Watch my Block: Monero



Einleitung

Monero (XMR) ist ein Sonderling unter den Kryptowährungen. Zum einen ist es ein Open-Source-Projekt, dass kein Geld in Marketing investiert. Zum anderen schreibt sich die Monero Community auf die Fahne die einzige wirklich anonyme Kryptowährung zu sein. Lasst uns sehen, was dran ist und mit welchen Schwächen Monero zu kämpfen hat.

Besonderheiten

Eine grundlegende Besonderheit bei Monero ist die eigene Code-Basis. Im Gegensatz zu vielen anderen Kryptowährungen ist Monero also keine Fork von Bitcoin. Unterschiede gibt es zu Bitcoin auch in der Blockzeit, der Blockgröße, dem Proof-of-Work-Algorithmus, der Inflation und in der Art und Weise wie Transaktionen verschickt werden. Zusätzlich gibt es ca. alle sechs Monate eine Hard Fork, mit welcher die Software aktualisiert wird. Die regelmäßigen Hard Forks ermöglichen eine relativ schnellere Weiterentwicklung, verglichen mit Bitcoin.

Um die angestrebte Anonymität zu erreichen, kombiniert Monero aktuell drei Mechanismen:

  • Stealth-Adressen,
  • Ring-Signaturen,
  • und Ring Confidential Transactions (RingCT).

Stealth-Adressen

Der Empfänger einer Transaktion wird durch sogenannte Stealth Addresses verschleiert. In Monero gibt es einen privaten View Key, einen privaten Spend Key und eine öffentliche Adresse. In einer Transaktion wird eine einzigartige, einmalige Adresse aus dem View Key und Spend Key generiert, was dazu führt, dass einzig der Empfänger die Transaktion auf der Blockchain findet. Einer dritten Partei ist es nicht möglich, das Ziel einer Transaktion zu erkennen.

Ring-Signaturen

Der Sender einer Transaktion wird durch die sogenannten Ring Signatures anonymisiert. Der ursprüngliche Input wird verschleiert, indem er mit vergangenen Outputs der Blockchain zu einer einzigartigen Signatur kombiniert wird. Die einzelnen Komponenten dieser Signatur sind alle mit gleicher Wahrscheinlichkeit der tatsächliche Sender. Technisch lässt sich der Absender nicht zurückverfolgen. Diese Verschleierung passiert automatisch. Kurz, in Monero sind alle Transaktionen versteckt. Transparenz ist optional. Wer seine Transaktion offenlegen möchte, kann dies durch das Teilen des View Keys tun.

Ring Confidential Transaktion

Durch das RingCT Update Anfang 2017 wurden schließlich noch die Transaktionsbeträge unsichtbar gemacht. Durch mathematische Formeln wird sichergestellt, dass die Summe der Inputs gleich der Summe der Outputs ist – ohne dass die konkreten Zahlen offen liegen müssen.

Durch das Zusammenspiel dieser drei Funktionsweisen schafft es Monero tatsächlich, den Sender, den Empfänger und den Betrag anonym zu halten. Jede Monero-Transaktion ist automatisch gesichert und führt damit zu einem wahrhaftig fungiblen Coin.

Schwächen

Eine Monero-Transaktion verbraucht deutlich mehr Speicherplatz als eine Bitcoin-Transaktion. Eine Transaktion kann hier schnell mal ein paar Kilobyte groß sein. Das lässt natürlich auch die Blockchain entsprechend schnell wachsen (momentane Größe Stand Januar 2018: knapp 30 Gigabyte). An Effizienzmaßnahmen wird gearbeitet.

Rechtliche Unklarheit

Das Kreuz, das alle Kryptowährungen momentan zu tragen haben, ist die Unsicherheit über zukünftige Regularien. Durch das fehlende Marketing hält sich Monero zwar bedeckter als andere Projekte, allerdings dient die Anonymität auch illegalen Geschäften wie Steuerhinterziehung, Drogenkauf und sonstigen illegalen Geschäften, was Staaten wahrscheinlich ein Dorn im Auge sein wird.

Langsame Entwicklung

Verglichen mit anderen Kryptowährungen entwickelt sich Monero vermeintlich langsam. Der Grund dafür ist die Open-Source-Natur, im starken Kontrast zu klassischen Unternehmen. Monero wird von seiner Community getrieben, beispielsweise durch freiwillige Arbeit am Code oder durch Spenden der Nutzer. Die Antwort auf die Frage “wann Feature XY veröffentlich wird” ist zumeist “SoonTM” – ein Running Gag in der Monero Community, da Projekte notorisch lange auf sich warten lassen. So fehlen Features, die für andere Coins schon Schnee von gestern sind, wie etwa eine Hardware-Wallet-Integration, ein Light Weight Client oder Multi-Sig Support.

Trolling

Fluffypony, aka. Riccardo Spagni, ist eines der Gesichter für die Monero Community und für seine sarkastischen Kommentare bekannt. Im Altcoin-Sommer 2017 machte er Schlagzeilen. Durch die Ankündigung einer Ankündigung seinerseits stieg der XMR-Preis erst massiv an, fiel dann allerdings wenig später drastisch, als klar wurde, dass es sich um eine Troll-Aktion handelte. Fluffypony wollte damit zeigen, wie news-orientiert der Kryptomarkt sei und wie wenig Preis-Pumps mit technologischen Fortschritten zu tun haben. Mit Sprüchen wie “Don’t buy Monero” … “unless you have a use for it” verwirrte er schon manchen Neuling. Monero sei ein Experiment und der Preis nebensächlich.

Aktueller Stand der Technik (Development)

Mit der Einführung der RingCT wurde ein weiterer essentieller Aspekt der Transaktionen anonymisiert. Auch eine graphische Wallet-Software (GUI) wurde im Jahre 2017 von dem Monero Project veröffentlicht.

Aktuell arbeitet das Monero Team an einer I2p-Netzwerk-Lösung namens Kovri, um unter anderem die IP-Adressen der Nutzer zu verschleiern. Kovri wird im Jahr 2018 erwartet.

Multi-Sig ist ein weiteres Feature, welches die Monero-Entwickler erst kürzlich fertiggestellt haben und auch noch nicht live ist. Bei der nächsten Hard Fork sollte Multi-Sig allerdings aktiviert werden. Dies wird vor allem Escrow Services vereinfachen.

Auch mindestens eine Hardware Wallet scheint sich 2018 anzubahnen. Sowohl Ledger als auch Monero selbst arbeiten an einer Hardware-Wallet-Integration. Wegen der technischen Einzigartigkeit des Projektes gestalteten sich Unternehmungen in diese Richtung komplex.

Blick in die Zukunft

Zweifelsohne sind die Entwickler des Monero-Projekts kompetent. Dies spiegelt sich in dem geschriebenen Code und der allgemeinen Qualität der Produkte wider. Mit Kovri und den Hardware Wallets stehen weitere wichtige Meilensteine für Monero vor der Tür. Es ist zu erwarten, dass 2018 viele Neuerungen und Verbesserungen für Monero bringen wird.

Zusammenfassung

Monero ist ein funktionierender, anonymer Coin: Sender, Transaktionsbetrag und Empfänger sind für Außenstehende komplett verschleiert. Als einzige Kryptowährung hat Monero diesen Mechanismus automatisch aktiviert und geht damit fundamental wirtschaftlichen Problemen wie mangelnder Fungibilität aus dem Weg. Wer seine Privatsphäre schützen möchte, ist bei Monero richtig.

BTC-ECHO

Über Alexander Roos

Alexander RoosAlexander Roos ist Anfang des Jahres 2018 zum BTC-ECHO Team dazu gestoßen. Er hat einen Bachelor of Science in "Management, Philosophy & Economics" an der Frankfurt School of Finance & Management abgeschlossen und seine Bachelorthese über "Die Anwendungsfelder und Adaption der Blockchain Technologie" geschrieben. In dezentralisierten Kryptowährungen sieht Alex die Neuerfindung des Geldes durch den freien Markt. Sein Fokus liegt auf marktwirtschaftlichen Prinzipien angewendet in Blockchain-Projekten und Privacy-Coins.

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