On-Chain-Analyse 

Wann kommt der Bitcoin-Boden? Diese Kursmarke nennt CryptoQuant

CryptoQuant sieht Bitcoin nahe an einem möglichen Boden. Doch schwache Nachfrage und ETF-Abflüsse sprechen gegen eine schnelle Erholung.

Johannes Dexl
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Bitcoin-Münze auf dunklem Chartbild

Beitragsbild: Shutterstock

| Bitcoin musste zuletzt einen deutlichen Rücksetzer hinnehmen

Bitcoin könnte laut der On-Chain-Analysefirma CryptoQuant nahe an einem wichtigen Bewertungsboden stehen. Im Zentrum der Analyse steht der sogenannte Realized Price von Bitcoin. Dieser beschreibt die aggregierte On-Chain-Kostenbasis aller Marktteilnehmer. Historisch habe BTC in großen Bärenmärkten häufig am oder knapp unter diesem Niveau einen Boden ausgebildet, erklärte Julio Moreno, Head of Research bei CryptoQuant, in einem Bericht am Mittwoch.

“Historisch ist das ein Niveau, das einen Boden bestätigen würde”, sagte Moreno. “Das bedeutet nicht, dass wir es zwangsläufig erreichen, aber es bleibt eine Möglichkeit, besonders angesichts der schwachen Bitcoin-Nachfrage.”

Während des FTX-bedingten Abverkaufs im November 2022 wurde der Realized Price kurzzeitig unterschritten, bevor die Kryptowährung wieder anzog. Damit zählt das Niveau laut Moreno zu den wichtigsten Bewertungsmarken im Markt.

Nachfrage bleibt fragil

Die Nachfragebedingungen für BTC bleiben laut Moreno “zutiefst ungünstig”. Ein bestätigter Bärenmarkt-Boden oder eine bullishe Trendwende könnten daher noch Zeit benötigen.

CryptoQuant schätzt, dass die gesamte Bitcoin-Nachfrage, bestehend aus spekulativer Perpetual-Futures-Aktivität und scheinbarer Spot-Nachfrage, in der vergangenen Woche um 652.000 BTC gefallen ist. Das wäre der stärkste wöchentliche Rückgang seit Januar 2022. Sowohl Futures- als auch Spot-Nachfrage hätten sich deutlich verschlechtert, nachdem Bitcoin unter 60.000 US-Dollar gefallen war. Dadurch seien Long-Liquidationen ausgelöst und Spot-Verkäufe beschleunigt worden.

Gleichzeitig haben die realisierten Verluste noch kein Niveau erreicht, das typischerweise mit einer Bärenmarkt-Kapitulation einhergeht. Damit ist eine Phase gemeint, in der Anleger in großem Umfang panisch verkaufen.

Bitcoin-Halter realisierten in den vergangenen 30 Tagen Verluste von insgesamt 187.000 BTC. Zum Vergleich: Als Bitcoin in diesem Bärenmarkt im Februar 2026 erstmals unter 60.000 US-Dollar fiel, lagen die realisierten Verluste bei 400.000 BTC. Beim FTX-bedingten Marktboden im November 2022 waren es 1,2 Millionen BTC.

Liegt bei diesem Kurs der Boden?

“Das Ausbleiben eines Kapitulationsausschlags bei den realisierten Verlusten zeigt, dass eine große Gruppe von Haltern bei 59.000 US-Dollar noch im Gewinn liegt und den psychologischen Punkt für erzwungene oder panische Verkäufe noch nicht erreicht hat”, schrieb Moreno.

Der mögliche Bewertungsboden liegt laut CryptoQuant beim aktuellen Realized Price von Bitcoin. Dieser steht derzeit bei 53.600 US-Dollar. Zuletzt fiel BTC bereits auf rund 59.000 US-Dollar und lag damit nur noch etwa 9 Prozent über dieser Marke. Inzwischen hat sich der Kurs wieder auf rund 62.000 US-Dollar erholt.

“Der Boden könnte preislich nahe sein. Für einen Regimewechsel in einen Bullenmarkt braucht es jedoch eine konstruktive Erholung der Nachfrage. Diese ist in den Daten noch nicht sichtbar”, schrieb Moreno. Einen Hoffnungsschimmer für BTC bietet in diesen Tagen der anstehende SpaceX-IPO.

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