Bitcoin, Von Walen und Trading Software – So lässt sich die Bitcoin-Kursrallye erklären

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Von Walen und Trading Software – So lässt sich die Bitcoin-Kursrallye erklären

Märkte sind komplexe soziale Konstrukte. Der Informationsgehalt, der sich im Preis eines bestimmten Gutes manifestiert, ist ebenso enorm wie vielfältig. Kursanstiege oder -stürze lassen sich folglich in den seltensten Fällen mit einzelnen Nachrichten erklären. Dies gilt für klassische Wertpapiermärkte sowie für den Krypto-Markt gleichermaßen.

Allerdings ist der Krypto-Markt mit einer Marktkapitalisierung von 173 Milliarden US-Dollar im Vergleich zu den Aktienmärkten noch vergleichsweise klein. Dies führt dazu, dass Orders mit hohem Volumen mitunter doch einen gewissen Einfluss auf die Kursperformance haben können.

Schenkt man den vielfältigen Meldungen über den koordinierten Ankauf von 20.000 BTC also Glauben, könnten die grünen Kerzen der vergangenen Tage ein Geschenk eines einzelnen Marktakteurs sein. Wie stichhaltig ist diese Erklärung?

Von Walen und Trading Software

Marktanalysten werfen dieser Tage die wildesten Spekulationen über die Hintergründe des Bitcoin-Kursanstiegs in die Waagschale (sogar eine Aprilscherz-Meldung über den Bitcoin ETF ist im Spiel). Eine der plausibleren Erklärungen hängt indes mit sogenannter algorithmischer Trading Software zusammen.

Dieser Ansicht ist jedenfalls Oliver von Landsberg-Sadie, seines Zeichens CEO des Londoner Krypto-Broker BCB:

Es gab eine einzige Order von etwa 20.000 BTC, die algorithmisch über diese drei Standorte [Coinbase, Kraken und Bitstamp] hinweg verwaltet wurde. Wenn man sich die Volumina an jeder dieser drei Börsen ansieht, so gab es konzertierte, synchronisierte Order von rund 7.000 BTC in einer Stunde.


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Diese wiederum haben zu einem Anstieg der Nachfrage anderer Marktteilnehmer geführt und das hohe Handelsvolumen hat sodann automatisierte Order ausgelöst, die den Bitcoin-Kurs ihrerseits in die Höhe getrieben haben. Man könnte das Schauspiel also mit einer Art Kaskadeneffekt erklären.

Der Ankauf von etwa 20.000 Bitcoin im Gegenwert von etwa 80 Millionen US-Dollar durch einen einzelnen Akteur ist indes mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Schließlich entspricht dies etwa 0,1 Prozent des gesamten Bitcoin Supply. Das Auftauchen des Bitcoin-Wals dürfte also ein erster Anhaltspunkt für die immensen Kursbewegungen der letzten Tage sein.

Wachsende Geldentwertung macht Bitcoin attraktiv

Dass hohe Inflationsraten das Interesse an deflationär gestalteten Kryptowährungen wie Bitcoin steigern können, hat die venezolanische Bevölkerung hinreichend demonstriert. Aber auch auf dem europäischen Kontinent gibt es einen Staat, dessen Fiatwährung sich galoppierend entwertet. Die Rede ist von der Türkei.

Bereits seit geraumer Zeit verringert sich die Kaufkraft der Türkischen Lira rasant, allein im Januar dieses Jahres betrug die Inflationsrate über 20 Prozent. Wie wir berichteten, steigert dies das Interesse an Bitcoin & Co. – einer von fünf Türken soll bereits im Besitz von Kryptowährungen sein.

Wie das Nachrichtenportal zerohedge berichtet, könnte die Bitcoin-Adaption in Ländern mit dysfunktionalen Währungen deutlich schneller voranschreiten. Kursrallyes wie jene der letzten Tage dürften das Interesse abermals verstärkt haben.

Next Stop: 6.000 US-Dollar

Das ist ja alles schön und gut. Aber wo geht die Reise von hier an hin? Kurzum, niemand weiß es – die jüngste Rallye hat auch kaum jemand antizipieren können. Einige Indikatoren gibt es indes und die stimmen bullish.

So konnte Bitcoin erstmalig seit einem Jahr den 200 Day Moving Average durchbrechen, in Analystenkreisen gilt dies als bullishes Kurssignal.

Brian Kelly, CEO der Krypto-Investmentfirma BKCM, setzte das Kursziel im Gespräch mit CNBC auf 6.000 US-Dollar:

Alle Indikatoren, die uns vorliegen – ob Fundamentaldaten, technische Daten oder die quantitative Analyse, die wir durchführen – deuten darauf hin, dass wir wahrscheinlich einen Boden gefunden haben. […] Ein vernünftiges Kursziel liegt wohl bei 6.000 US-Dollar.

Die jüngsten Kursbewegungen sollten uns daran erinnern, wie unberechenbar der Krypto-Markt nach wie vor ist. Vieles lässt sich im Nachhinein halbwegs verlässlich einordnen; wie die Reise weitergeht, lässt sich indes nur schwer vorhersagen.

Die Zeichen jedoch sind bullish.

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