Die Kryptowährung Zcash (ZEC) ist nach der Offenlegung einer schwerwiegenden Sicherheitslücke massiv unter Druck geraten. Besonders für Aufmerksamkeit sorgte die Reaktion von BitMEX-Mitgründer Arthur Hayes: Er gab bekannt, sowohl seine private ZEC-Position als auch die Bestände seines Investmentfonds Maelstrom vollständig verkauft zu haben.
Auslöser ist eine Schwachstelle im sogenannten Orchard-Protokoll von Zcash. Nach Angaben der Entwickler hätte die Lücke theoretisch die Erstellung unbemerkter Falschbestände ermöglicht. Ob der Fehler jemals ausgenutzt wurde, lässt sich allerdings nicht nachweisen. Ebenso wenig kann ausgeschlossen werden, dass es zu einer Manipulation gekommen ist.
Hayes begründete seinen Ausstieg vor allem mit dieser Unsicherheit. Auf X schreibt er: “Ich halte es zwar für äußerst unwahrscheinlich, dass neue Coins erzeugt wurden, aber es lässt sich kryptografisch nicht beweisen, dass dies unmöglich war.” Für die von Zcash vertretene Datenschutz-Idee sei das nicht ausreichend. “Die Erzählung vom Schutz der Privatsphäre vor KI, Regierungen und Big Tech verlangt Perfektion, nicht bloß Wahrscheinlichkeiten”, so Hayes.
Kurs stürzt ab, Liquidationen steigen
Die Unsicherheit belastete den Markt erheblich: Der ZEC-Kurs ist um rund 37 Prozent gefallen. Nach Daten von CoinGlass summieren sich die Liquidationen innerhalb von 24 Stunden auf mehr als 116 Millionen US-Dollar.
“Es wird Fehler geben”
Übrigens: Mehrere prominente Unterstützer von Zcash halten die Sorge vor einer tatsächlichen Ausnutzung der Lücke für übertrieben. Craig Salm von Grayscale bezeichnete ein entsprechendes Szenario als unwahrscheinlich. Auch Gemini-Mitgründer Cameron Winklevoss betonte, dass Sicherheitsfehler in Blockchain-Netzwerken vorkommen können. Entscheidend seien die schnelle Entdeckung und Behebung.
Die Zcash-Entwickler prüfen nun weitere Maßnahmen. Diskutiert wird unter anderem die Einführung eines neuen Shielded Pools, um die Integrität des Umlaufs künftig besser nachweisbar zu machen.
