Geopolitik revisited: Russische Experten unterstützen Irans Krypto-Wirtschaft

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 4 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Quelle: Shutterstock

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Die Russische Vereinigung für Kryptowährungen und Blockchain (RACIB) will den Iran künftig dabei unterstützen, ein Bezahlsystem für Digitalwährungen einzurichten. In der vergangenen Woche ist der Verband mit der iranischen Blockchain-Forschungsstelle eine entsprechende Partnerschaft eingegangen. Dabei gilt die Zusammenarbeit vor allem als Antwort auf die amerikanischen Wirtschaftssanktionen, unter denen der Iran derzeit ächzt. Nachdem Anfang des Jahres bereits Venezuela russische Hilfe gegen die Zwangsmaßnahmen aus Washington erhalten haben soll, hält die globale Geopolitik mit der Krypto-Partnerschaft zwischen Teheran und Moskau abermals Einzug in den Krypto-Sektor.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Nachdem bereits Venezuela russische Unterstützung beim Launch seiner angeblichen Ölwährung Petro erhalten haben soll, darf nun auch der Iran auf das Kalkül des Kalten Krieges hoffen.

Wie die staatsnahe Nachrichtenplattform Sputnik in der vergangenen Woche berichtete, wollen russische Experten des Krypto-Verbands RACIB den Iran nun unterstützen, seine Wirtschaft gegen amerikanische Sanktionen in Stellung zu bringen.

So hätten Vertreter des Verbands gemeinsam mit der quasi-staatlichen Blockchain-Forschungsstelle Iran Blockchain Labs (IBL) im armenischen Jerewan in der vergangenen Woche eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben. Dabei ginge es vor allem darum, den Iran bei der Herausgabe einer eigenen Bezahlplattform, die, ähnlich dem internationalen Pendant SWIFT, Zahlungsströme zwischen Banken verwalten soll. SWIFT hatte auf Druck des amerikanischen Finanzministeriums vergangene Woche die Aktivität im Iran eingestellt.

„Bisher sieht die Vereinbarung eine Zusammenarbeit durch Beratung vor. Russische Entwickler und Experten genießen im Ausland einen ziemlich guten Ruf, sodass das Interesse des Iran an ihrer Erfahrung verständlich ist“,


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beschreibt RACIB-Präsident Yury Pripachkin die Partnerschaft. Ein kommendes Krypto-Bezahlsystem solle künftig nicht nur im Alltag unabhängig eingesetzt werden können. Zudem sei es supranational angelegt, so Pripachkin, und läge damit außerhalb der Handhabe amerikanischer Sanktionen.

Zum Hintergrund: Die USA unter Trump – Absage an den Iran-Deal

Derzeit ächzt der Iran unter dem Druck amerikanischer Strafmaßnahmen. Denen unterliegt das Land aufgrund seiner angeblichen Nuklear-Ambitionen seit nunmehr einem halben Jahr. US-Präsident Trump nutzt dabei vor allem das globale Finanzsystem als Waffe gegen Teheran.

Seitdem die Amerikaner den von Barack Obama und der EU vorangetriebenen Iran-Deal im September aufgekündigt hatten und Anfang November mit ihrem bisher entschiedensten Schritt Strafmaßnahmen gegen den iranischen Öl-, Bank- und Seeverkehr einleiteten, befindet sich die iranische Wirtschaft in einer Abwärtsspirale. Der Wert des Rial befindet sich auf Talfahrt, während die Rohstoffpreise explodieren.

Vor allem jedoch haben die US-Sanktionen zum Rückzug von Unternehmen und Finanzinstituten geführt. Diese geben ihre Investitionen im Iran lieber auf als ihrerseits Sanktionen des US-Finanzministeriums in Kauf zu nehmen. Auch vor der Krypto-Branche macht der jüngste Exodus nicht Halt. So forderte etwa die maltesische Krypto-Exchange Binance in der vergangenen Woche ihre iranische Kunden auf, Krypto-Anlagen abzuheben. Immer mehr Iraner waren zuletzt in Angst vor einer Entwertung des Rial mit ihren Vermögen ins Digitale geflüchtet.

Als bisher wohl einschneidenste Abwanderung kehrte der Brüsseler Zahlungsdienstleister SWIFT Teheran vergangene Woche den Rücken zu. Seitdem sind breite Teile des iranischen Finanzapparates vom globalen Interbankenmarkt und dem internationalen Zahlungsverkehr isoliert.

Kryptowährungen & Geopolitik: Der Iran auf vorgetretenen Pfaden

Die iranische Antwort darauf folgte prompt: Als direkte Reaktion verkündete die Informatics Service Corporation (ISC), sie arbeite auf Wunsch der iranischen Notenbank an einer staatlich emittierten Kryptowährung. Diese soll ISC-Chef Seyyed Abotaleb Najafi zufolge vom iranischen Rial gedeckt sein.

Einen solchen Krypto-Rial hatte die Regierung bereits im Februar anklingen lassen, bislang jedoch immer wieder mit Regulierungsversuchen mit Blick auf den Bitcoin Schlagzeilen gemacht.

Dass bei dem neu auflodernden Engagement niemand Geringeres als Russland Kohlen ins Feuer wirft, scheint wenig verwunderlich. So gelten die russisch-amerikanischen Beziehungen derzeit als besonders zerrüttet. Während Washington Moskau aufgrund der mutmaßlich russischen Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2016 mit Sanktion belegt, taktiert der Kreml. So soll Moskau bereits hinter dem Petro-Launch Venezuelas stecken. Berichten zufolge hätten russische Regierungsoffizielle mit dem persönlichen Segen Wladimir Putins den Südamerikanern bei der Entwicklung der staatlichen Kryptowährung zur Seite gestanden.

Wie der Iran versucht auch Venezuela seit diesem Jahr den amerikanischen Sanktionen mit einem Sprung in den Kryptosektor zu entfliehen. Bislang erntet die Regierung dabei jedoch nur mäßigen Erfolg. Während Caracas immer wieder positive Meldungen zur Integration des Petros in den venezolanischen Alltag streut, zweifeln Beobachter an der tatsächliche Existenz der angeblichen Ölwährung.

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