Krypto-Katalysatoren 7 Ereignisse, die den nächsten Bullrun auslösen könnten

Was muss passieren, dass Bitcoin und Co. wieder steigen? Diese Ereignisse gelten als Hoffnungsträger und Initialzünder für den nächsten Bullen-Markt.

Tim Reindl
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Bitcoin Bullrun

Beitragsbild: Shutterstock

| Der nächste Bullrun kommt bestimmt. Nur wann ist es soweit?

Nach einem turbulenten Jahr 2022 konnte sich der Bitcoin zur Jahreswende wieder etwas erholen. Doch seit März herrscht Stagnation. Der Kurs hoppelt in einer Seitwärtsbewegung um die Marke bei 30.000 US-Dollar. Manch einer spricht schon vom “Känguru-Markt”. Auf der Suche nach Investitionsmöglichkeiten und Volatilität weichen Krypto-Investoren verzweifelt auf Memecoins wie PEPE oder BALD aus. Chartanalysten versuchen unsere Position im Marktzyklus zu bestimmen. Ist der Boden erreicht? Wie lange hält der Bärenmarkt an? Wann geht es wieder nach oben? Die Vergangenheit lehrt: Manchmal fehlt nur ein Funke, um eine Trendwende einzuleiten. Der Krypto-Anlayst Miles Deutscher hat eine Liste mit Katalysatoren geteilt, die den nächsten Bullrun auslösen könnten. Das steckt dahinter.

Bitcoin-Spot-ETF in den USA

Derzeit liegen gleich mehrere Anträge auf einen Bitcoin-Spot-ETF auf dem Schreibtisch der US-Wertpapierbehörde SEC. Darunter auch einer von BlackRock, dem größten Vermögensverwalter der Welt. Der Finanzgigant verfügt über Assets under Management von mehr als neun Billionen US-Dollar. Der Krypto-Space hofft, dass mit einer Genehmigung endlich das institutionelle Geld in den Markt kommt.

Würde nur ein kleiner Teil aus den Fonds von BlackRock und Co. auf Bitcoin umgeschichtet, hätte das einen signifikanten Effekt auf den Kurs. Außerdem wäre es ein Signal an Investoren, die bislang Berührungsängste mit Bitcoin hatten und dessen Wert als sinnvolle Anlageklasse unterstreichen. Mehr dazu in diesem Artikel.

Ethereum Futures-ETFs

Ebenso auf Freigabe durch die SEC warten gleich sieben Anträge auf einen Futures-ETF für die zweitgrößte Kryptowährung, Ethereum (ETH). Im Gegensatz zu einem Spot-ETF kaufen Vermögensverwalter bei den Futures-ETFs keine echten Kryptowährungen für ihre Kunden, sondern lediglich Derivate, die auf traditionellen Börsen gehandelt werden. Sie SEC stand diesen Produkten bislang skeptisch gegenüber.

Im Juni dann eine kleine Sensation. Die Behörde genehmigte den ersten Bitcoin-Futures-ETF. Sollte die SEC ein ähnliches Finanzprodukt für Ethereum zulassen, wäre dies ein Zeichen für eine mögliche Abkehr vom bislang repressiven Kurs der Behörde. Und ein kleiner Schritt in Richtung Bitcoin-Spot-ETF.

Das Bitcoin Halving

Im April 2024 steht das nächste Bitcoin-Halving an. Dann halbiert sich die Menge an BTC, die pro neuem Block an die Miner ausgeschüttet werden, statt 6,25 nur noch 3,125 (exklusive Gebühren). Die Bitcoin-Geschichte hat bereits drei Halvings hinter sich. Auf das Ereignis folgte stets ein Kursanstieg. Die Logik hinter diesem Halving-Effekt: Ein verknapptes Angebot trifft auf eine gleichbleibende Nachfrage. Folglich steigt der Kurs.

Wie stark sich der Effekt letztlich im Kurs niederschlägt, darüber streiten sich die Marktbeobachter. Der psychologische Effekt, mit dem das Halving einhergeht, ist dabei möglicherweise viel stärker. In Erwartung einer Kurssteigerung kann es im Vorfeld des Halvings zu vermehrten Investitionen in BTC kommen. Keiner will den Zug verpassen. Mehr Nachfrage bedeutet steigende Preise. Eine selbsterfüllende Prophezeiung? Eine ausführliche Einschätzung zum kommenden Halving hier.

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US-Präsidentschaftswahlen 2024

Am 5. November 2024 wählen die Vereinigten Staaten zum sechzigsten Mal einen Präsidenten oder eine Präsidentin. Potenzielle Kandidaten gehen bereits heute mit Bitcoin auf Stimmenfang. Republikaner wie Demokraten gleichermaßen.

Der Republikaner Ron DeSantis und der Demokrat Robert F. Kennedy Jr. haben im Zuge des Wahlkampfes angekündigt, Bidens “Krieg gegen Krypto” Einhalt zu gebieten. Beide sprechen sich für eine lockere Krypto-Regulierung aus. Eine stärkere Präsenz von Bitcoin im US-Wahlkampf ist zwar prinzipiell als positives Zeichen für den Sektor zu werten. Dennoch täte die Branche vielleicht gut daran, auf Abstand zu den Bewerbern zu gehen.

X-App Kryptointegration

Der Umbau von Twitter zu X ist im vollen Gange. Elon Musk hat große Pläne angekündigt. Mit der X-App will der Tech-Mogul eine “App für alles” entwickeln. Ähnlich wie die chinesische App WeChat. Social-Media, Personalausweis, Audio- und Videostreaming, Telefonieren oder Arztbesuch – alles mit nur einem Account. Und eben auch eine Bezahlfunktion soll kommen.

Der Krypto-Space hofft, dass der Dogecoin-Fan die Branche mit auf seine Reise nimmt und Kryptowährungen in irgendeiner Form in sein Projekt integriert. Ein hauseigener Coin von X ist dabei erst einmal vom Tisch. Musk stellte klar, die Plattform werde nie “einen Token launchen”. Aus unternehmerischer Sicht würde es mehr Sinn für ihn machen, einen existierenden Coin als Zahlungsmittel einzuführen, so der Unternehmer.

Eine Integration könnte den Kryptomarkt beflügeln. Immerhin erhielten die geschätzten 240 Millionen täglichen Twitter-Nutzer (jetzt X) so Zugang zu Kryptowährungen und einen Usecase der für die breite Masse direkt ersichtlich ist.

Ethereum Upgrade: EIP-4844

Um die Krypto-Adoption langfristig auszuweiten, müssen Blockchains massentauglich werden. Heißt: auch unter hoher Nutzlast muss das Netzwerk stabil bleiben. Transaktionen müssen schnell und zu angemessenen Gebühren abgewickelt werden. Zum anderen muss die Nutzerfreundlichkeit auf ein zumutbares Endverbraucher-Niveau angehoben werden. Das gilt auch für Ethereum.

Während des Hypes um den Memecoin PEPE kostete ein einfacher Token-Tausch auf der dezentralen Börse Uniswap zwischenzeitlich ganze 50 US-Dollar. Deshalb arbeiten die Entwickler der größten Smart-Contract-Plattform der Welt mit Hochdruck an einem Upgrade, das die Skalierungsprobleme in den Griff bekommen soll. Das Improvement Proposal (EIP)-4844, auch bekannt als Proto-Danksharding, zielt darauf ab, Gebühren zu reduzieren und die Kapazität des ETH-Netzwerks zu erhöhen. Vor allem Layer-2-Lösungen profitieren davon. Mehr Details zu EIP-4844 hier.

Coinbase vs SEC

Anfang Juni wurde Coinbase von der SEC verklagt. Coinbase habe US-Finanzgesetze gebrochen, so der Vorwurf der Aufsichtsbehörde, darunter: illegaler Handel mit Wertpapieren. Laut eines Berichts der Financial Times forderte die Behörde sogar einen Handelsstopp für alle Coins bis auf Bitcoin von der Kryptobörse. Die SEC bestreitet, jemals ein Delisting gefordert zu haben.

Coinbase wirft der SEC seinerseits Versäumnisse vor. Der Behörde sei es nicht gelungen, klare Leitlinien für die Regulierung von Kryptowährungen zu formulieren. Die US-Kryptobörse hat bereits im Juli 2022 eine Petition eingereicht, in der sie um mehr Klarheit bei der Regulierung der neuen Anlageklasse bittet. Am 25. April verklagte sie die SEC diesbezüglich. Mehr Klarheit, das wünschen sich auch Investoren und Unternehmer, die sich der Branche zuwenden wollen. Ein Urteil im Fall Coinbase könnte hier erheblich dazu beitragen.