Brasilien: Petitionen auf der Ethereum-Blockchain

Die Blockchain-Technologie bahnt sich immer neue Wege in die unterschiedlichsten Bereiche. Nun möchte Brasilien seine Petitionen, mit denen die Bevölkerung Abstimmungen im Parlament erwirken kann, dezentralisiert über die Ethereum-Blockchain organisieren.



Akademische Abschlüsse in Griechenland,  Daten aus dem Gesundheitssektor oder Eigentumsrechte an Fotografien – es gibt viele Pläne für die Verwendung der Blockchain. Die dezentrale Technologie überzeugt in vielen Bereichen und findet immer wieder neue Anwendungsgebiete. Vor allem für das Thema der sicheren Datensammlung ist sie prädestiniert. Dies hat auch Brasilien erkannt und will nun Papierchaos gegen Blockchain tauschen

Die brasilianische Regierung ermöglicht es der Bevölkerung, Petitionen zu Themen zu starten, die im Parlament besprochen werden sollen. Wenn die Petition von 1 % der Bevölkerung des Landes unterschrieben wurde, wird sie dem Kongress vorgelegt und die Regierung ist verpflichtet, sie zu überprüfen.

Das regelmäßige Sammeln und Verifizieren solcher Signaturen auf Papierbasis ist jedoch verständlicherweise zeitaufwändig und ineffektiv. Daher werden manchmal sogar Petitionen, die die erforderliche Anzahl von Unterschriften erhalten haben, von den Behörden aufgrund der Verwirrung, die durch die vielen Papiere verursacht wird, nicht überprüft.

Papierchaos eliminieren, Unterschriften verifizieren, Betrug vermeiden

Der Programmierer Ricardo Fernandes Paixão und der politische Berater Everton Fraga scheinen mit der Aufnahme und Speicherung von Signaturen auf der Ethereum-Blockchain eine innovative Lösung für dieses Problem gefunden zu haben. Ihr System würde es ermöglichen, viel Papierkram zu vermeiden, den Verifizierungsprozess zu vereinfachen und Fälschungen zu eliminieren.

Die brasilianische Regierung unterstützte die Initiative und hat mit der Entwicklung einer mobilen App begonnen, die es ermöglichen soll, sich online für das System anzumelden und Unterschriften für Petitionen, die unterstützt werden sollen, zu unterschreiben oder selbst eine Petition einzureichen. Diese Signaturen werden täglich auf der Ethereum-Blockchain gehasht und aufgezeichnet. Ein solches System stellt sicher, dass keine Signatur verloren geht oder gefälscht wird. Aufgrund der dezentralen Struktur des Systems wird es jedem möglich sein, die tatsächliche Anzahl der Unterschriften für eine bestimmte Petition einzusehen, wodurch die Möglichkeit zur Manipulation oder Fälschung der Abstimmungsergebnisse entfällt.

BTC-ECHO

Über Tanja Giese

Tanja GieseTanja Giese ist seit August 2017 als Lektorin für BTC-ECHO tätig und schreibt seit Oktober 2017 auch eigene Artikel. In Potsdam hat sie Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie studiert und mit dem Magister abgeschlossen. Berufliche Erfahrungen hat sie vor allem in Start-ups und einer Digitalagentur gesammelt. Im Fokus ihres Interesses an der Krypto-Welt steht der gesellschaftliche Nutzen und der Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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