HQLAx, um die Eigentumsrechte an deutschen und niederländischen Anleihen auszutauschen. Dabei entwickelte das Technologieunternehmen HQLAx seine Anwendung im Auftrag der Banken basierend auf der Blockchain-Plattform Corda.

Corda ist ein Open-Source-Blockchain-Projekt von dem in 2015 gegründeten Unternehmen R3. Die Firma besitzt namhafte Unterstützung quer durch die Industrie. Konzerne wie Oracle, Microsoft und Intel sowie Beratungsunternehmen wie Accenture, aber auch Amazon zählen zu den Partnern. Darüber hinaus arbeitet die Softwareschmiede mit über 100 Banken weltweit zusammen. In Deutschland gehören dazu die Commerzbank und Deutsche Bank.


In den Banktürmen dominieren noch immer langwierige und papierhafte Belege den Alltag. Das ist mühsam und teuer. Der Aktienhandel über die traditionellen Banksysteme ist zwar sicher, aber auch quälend langsam. Der Transfer von Wertpapieren zwischen verschiedenen Konten dauert oft noch immer mehrere Tage. Das zeigt die komplexen Probleme der Branche in einer Zeit, wo Transaktionen nahezu in Echtzeit erwartet werden.

Zwar wurden viele Unternehmen aus der Finanzindustrie nicht müde, verschiedene Blockchain-Projekte zu loben, doch blieb es meist bei Absichtserklärungen ohne eine konkrete Umsetzung. Investitionen in Millionenhöhe sind in dieses und viele vergleichbare Projekte geflossen auf der Suche nach neuen Lösungen, um die hohen Kosten im Wertpapierhandel zu reduzieren.
Die nun erstmalige Anwendung von Credit Suisse und ING zeigt das Potenzial dieser Plattform. Bis zum Ende des Jahres solle der Wertpapierhandel zunehmend auf diese Plattform umgestellt werden. Dabei ist sichergestellt, dass die Blockchain-Lösungen allen rechtlichen Hürden und der komplexen Regulierung entsprechen.

„Collateral Lending ist ein großartiges Beispiel dafür, wie ein Prozess von der Blockchain-Technologie revolutioniert werden kann. Der Handel in Echtzeit zwischen zwei so bedeutenden Banken markiert einen wichtigen Etappensieg”,

so David E. Rutter, CEO of R3,

Der Kern der Plattformen sind die Anwendungen von Distributed Ledger. Diese ersetzen Clearinghäuser, also jene Dritte die bislang den reibungslosen Ablauf der Transaktionen sicherstellen und gleichzeitig für alle Parteien Sicherheit bieten. Der Wegfall von Intermediären erhöht zum einen die Geschwindigkeit von Transaktionen und senkt gleichzeitig die Kosten. Ferner lassen sich die Fehlerquoten und das Risiko von Missbrauch weiter reduzieren.

Ursprünglich für die Finanzindustrie entwickelt, vermarktet R3 die Corda-Plattform zunehmend auch für Nicht-Finanzinstitute. Im Fokus stehen dabei Lösungen für eine intelligente Supply Chain und Automatisierungen in der Versicherungsindustrie.

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