Vor Börsengang: US-Strafzölle erfassen Bitmain

Leopold Bosankic

von Leopold Bosankic

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Leopold Bosankic

Leopold Bosankic hat Wirtschaftsinformatik studiert. In seiner Freizeit bloggt und programmiert er für Researchly (researchly.info), einer Plattform für Blockchain- und Krypto-Research.

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Als wenn der Bärenmarkt nicht genug wäre, machen nun auch die Strafzölle der US-amerikanischen Regierung den chinesischen Krypto-Mining-Herstellern das Leben schwer. Die „Trump tariffs“ getauften Zölle belaufen sich auf 25 Prozent und betreffen aktuell 800 chinesische Produkte. Unter den chinesischen Krypto-Mining-Herstellern Bitmain, Canaan und Ebang trifft diese Regelung den Branchenführer Bitmain am stärksten.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 12. Juli 2019 09:07 Uhr von Mark Preuss

Für Bitmain fing es in den USA sehr gut an. Erst im Juli eröffnete das Unternehmen eine Niederlassung im Silicon Valley. Zunächst musste Bitmain auf ihren Antminer S9 keine Steuern zahlen. Jedoch zählt dieser nun durch eine Änderung der Produktklassifikation – statt einer „data processing machine“ klassifiziert die US-Regierung ihn nun als „electrical machinery apparatus“ – zu den 800 von der US-Regierung sanktionierten Produkten.

Die US-Zölle für Bitmain-Produkte summieren sich auf 27,6 Prozent: Auf den Strafzoll von 25 Prozent kommen zusätzlich 2,6 Prozent für Produkte der Klasse „electrical machinery apparatus“.

Schlechtes Timing vor Börsengang


Auch wenn die Zollabgaben für alle Hersteller gelten, geht die South China Morning Post davon aus, dass Bitmain am stärksten betroffen sein wird. Denn Mining, Übersee und der Antminer S9 zählen zu Bitmains wichtigsten Geschäftsfeldern. Ungefähr die Hälfte aller Umsätze erwirtschaftet das Unternehmen in Übersee. Bei Canaan und Ebang hingegen sind es ca. neun bzw. vier Prozent. Weiters macht alleine der Verkauf des Antminer S9 zufolge mehr als 50 Prozent des Umsatzes bei Bitmain aus. Der Verkauf von Mining-Hardware ist insgesamt für satte 94 Prozent des Umsatzes verantwortlich.

Insbesondere für den im September angekündigten Börsengang sind das keine guten Nachrichten. Zumal Bitmain in letzter Zeit sowieso mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hat. Obwohl eine im August geleakte E-Mail noch ein positives Bild vermittelte. So solle Bitmain im ersten Quartal dieses Jahres einen Gewinn von 1,1 Milliarden US-Dollar und laut Mark Li, Senior Analyst bei Sanford C. Bernstein, einen Umsatz von 1,9 Milliarden erzielt haben. Im zweiten Quartal sei der Umsatz nun auf 950 Millionen gefallen. Zusätzlich, so Mark Li, hat Bitmain auch mit wachsender Konkurrenz, u. a. durch GMO und Canaan, zu kämpfen.

Fazit

Die Stimmung in der Krypto-Welt ändert sich. Von der Euphorie aus 2017, als jedes ICO das nächste „Facebook“ versprach, ist wenig übrig geblieben. Es wird gar einem möglichen Ende der ICO-Ära gesprochen. Auch unter den unzähligen Krypto-Fonds macht sich eine Konsolidierung breit. Gleichzeitig sind aber Krypto-Börsen wie Huobi oder Binance brav am Expandieren. Außerdem steigen milliardenschwere Finanzunternehmen wie Fidelity oder Goldman Sachs in den Krypto-Handel ein. Man könnte von einem Widerspruch sprechen. Realistischer klingt aber „Erwachsenwerden“. Aus unregulierten ICOs werden regulierte STOs. Aus einem Markt voller „lizenzloser“ Krypto-Börsen wird eine nachhaltige Krypto-Ökonomie. Und auf amtierende Marktführer kommt die harsche Realität von Konkurrenz und Regulierung zu.

BTC-ECHO


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