Digitales Kapital 

Michael Saylor: “Bitcoin wird 1.000 Jahre überdauern”

Bitcoin könnte langfristig hunderte Billionen US-Dollar anziehen. Michael Saylor erklärt auf der BTCPrague26, wie der Siegeszug über die Kapitalmärkte gelingen soll.

Tobias Zander
Teilen
Michael Saylor vor orangen Bitcoin-Logo

Beitragsbild: Getty

| Michael Saylor ist zurück in der europäischen Bitcoin-Hauptstadt

Zahlreiche Bitcoin-Enthusiasten aus der ganzen Welt feiern Michael Saylor auf der BTCPrague26. Dabei hatte das Image des US-Unternehmers jüngst gelitten, verkaufte er mit seiner Bitcoin-Treasury-Firma doch 32 BTC im Wert von etwa 2,5 Millionen US-Dollar. Eine symbolische Summe, aber nichtsdestotrotz ein Bruch mit dem “Hodl forever”-Prinzip, das der Strategy-Gründer jahrelang vertrat. Konkret äußern will sich der bekennende Maximalist dazu nicht, sondern fokussiert sich stattdessen auf “Bitcoin-Kapitalismus”, eine der vier BTC-Ideologien, welche er in der Vorwoche in einem langen Essay definiert hatte.

Einen Seitenhieb gegen Ethereum und andere Altcoin-Projekte kann sich Saylor bei seinem sonst eher nüchternen Auftritt nicht verkneifen: “Es gibt keinen ernstzunehmenden Konkurrenten, es gibt keine zweitbeste Option, es gibt kein Flippening”. Bitcoin habe sich inzwischen eindeutig zum dominierenden monetären Netzwerk entwickelt, auch wenn es es “noch zehn Jahre dauern mag, bis die ganze Welt das erkennt”. Ähnlich sei es vor einem Jahrzehnt bei Google oder Amazon gewesen.

Trotz der steigenden Bitcoin-Dominanz im Krypto-Markt müsste sich die Community allerdings bewusst machen, dass sich nach wie vor 99,9 Prozent des wirtschaftlichen Reichtums nicht im Bitcoin-Netzwerk befinden. Saylors Kernbotschaft: “Wir müssen Kanäle schaffen, damit Geld vom konventionellen Kapital in das neue digitale Kapital fließen kann”. Bitcoin werde ein Jahrtausend überdauern und diese Transformation ermöglichen.

“Digitales Kapital” statt utopischen Bitcoin-Prognosen

Noch im vergangenen Jahr hatte sich der Strategy-Gründer in Prag zu einer kühnen Kursprognose hinreißen lassen: “Bitcoin steigt in 21 Jahren auf 21 Millionen US-Dollar“. Dieses Mal verzichtet Saylor auf Kurszenarien und erklärt stattdessen, dass Kapitalismus ein darwinistischer Kampf sei, bei dem nur einige Player langfristig Erfolg haben werden, während die meisten scheitern. Doch das gehöre eben dazu, denn “Kapitalismus schreitet durch Innovation und Scheitern voran”. Als aktuelle Gewinner nennt er Coinbase, Binance, BlackRock, Tether, Strategy, Fidelity, Block, daneben unzählige Herausforderer sowie einige klare Verlierer, beispielsweise Celsius, Genesis oder Mt. Gox.

Empfohlenes Video
Er hielt Bitcoin für tot – dann änderte sich alles…

Klar sei, dass sich “der Bitcoin-Kapitalismus industrialisiert”, mit heute über 1.400 Unternehmen, wozu Treasury-Firmen, Krypto-Börsen oder Hersteller von Hardware Wallets gehören. Kontinuierliche Innovation wäre unabdingbar, denn “Bitcoin kann Produkte für jede Dimension des Kapitals abdecken”, wie Saylor anhand einer 10 x 10 Tabelle erklärt. Es brauche “digitale Rendite, digitales Geld, digitale Kredite”, die auf Bitcoin als digitalem Kapital aufbauen.

Die Mehrheit der Menschen wolle keine Kursschwankungen, weshalb der Strategy-Gründer betont, dass Bitcoin zwar “Wohlstand überall auf der Welt” verbreiten wird, aber dafür auch in alle Arten von digitalen Produkten eingebettet sein müsse. Eines davon ist Stretch (STRC), die Vorzugsaktie seines Unternehmens mit aktuell etwa 12 Prozent Dividende. Somit lautet die neue Saylor’sche große Mission: “Eine Brücke bauen, um Bitcoin mit den globalen Kapitalmärkten zu verbinden”.

Bitcoin kaufen – Leitfaden & Anbieter 2026
In unserem kostenlosen BTC-ECHO Leitfaden zeigen wir dir, wie du sicher und Schritt für Schritt in Bitcoin (BTC) investieren kannst. Außerdem erklären wir, worauf du beim Kauf von Kryptowährungen achten solltest.
Jetzt zum Bitcoin (BTC) kaufen Leitfaden
Das könnte dich auch interessieren