Vatikan will Rolle von Kryptowährungen im Menschenhandel untersuchen

Vatikan will Rolle von Kryptowährungen im Menschenhandel untersuchen

Der Vatikan macht Ernst: In seiner ehrgeizigen Agenda dem modernen Sklavenhandel ein Ende zu bereiten, nimmt der Kirchenstaat Kryptowährungen ins Visier. So war bei der Vatikan-Konferenz gegen Menschenhandel am letzten Wochenende auch Banker und Krypto-Experte Joseph Mari von der Bank of Montreal an den apostolischen Stuhl geladen. Er sollte über Kyptowährungen als Geldwäscheinstrument im Sumpf des Menschenhandels informieren. Mit dem ungewöhnlichen Vorstoß sagt das Pontifikat dem Menschenhandel nun auch im digitalen Raum den Kampf an.

Katholische Kirche und digitale Zukunft schließen sich, so paradox dies erscheinen mag, nicht aus. Dies beweist eine am letzten Wochenende stattfindende Expertenanhörung im Vatikan. Vielmehr wirft die katholische Kirche bei ihrem Kampf gegen Menschenhandel und moderne Sklaverei den Blick nun auch ins Digitale. Wie Coindesk berichtet, war in diesem Zuge am letzten Wochenende auch Joseph Mari, Senior Manager der kanadischen Bank of Montreal, Gast der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften. Er sollte auf die Rolle von Kryptowährungen als Geldwäscheinstrument im Menschenhandel aufmerksam machen und stand den Kirchenmännern Rede und Antwort. Seine Expertise soll dem päpstlichen Kampf gegen den Menschenhandel nun den Rücken stärken.

Damit wagt die Kirche einen zukunftsträchtigen Sprung und wird seine Strategien möglicherweise auch in den digitalen Raum auszuweiten. Mit seiner Wahl zum Papst im Jahr 2013 hatte Franziskus die Bekämpfung des Menschenhandels oben auf die Agenda seines päpstlichen Führungskurses gesetzt.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden jährlich Hundertausende illegal verkauft und in Arbeitsverhältnissen sklavenähnlich ausgenutzt. 21 Millionen Männer, Frauen und Kinder arbeiten weltweit unter Zwang. Derweil treten Formen solch moderner Sklaverei in unterschiedlicher Gestalt auf. Während Frauen und Kinder oft etwa als Sexsklaven arbeiten, zahlen Tausende in moderner Schuldknechtschaft Kredite ab oder sind durch Leiharbeitsverträge an Arbeitgeber gebunden. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) bemisst deren inoffizielle Gewinne aus solcher Zwangsarbeit auf fast 150 Milliarden US-Dollar jährlich.

Papst Franziskus möchte diesem gemeinsam mit den Oberhäuptern anderer Glaubensgemeinschaften begegnen: Laut einer gemeinsamen Erklärung sollen bis 2020 Menschenhandel und Sklaverei „für alle Zeiten“ Teil der Vergangenheit sein.

Blockchain als Chance für Entwicklungsländer

Als weiteren Tagesordnungspunkt Joseph Maris Präsentation standen die Chancen der Blockchain-Technologie und Kryptowährungen in bargeldlosen Staaten auf dem Programm. Diese könnten etwa Bevölkerungen in Entwicklungsländern helfen, denen es am Zugang zu Banken und Finanzdienstleistungen mangelt.

„Blockchain und Kryptowährungen müssen auf dem Radar der Kirche sein. Sie müssen als etwas Aktuelles wahrgenommen und genutzt werden. Je schneller die Lernkurve überwunden wird, desto schneller können wir anfangen, gegen die Risiken zu arbeiten, die sich uns auftun“,

so der Blockchain- und Krypto-Experte über die Bedeutung der Technologien für die Agenda des Vatikans als kirchlichen Entwicklungsträger.

Die Anhörungen waren Teil eines dreitägigen Programmes, das die Bekämpfung des Menschenhandels und der modernen Sklaverei in den Fokus stellen sollte. An der Veranstaltung nahmen neben dem diplomatischen Kopf und Staatssekretär des Vatikans, Kardinal Pietro Parolin, zahlreiche Mitglieder der Führungsriege des Kirchenstaates teil.

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