Anonym im Netz Mordinals: Wie gefährlich sind die NFTs für Monero?

Der Ordinals-Hype greift zunehmend auf andere Blockchains über. Für Monero könnte das ein Problem sein. Ist die Zahlungsanonymität in Gefahr?

Tim Reindl
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Monero

Beitragsbild: Shutterstock

| "Mordinals" sind ein Stresstest für die Monero-Blockchain

Der Hype um die Bitcoin-NFTs (Ordinals) hat im Krypto-Space eine Kontroverse ausgelöst. Jetzt hat der Trend auch von der Monero-Blockchain Besitz ergriffen. Das höchste Gut des dazugehörigen Privacy-Coins XMR ist indessen die Anonymität der Transaktionen. Einige Community-Mitglieder sehen gerade diese durch die NFTs in Gefahr. Können die “Mordinals” das Netzwerk wirklich zu Fall bringen, oder ist die Aufregung überzogen?

Das Besondere an Monero

XMR fällt als Kryptowährung in die Kategorie der Privacy Coins. Das heißt: Das Netzwerk legt besonderen Wert auf die Anonymität der Transaktionen. Im Gegensatz zu Bitcoin ist die Monero-Blockchain nicht transparent einsehbar. Transaktionen können dort nicht nachverfolgt werden. Dazu nutzt das Protokoll sogenannte Ring-Signaturen. Um eine Transaktion zu autorisieren, bedarf es einer Signatur (digitale Unterschrift). Bei Monero wird jede Signatur mit einer Reihe gefälschter Signaturen “vermischt”. Dabei ist es technisch nicht nachvollziehbar, welche Signatur die echte und wer der Urheber der Unterschrift ist. Die Transaktion bliebt somit geheim.

Warum ist die Anonymität in Gefahr?

Wieso könnten NFTs ein Problem sein? Der Grund, warum sich einige Stimmen um die Anonymität der Blockchain sorgen ist folgende These. Ein Angreifer mit ausreichend Kapital könnte das System mit Mordinals überschwemmen. Dabei verhält es sich ganz wie bei den Bitcoin-Ordinals. Daten wie Bilder oder Text können an einzelne Coins geheftet werden. Es entsteht dann gewissermaßen eine Markierung. Eine “echte” Transaktion wäre in einem von Mordinals gefluteten Monero-Block leichter von den Dummys zu unterscheiden.

Ob es sich dabei um ein rein theoretisches Szenario oder eine wirkliche Bedrohung handelt, wird aktuell noch heiß diskutiert. In jedem Fall sind die Entwickler alarmiert.

Ich möchte Menschen nicht dafür verantwortlich machen, dass sie ein Netzwerk auf eine erlaubte Weise nutzen, aber das Monero-Netzwerk sollte Maßnahmen ergreifen, um bestimmte Verhaltensweisen einzuschränken, wie es bereits bei anderen Datenschutz- und Fungibilitätsrisiken getan hat.

Justin Ehrenhofer, Vizepräsident von Cake Wallet

Die XMR-Token sollen so unauffällig wie möglich gehalten werden. Durch das Anhängen von Dateien werden sie jedoch individualisiert, was ein Problem werden könnte.

Mordinals schlecht für Dezentralität?

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Belastung des Netzwerks. Denn die NFT-Datenpakete verbrauchen Speicherplatz auf der Blockchain. Ein großes Ärgernis finden viele. Bei Bitcoin schossen die Transaktionsgebühren angeheizt durch den Ordinals-Hype im Mai ordentlich in die Höhe.

Anders als bei Bitcoin ist die Größe eines Blocks bei Monero jedoch dynamisch. Die Größe der Blöcke ist also je nach Auslastung des Netzwerks anpassbar. Große Blöcke benötigen allerdings auch mehr Speicherplatz. Gerade für kleinere Knoten (Nodes) ein möglicher Grund, das Netzwerk zu verlassen. Ein Blick auf die On-Chain-Daten gibt aktuell jedoch noch keinen Hinweis auf einen rasanten Anstieg der Blockgröße.

Das Wachstum der Monero-Blocks hat durch die Mordinals keine nennenswerten Sprünge zu verzeichnen.
Ein linearer Verlauf der kumulativen Blockgröße gibt keinen Hinweis auf einen Einfluss durch die NFTs.

Mögliche Folgen für das Netzwerk

Die Bedrohung durch Mordinals spielt sich momentan noch auf der theoretischen Ebene ab. Eine inflationäre Anwendung könnte allerdings auf lange Sicht ein Risiko mit sich bringen. Die Community debattiert aktuell über mögliche Maßnahmen. Ehrenhofer schlägt vor, das Speicherfeld ("tx_extra"), an dem die Dateien angedockt werden, auf 256 Byte zu begrenzen. Dadurch würden die Kosten für einen Angriff stark steigen. Aber es gibt auch Stimmen, die verlangen, das Feld komplett zu entfernen. Damit verliert das Protokoll jedoch an Flexibilität und Interoperabilität zu anderen Projekten. Auch hier greift das Dilemma zwischen Anwendbarkeit und Sicherheit.

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