Mikrotransaktionen: Die Killer-App für Kryptowährungen?

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Mikrotransaktionen auf der Blockchain

Quelle: Shutterstock

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Neben Kryptowährungen bietet die Blockchain-Technologie viele Anwendungsfelder. Gerade im Bereich der Content-Monetarisierung liegt hier für Medienschaffende ein großes Feld brach. Hierbei können sowohl Nutzer als auch Anbieter von Mikrotransaktionen profitieren. Wie die Blockchain den Bereich der Content-Monetarisierung revolutionieren kann.  

Spätestens seit Bitcoin hat es die Runde gemacht: Die Blockchain-Technologie bietet weitläufiges Potential zur Verbesserung komplexer Vorgänge. Gerade in der Supply Chain und in der Rückverfolgung von Gütern gilt die Blockchain-Technologie und ihre Ausgestaltung als Problemlöser. Ein zwar bekanntes, aber relativ unerschlossenes Feld bieten jedoch auch die Mikrotransaktionen im Bereich der Content-Monetarisierung. Zeit, diesem Use Case unter die Haube zu blicken.

Was sind Mikrotransaktionen?  

Mikrotransaktionen sind – der Name lässt es erahnen – Überweisungen im Kleinstbereich. Die Höhe (bzw. Tiefe) einer Mikrotransaktion ist jedoch nicht letztlich definiert. Je nach Quelle und Ansicht variiert die Höhe einer Mikrotransaktion zwischen 5 Cent und 5 Euro. Jedenfalls fallen Mikrotransaktionen – ganz grob – unter den Mengenbereich der „Peanuts“. Digital gewinnen sie vor allem im Bereich des „Paid Content“ immer größere Bedeutung. Ob nun einzelne Songs, einzelne digitale Informationsinhalte oder auch Inhalte in Computerspielen – Mikrotransaktionen werden immer wichtiger. Mittels Mikrotransaktionen übergeht man bereits besprochene Probleme. So kann man mittels Zahlungen im Cent-Bereich Werbebanner umgehen, wenn man werbefrei surfen will. Außerdem kann man sich dafür entscheiden, einzelne Inhalte zu bezahlen ohne dabei Abos abschließen zu müssen. Bestehende Lösungen gibt es bereits, doch mag man sich fragen: Warum halten wir immer noch an alten Modellen fest?

Mikrotransaktionen und die mentale Barriere  

Nick Szabo geht davon aus, dass es bei Menschen bezüglich Mikrotransaktionen eine „mentale Barriere“ gebe. Bereits im Jahr 1996 schrieb der Bitcoin-Pionier von einem „kognitiven Engpass“, der es uns verbiete, die Zahlungen im Kleinstbereich zu tätigen. Beträge von wenigen Cents, so Szabo, seien schlicht und einfach „zu klein“, als dass wir uns mit ihnen beschäftigen wollten. Bei Beträgen von mehreren US-Dollar etwa sei die Barriere, sich mit den Zahlungen auseinanderzusetzen schon anders, hier lohne es sich (so seine Einschätzung bezüglich unseres ökonomischen Denkens), darüber nachzudenken. Ob ein paar Cent für einen Artikel nun zu viel oder zu wenig sei, darüber mache man sich keine Gedanken:

Zum Beispiel, wenn man den personellen Wert eines großen, diversen Sets an tiefpreisigen Gütern vergleicht, verbraucht das eine größere mentale Anstrengung als es die Waren selbst wert sind.


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Nick Szabo fordert dahingehend visuelle Metaphern, also graphische Umsetzungen bzw. Bilder, die die Mikrotransaktionen für uns in Bilder übersetzen.

Lösungen im Blockchain-Bereich  

Im Blockchain-Ökosystem gibt es bereits erste Anbieter, die diese visuellen Übersetzungen als Wallet-Einbindungen leisten. Allen voran sind hier Lösungen wie der Brave Browser oder der Micro-Payments-Anbieter SatoshiPay zu nennen.  

Brave Browser – sich für Werbung-Sehen bezahlen lassen 

Der Brave Browser bietet einen attraktiven Anwendungsfall für Mikrotransaktionen und generiert sich gleichzeitig als eine der Killer-Apps für Kryptowährungen. So kommt das Krypto-Start-up mit einem eigenen Token daher, der die Nutzer für das Ansehen von Werbung belohnt.  Entscheidet man sich also dafür, auf Seiten Werbung anzusehen, bekommt man direkt BAT (Basic Attention Token) auf euer Uphold-Wallet ausgezahlt. Der Vorteil: Man bekommt die digitale Währung direkt gut geschrieben. Insgesamt umfasst die Ausschüttung 70 Prozent der Werbeeinnahmen, der Rest geht an die Betreiber des Brave Browsers.   

SatoshiPay – mehr Kontrolle für Konsumenten und Herausgeber 

Das Berliner Start-up SatoshiPay bietet indes eine Möglichkeit, durch die sowohl Konsumenten als auch Publisher von Mikrotransaktionen profitieren können. So kann man über ihre Bezahllösung etwa Artikel Stück für Stück bezahlen – und damit häppchenweise entscheiden, ob man etwaige Artikel weiterlesen will oder nicht.  Dadurch erhöht sich nicht nur die Entscheidungsfreiheit für Konsumenten. Vielmehr können dadurch auch Produzenten von Inhalten kontrollieren, wie interessant Leser Inhalte finden und sich dadurch eine Qualitätskontrolle sichern.  Darüber hinaus bietet sich ein erhöhter Datenschutz. Durch die Verwendung der Blockchain-Technologie können Nutzer von den Vorteilen der Mikrotransaktionen profitieren, ohne sich tatsächlich anmelden zu müssen. Denn die Wallets lassen sich einfach in den Browser integrieren (ohne jegliche Installation) und von da aus kann man frei über die verwendete Kryptowährung Stellar Lumens (XLM) innerhalb des SatoshiPay Ökosystems verfügen. 

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