Was ist Ripple?

Gemessen an seiner Marktkapitalisierung befindet sich Ripple ganz weit vorne, gegenwärtig auf Platz 3 (Stand Mai 2017), knapp hinter Ethereum. Dennoch fristet Ripple bei vielen ein Schattendasein und nur wenigen ist das Konzept hinter Ripple wirklich bekannt. Das soll sich nun mit diesem Tutorial ändern.

 

Was ist Ripple?

Grob umrissen könnte Ripple als “Bitcoin für Banken” bezeichnet werden: Ripple möchte ein schnelles, skalierbares System sein, mit dem digitale Assets in Echtzeit ausgetauscht werden können.

In der Ripple-Blockchain bzw. der Ledger sind nicht nur alle Transaktionen gespeichert, sondern auch der übertragene Gegenwert. In dem Sinne kann das Netzwerk als eine große Datenbank verstanden werden, in der IOUs, d.h. Schuldscheine, die Banken oder andere Finanzinstitutionen einander ausstellen, gespeichert sind.

Die in diesem Ledger gespeicherten Transaktionen sind durch ein Konsens-System zwischen den unterschiedlichen Ledgern innerhalb weniger Sekunden unumkehrbar über das gesamte Netzwerk gespeichert, was Ripple erlaubt, Transaktionen im Umfang des VISA-Netzwerks zu verarbeiten. Im Vergleich zu der Dauer von mindestens 10 Minuten bis zu einer fälschungssicheren Transaktion im Fall von Bitcoin klingt das natürlich verlockend. Ebenso sind die Gebühren ein Bruchteil dessen, was im Fall von Bitcoin anfällt: wenige Bruchteile eines Cent (gemäß der Webseite 0,0007 USD) kostet eine Transaktion.

Gateways – Portale zwischen Ripple und der realen Welt

Wie kurz angesprochen wird im eigentlichen Ripple-Netzwerk letztlich kein Wert, sondern in Form von Schuldscheinen/IOUs nur ein Platzhalter eines Wertes übertragen. Damit nicht nur ein IOU, sondern der reale Geldwert schnell übertragen werden kann existieren im Ripple-Netzwerk sogenannte Gateways. Bei diesen handelt es sich, sozusagen, um kleine Finanzdienstleister, die alle gemeinsam das Ripple-Protokoll nutzen. Diese können schnell die Transaktion wieder in die gewünschte Fiatwährung umwandeln.

Zwei Gateways, die man auch außerhalb des Umfeldes der Kryptowährung kennt, sind Bitstamp und Therocktrading. Bitstamp agiert in diesem Kontext als eine Brücke zwischen Bitcoin und dem Rest der Welt: dieses Gateway macht es möglich, dass Menschen ohne Bitcoin in Bitcoin zahlen können und dass umgekehrt Geschäfte, die Bitcoin akzeptieren, über diesen Gateway alle Fiatwährungen auch akzeptieren können.

Interessant zu erwähnen ist, dass intern ein Algorithmus den zeit- und kosteneffizientesten Weg zwischen zwei Währungen findet. So kann eine Umwandlung von Euro in US-Dollar prinzipiell auch über Umwege erfolgen (Euro – Bitcoin – US-Dollar beispielsweise), sofern diese Konversion sich aktuell als sinnvoller herausstellt.

Die Rolle von XRP

Bisher wurde wenig über die Ripple zugrunde liegende Kryptowährung gesprochen. Da das Projekt selbst sich als ein dezentrales Register zum Tausch von Assets versteht kann die Frage aufkommen, was nun der Sinn der XRP-Token ist.

Bei XRP-Token handelt es sich um ein Ripple-internes digitales Asset, eben dem Pendant zu Bitcoin. Während also die regulären Ripple-Transaktionen letztlich IOUs transferieren und über Gateways erfüllt werden, ist XRP eine digitale Währung, die für einen schnellen Werte-Transfer genutzt werden kann.

Wichtig ist zu betonen, dass XRP “premined” ist: alle Coins sind schon emittiert worden; es werden keine weiteren durch einen Mining-Prozess geschaffen. Diese Coins sind wie folgt verteilt: Von den fast 100 Milliarden XRP sind 38 Milliarden im Umlauf, sieben Milliarden besitzt Ripple und 55 Milliarden sollen Ende 2017 in einen Escrow-Account transferiert werden.

Mit dieser Maßnahme gehen die Personen hinter dem Projekt auf einen Vorwurf ein: da bisher Ripple Labs und die Ripple Foundation einen Großteil der vorhandenen Coins besaßen, hätten sie den Kurs der Kryptowährung kontrollieren können. Nun soll ein Großteil des Besitzes in einem Escrow-Account verschlossen sein. Dabei bedient man sich einer Ripple-eigenen Technologie, die letztlich einen bestimmten Betrag an Geld durch eine Art Smart Contract sichert.

Dieser Smart Contract sieht vor, dass jeden Monat ab Anfang 2018 eine Milliarde XRP freigegeben und seitens des Ripple-Projekts zum Aufbau des Netzwerks genutzt werden. Was in diesem Monat nicht benötigt wurde, kann wieder in den Escrow-Account zurückgelegt werden.

Eine weitere wichtige Funktion entspricht dem Gas von Ethereum: Um zu verhindern, dass das Netzwerk mit Transaktionen zugespammt wird ist bei allen Transaktionen mit einer sehr kleinen Gebühr von 0,00001 XRP zu zahlen. 0,00001 XRP entspricht dabei zehn Drops; ein Drop ist dabei das Ripple-Äquivalent zu Bitcoins Satoshi und bezeichnet die kleinste Einheit, die für XRP existiert.

Diese zehn Drops werden von einer Sicherheit, insgesamt 20 XRP, die jeder Nutzer des Netzwerkes anlegen muss, bezahlt. Mit einer Sicherheit, die aktuell einem Gegenwert von vier Euro entspricht, kann ein Nutzer zwei Millionen Transaktionen durchführen.

Wichtig ist zu betonen, dass die zehn Drop vernichtet werden: Die verfügbare Menge sinkt also mit den Transaktionen. Dennoch sollte man sich keine Sorgen um eine Zeit machen, in der alle XRP verbraucht sind: Wenn wir von einer Anzahl an Transaktionen ähnlich wie bei VISA ausgehen, würden zwar 43.200 XRP pro Tag verbrannt werden, dennoch würde der Bestand ausreichen, um für die nächsten 2500 Jahre ein sicheres Netzwerk zu gewährleisten.

Wie kann ich bei Ripple mitmachen?

Hier sind zwei Fälle zu unterscheiden: möchte man digitale Assets transferieren oder XRP besitzen? Während der erste Use Case eher etwas für Institutionen und Banken ist, ist der letztere Fall recht einfach: auf verschiedenen Exchanges kann XRP erworben werden.

Sollte man diese Coins als Investment halten wollen, empfiehlt es sich, diese nicht auf dem Exchange liegen zu lassen. Für jene gibt es zum einen die Möglichkeit das Desktop-Wallet Rippex zu nutzen. Rippex ist ein vollständiger Desktop Client für Ripple, so dass mit diesem nicht nur XRP-Transaktionen, sondern auch generelle Transaktionen im Netzwerk durchgeführt werden können.

Eine weitere Möglichkeit ist das Online-Wallet von Gatehub zu verwenden. Mithilfe von Gatehub ist es Finanzinstitutionen auch möglich, einen Gateway zu eröffnen.

Schließlich existieren im Ripple-Ökosystem auch Möglichkeiten, Paper Wallets zu erzeugen, eine dieser findet sich hier.

Was aus Ripple wird, kann man natürlich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, jedoch sind oben genannte Use Cases für Banken charmant, so dass gegebenenfalls ein Investment interessant sein könnte.

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