Von Walen und Trading Software – So lässt sich die Bitcoin-Kursrallye erklären

Quelle: Shutterstock

Von Walen und Trading Software – So lässt sich die Bitcoin-Kursrallye erklären

Märkte sind komplexe soziale Konstrukte. Der Informationsgehalt, der sich im Preis eines bestimmten Gutes manifestiert, ist ebenso enorm wie vielfältig. Kursanstiege oder -stürze lassen sich folglich in den seltensten Fällen mit einzelnen Nachrichten erklären. Dies gilt für klassische Wertpapiermärkte sowie für den Krypto-Markt gleichermaßen.

Allerdings ist der Krypto-Markt mit einer Marktkapitalisierung von 173 Milliarden US-Dollar im Vergleich zu den Aktienmärkten noch vergleichsweise klein. Dies führt dazu, dass Orders mit hohem Volumen mitunter doch einen gewissen Einfluss auf die Kursperformance haben können.

Schenkt man den vielfältigen Meldungen über den koordinierten Ankauf von 20.000 BTC also Glauben, könnten die grünen Kerzen der vergangenen Tage ein Geschenk eines einzelnen Marktakteurs sein. Wie stichhaltig ist diese Erklärung?

Von Walen und Trading Software

Marktanalysten werfen dieser Tage die wildesten Spekulationen über die Hintergründe des Bitcoin-Kursanstiegs in die Waagschale (sogar eine Aprilscherz-Meldung über den Bitcoin ETF ist im Spiel). Eine der plausibleren Erklärungen hängt indes mit sogenannter algorithmischer Trading Software zusammen.

Dieser Ansicht ist jedenfalls Oliver von Landsberg-Sadie, seines Zeichens CEO des Londoner Krypto-Broker BCB:

Es gab eine einzige Order von etwa 20.000 BTC, die algorithmisch über diese drei Standorte [Coinbase, Kraken und Bitstamp] hinweg verwaltet wurde. Wenn man sich die Volumina an jeder dieser drei Börsen ansieht, so gab es konzertierte, synchronisierte Order von rund 7.000 BTC in einer Stunde.

Diese wiederum haben zu einem Anstieg der Nachfrage anderer Marktteilnehmer geführt und das hohe Handelsvolumen hat sodann automatisierte Order ausgelöst, die den Bitcoin-Kurs ihrerseits in die Höhe getrieben haben. Man könnte das Schauspiel also mit einer Art Kaskadeneffekt erklären.

Der Ankauf von etwa 20.000 Bitcoin im Gegenwert von etwa 80 Millionen US-Dollar durch einen einzelnen Akteur ist indes mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Schließlich entspricht dies etwa 0,1 Prozent des gesamten Bitcoin Supply. Das Auftauchen des Bitcoin-Wals dürfte also ein erster Anhaltspunkt für die immensen Kursbewegungen der letzten Tage sein.

Wachsende Geldentwertung macht Bitcoin attraktiv

Dass hohe Inflationsraten das Interesse an deflationär gestalteten Kryptowährungen wie Bitcoin steigern können, hat die venezolanische Bevölkerung hinreichend demonstriert. Aber auch auf dem europäischen Kontinent gibt es einen Staat, dessen Fiatwährung sich galoppierend entwertet. Die Rede ist von der Türkei.

Bereits seit geraumer Zeit verringert sich die Kaufkraft der Türkischen Lira rasant, allein im Januar dieses Jahres betrug die Inflationsrate über 20 Prozent. Wie wir berichteten, steigert dies das Interesse an Bitcoin & Co. – einer von fünf Türken soll bereits im Besitz von Kryptowährungen sein.

Wie das Nachrichtenportal zerohedge berichtet, könnte die Bitcoin-Adaption in Ländern mit dysfunktionalen Währungen deutlich schneller voranschreiten. Kursrallyes wie jene der letzten Tage dürften das Interesse abermals verstärkt haben.

Next Stop: 6.000 US-Dollar

Das ist ja alles schön und gut. Aber wo geht die Reise von hier an hin? Kurzum, niemand weiß es – die jüngste Rallye hat auch kaum jemand antizipieren können. Einige Indikatoren gibt es indes und die stimmen bullish.

So konnte Bitcoin erstmalig seit einem Jahr den 200 Day Moving Average durchbrechen, in Analystenkreisen gilt dies als bullishes Kurssignal.

Brian Kelly, CEO der Krypto-Investmentfirma BKCM, setzte das Kursziel im Gespräch mit CNBC auf 6.000 US-Dollar:

Alle Indikatoren, die uns vorliegen – ob Fundamentaldaten, technische Daten oder die quantitative Analyse, die wir durchführen – deuten darauf hin, dass wir wahrscheinlich einen Boden gefunden haben. […] Ein vernünftiges Kursziel liegt wohl bei 6.000 US-Dollar.

Die jüngsten Kursbewegungen sollten uns daran erinnern, wie unberechenbar der Krypto-Markt nach wie vor ist. Vieles lässt sich im Nachhinein halbwegs verlässlich einordnen; wie die Reise weitergeht, lässt sich indes nur schwer vorhersagen.

Die Zeichen jedoch sind bullish.

Jetzt in Kryptowährungen investieren: Kryptowährungen kaufen, verkaufen oder traden – wir haben die besten Broker, Börsen und Zertifikate zusammengestellt: Bitcoin kaufen | Ether kaufen | Ripple kaufen | IOTA kaufen | Broker-Vergleich

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Bitcoin und traditionelle Märkte – Volatilität so hoch wie schon lange nicht mehr
Bitcoin und traditionelle Märkte – Volatilität so hoch wie schon lange nicht mehr
Märkte

Während die absolute Kopplung von Bitcoin zu den klassischen Märkten sehr gering ist, stieg die Volatilität in schon lange nicht mehr gesehene Höhen. Leider kann man das nicht über die Performance des Bitcoin-Kurses sagen.

Bitcoin-Marktsentiment: Volatilität erreicht neue Höhen
Bitcoin-Marktsentiment: Volatilität erreicht neue Höhen
Bitcoin

Kraken veröffentlicht seine Marktanalyse für den Monat Juni. Demnach erreicht die Bitcoin-Volatilität wieder neue Höhen. Im selben Zug sei ein Fortsetzen des Kurstrends, der seit April dieses Jahres besteht, zu beobachten.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

„Kryptowährungen sind eine tolle Idee“ Ron Paul will Währungswettbewerb – das Meinungs-ECHO
„Kryptowährungen sind eine tolle Idee“ Ron Paul will Währungswettbewerb – das Meinungs-ECHO
Kolumne

Zugegeben: Dass Ron Paul privatem Geld offen gegenübersteht, ist keine Neuigkeit. Nun hat der libertäre Denker sein Plädoyer erneuert. Derweil schießt sich Tim Draper auf Indien ein und Charlie Lee bezieht zu Warren Buffetts Bitcoin-Abneigung Stellung.

Chinesisches Gericht erklärt Bitcoin zu „legalem Besitz“ – jedoch keine Kursänderung in Sicht
Chinesisches Gericht erklärt Bitcoin zu „legalem Besitz“ – jedoch keine Kursänderung in Sicht
Regulierung

Ein Gericht im chinesischen Hangzhou hat den Bitcoin in der vergangenen Woche zu „legalem Besitz“ erklärt. Die chinesische Volksbank, die Zentralbank des Landes, bestätigte das Urteil. Den Status legaler Währung jedoch sprachen die Richter dem Krypto-Zugpferd ab. Bitcoin-Begeisterten dürfte der Richterspruch jedoch zunächst wenig Grund zum Aufatmen geben. Eine baldige Kursänderung der chinesischen Behörden ist vor allem mit Blick auf deren eigene Währungspläne kaum zu erwarten.

Bitcoin und traditionelle Märkte – Volatilität so hoch wie schon lange nicht mehr
Bitcoin und traditionelle Märkte – Volatilität so hoch wie schon lange nicht mehr
Märkte

Während die absolute Kopplung von Bitcoin zu den klassischen Märkten sehr gering ist, stieg die Volatilität in schon lange nicht mehr gesehene Höhen. Leider kann man das nicht über die Performance des Bitcoin-Kurses sagen.

Bitcoin- und Blockchain-News: Das Wichtigste der Woche
Bitcoin- und Blockchain-News: Das Wichtigste der Woche
Bitcoin

Bitcoin, der Facebook Coin Libra und der US-Senat dominierten ganz klar die vergangene Krypto-News-Woche. Währenddessen ging es jedoch auch bei Binance und in Japan hoch her. Der BTC-ECHO-Newsflash.

Angesagt

Julian Hosp zu Mikrotransaktionen: „Die Nutzerfreundlichkeit ist der Knackpunkt“
Blockchain

Dr. Julian Hosp zählt zu den bekanntesten Köpfen in der deutschsprachigen Bitcoin- und Blockchain-Community. Mit seinen zahlreichen Vorträgen, Büchern und YouTube-Beiträgen hat er sich zum Ziel gesetzt, die Menschen „cryptofit“ zu machen. Entsprechend gehört auch er zu der Gruppe der Publisher, ergo Verlage, Medienplattformen oder Blogger, die Inhalte produzieren, um sie der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In diesem Kontext stellt sich die Frage, wie Kryptowährungen und Blockchain-Lösungen das Verlagswesen zukünftig verändern können. Wir haben nach seiner Einschätzung gefragt und über die Chancen von Mikrotransaktionen gesprochen.

Facebook unter Beschuss: Verbraucherverbände appellieren an Libra Association
Unternehmen

Die Diskussionen um Libra reißen nicht ab. Facebooks geplante Kryptowährung stand diese Woche in beiden Kammern des US-Kongresses auf der Tagesordnung. Auch jenseits der Politik wollen viele das Währungsprojekt stoppen. US-Verbraucherschützer starteten nun einen weiteren Versuch. Ihre Strategie: ein offener Appell an die Mitglieder der Libra Association.

Bitcoin-ATM an jeder Ecke: Zuhause sein in 80 Ländern
Bitcoin

Die Mainstream-Adaption von Bitcoin & Co. lässt sich kaum besser beobachten, als an der Verbreitung von Automaten (ATM). Die USA führen die Liste der Nationen an. Das größte Bitcoin-ATM-Netzwerk namens LibertyX hat einen Meilenstein erreicht: 1.000 Automaten, verteilt im ganzen Land. Wie Bitcoin Grenzen überwindet.

Stellar Rewards: Binance verschenkt XLM und unterstützt Staking
Altcoins

Binance will Stellar Lumen (XLM) im Wert von rund 745.000 Euro an seine Community verschenken. Die weltweit führende Krypto-Börse hat – selbst unbemerkt – eine beachtliche Menge an Staking Rewards von Stellar erhalten und will diese nun an Nutzer ausschütten, die den Token halten. Künftig wird Binance außerdem das Staken von XLM anbieten.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: