Die Bank of Korea startet im September die zweite Phase ihres Pilotprojekts für eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) und weitet den Praxistest auf insgesamt neun Geschäftsbanken aus. Das berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Erstmals sollen dabei reale Transaktionen mit digitalen Einlagen durchgeführt werden. Die Infrastruktur kommt dabei von der Zentralbank Südkoreas.
Zu den beteiligten Instituten zählen mit der KB Kookmin Bank, Shinhan Bank, Hana Bank und Woori Financial Group vier der größten Finanzunternehmen Südkoreas. Gemeinsam mit der Regierung hofft man, die Landeswährung Won an das digitale Zeitalter anzupassen. So soll die CBDC in der Lage sein, Transaktionen rund um die Uhr abzuwickeln.
Die konkreten Schritte erklärte ein Vertreter der Bank of Korea gegenüber Yonhap so: „Die Bank of Korea wird die Infrastruktur für die institutionelle CBDC bereitstellen, und jede Bank wird ihr eigenes Geschäft mit Einlagen-Token durchführen. Mit der zweiten Phase werden wir die Grundlage für eine Kommerzialisierung schaffen.“
Parallel dazu arbeiten mehrere Banken an der technischen Infrastruktur für mögliche Won-Stablecoins. Laut Bericht soll die Hana Bank bereits an Systemen für Ausgabe, Rücknahme, Abwicklung, digitale Wallets und Geldwäschekontrollen arbeiten.
Europäische CBDC soll 2029 kommen
Derweil nehmen auch in Europa die Entwicklungen an einer eigenen CBDC an Fahrt auf. Laut Plänen der Europäischen Zentralbank (EZB) soll das Prestigeprojekt spätestens 2029 voll einsatzfähig sein. Jüngst hatten die Währungshüter aus Frankfurt dazu eine weitere Testphase eingeleitet und dazu 36 Zahlungsdienstleister eingeladen.
Die Debatte um die CBDC bleibt dabei emotional geladen. Brüssel und die EZB betonen, der digitale Euro sei wichtig, um europäische Zahlungssouveränität zu stärken. Kritiker äußern derweil Datenschutzbedenken.
