Altcoin Deep Dive: Eine alte, neue Kolumne auf BTC-ECHO

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Was für interessante Projekte existieren denn jenseits bekannten Giganten wie Bitcoin oder Ethereum? Bis März 2018 gab die Serie “New Coins on the Block” darauf eine Antwort. Diese Serie soll nun wiederbelebt werden.

Eine Kolumne von Dr. Philipp Giese


Vielleicht erinnert sich der eine oder andere Leser noch an die „New coins on the Block. Diese Kolumne, noch aus Zeiten des Bullenmarktes von 2017 stammend, stellte Coins vor, die entweder ganz neu waren oder jüngst in die höheren Gefilde auf Coinmarketcap gestiegen sind. Step by step gingen wir diese Coins durch, beschrieben sie und gaben eine Einschätzung dazu, ob es sich dabei um ein sinnvolles Projekt handelte oder nicht. Die Kolumne war beliebt, warum wurde sie eingestellt? Neben dem klassischen Grund, keine Zeit mehr zu haben, kamen ein paar weitere dazu.

Manchmal sind es aber genau diese Gegenargumente, die bei Licht betrachtet eine Sache wieder spannend machen. So kam es auch hier zu einer Liebe auf den zweiten Blick. Die Argumente, die gegen die Kolumne sprachen, sind so zu Punkten geworden, die für weitere Altcoin-Analysen sprachen.

Post-Bullen-Stagnation: Wenn sich auf Coinmarketcap nichts mehr tut

Neue Altcoins, sieht man von wenigen Ausnahmen ab, schaffen es kaum, Aufmerksamkeit zu erlangen. Die Top-10 sind mindestens seit August fest verteilt und auch vorher tat sich nicht besonders viel:

 

Obige Abbildung zeigt, wie sich die Platzierung der Top Ten der Kryptowährungen seit 2018 änderte. Wir sehen, dass sich in den ersten vier Plätzen seit Jahresanfang gar nichts mehr getan hat und selbst Platz fünf seit Ende April in den festen Händen von EOS ist. Seit September lieferten sich Cardano und Tether ein kleines Wettrennen und jüngst fiel Tether unter Monero und Cardano, aber das war es dann auch.

Warum ist eine solche Betrachtung interessant? Bei aller berechtigten Kritik an Coinmarketcap hat sich diese Seite zu einer Art Krypto-Google gemausert. Viele Krypto-Interessierte erfahren über einen neuen Altcoin als erstes über einen Blick auf Coinmarketcap. Auf so manchem Laptop sieht man dort auf den ersten Blick nur die Top 10:

Wie sieht die Situation jenseits der Top 10 aus? Hier kommt langsam etwas Leben in die Coins. Um die Dynamik in der „zweiten Liga“ darzustellen, werden wir die Differenz zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Platz bezüglich Marktkapitalisierung betrachten. Auf diese Weise schaut man auf eine Spannbreite, die ein Maß für die Fluktuation hinsichtlich der Marktkapitalisierung und der Sichtbarkeit auf Coinmarketcap ist, sprich dafür, wie stark ein Altcoin durch das Coin-Ranking wandert.

Ein Blick auf die Top 100 offenbart, dass diese Schwankungen mit sinkender Coinmarketcap-Platzierung zunehmen:

Die obige Abbildung zeigt, wie die Kryptowährungen, welche am 28. Oktober die Top 100 bildeten, im Lauf des Jahres 2018 durch das Coin-Ranking wanderten. Zur besseren Betrachtung ist die y-Achse logarithmisch skaliert.

Das erste Bild bestätigt sich: Bei den Top 10 tut sich wenig. Eine Ausnahme bildet dabei Tether. Der Stable Coin konnte durch die fallenden Kurse der anderen Kryptowährungen und durch Aufblähen des Supplys seine Sichtbarkeit auf Coinmarketcap erhöhen. Ansonsten sind die Kryptowährungen, die jetzt die Top 10 bilden, kaum gewandert: Ihre Platzierung im Coin Ranking schwankte maximal um zehn Plätze.

Anders ist die Situation bei Coins mit geringerer Marktkapitalisierung, die auf Plätzen jenseits der Top 10 stehen. Man sieht, dass die verschmähten „billigen Plätze“ gar nicht so billig sind. Hier spielt die Musik. Für Trader existiert hier, zumindest mit Bitcoin als Basiswährung, eine genügend große Volatilität, die das Traden wieder interessant macht. Für den Langzeitinvestoren können hier wahre Schätze liegen. Jene, die nur wegen der Technologie im Krypto-Geschäft sind, können bei manchem Altcoin einige interessante Konzepte finden.

Und so kehrte die Motivation zurück, auf diese eher unbekannten Währungen zu schauen.

New Coins on the Block – Ein irreführender, unvollständiger Name

Ein zweiter Grund, warum „New Coins on the Block“ stagnierte, war der Name. Dieser war streng genommen inkorrekt und unvollständig. Inkorrekt, weil nicht jeder Altcoin neu war (und es häufig eher ERC20-Token ohne eine besondere Funktion waren) – Bytecoin oder VeChain hatten schon eine längere Geschichte hinter sich.

Doch auch der Fokus auf „neu“ war unvollständig. Man betrachtet eine neue Kryptowährung – wie oben schon angedeutet manchmal eher ein ERC20-Token – und dann? Wenn man den aktuellen Zustand von Tron mit dem Artikel zur  „New coins on the Block“-Kolumne vergleicht, ist offensichtlich: Zwar kündigt Justin Sun weiterhin wie kein zweiter Neuigkeiten an, aber die Tron hat sich entwickelt. Der interessierte Leser würde auf einem Auge blind bleiben, wenn man derartige Entwicklungen nicht genauer betrachtet.

Wenn man nun mit etwas anderem Fokus über Altcoins berichtet? Wie wäre eine Kolumne, die Kryptowährungen genauer betrachtet, manchmal auch ein zweites Mal, um zu sehen, was sich bei dem Altcoin inzwischen getan hat? Ich denke, dass dies eine neue Version der „New Coins on the Block“ wäre – mit erweitertem Fokus.

Altcoin Deep Dive – Die alte Kolumne im neuen Gewand

Diesem erweiterten Fokus berücksichtigend soll die Kolumne unter einem neuen Namen laufen. Im Altcoin Deep Dive möchten wir alle zwei Wochen einen genaueren Blick auf eine Kryptowährung werfen. In unregelmäßigen Abständen soll außerdem zurückgeschaut werden: Was hat sich bei einer bestimmten Kryptowährung seit dem letzten Bericht getan? Ist sie ihrem alten Ziel treu geblieben und wenn nein, warum nicht? Was bedeutet das für einen Investment Case?

Wie schon in „New Coins on the Block“ werden es nicht nur „good coins on the block“ sein: Jeder aufmerksame Verfolger der Kryptoszene weiß, dass längst nicht alles (Digital-)Gold ist, was glänzt. Deshalb soll es nicht einfach um das Abfeiern oder gar Shillen von Coins gehen, sondern um einen offenen, aber auch kritischen Blick.

Bleibt nur zu sagen: „New Coins on the Block“ ist tot – lang lebe „Altcoin Deep Dive“!

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