Ein Krypto-Fan als US-Präsident? – Andrew Yang will ins Weiße Haus

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Ein Krypto-Fan als US-Präsident? – Andrew Yang will ins Weiße Haus

Der New Yorker Unternehmer Andrew Yang rüttelt dieser Tage am Fundament der demokratischen Partei. Der politische Neuling gilt als Senkrechtstarter der Demokraten und ist bekennender Blockchain-Fan. Nachdem er bereits im April einen möglichen Gesetzesrahmen für Kryptowährungen vorstellte, wirbt Yang auf der New Yorker Consensus-Konferenz in dieser Woche um die Unterstützung der Krypto-Szene. Zwar scheint Yang derweil laufend an Zuspruch zu gewinnen. Ob er sich jedoch gegen das Partei-Establishment durchsetzen und ins Rennen um das Weiße Haus einsteigen kann, ist fraglich.

Zwar stehen die US-Präsidentschaftswahlen erst im November des kommenden Jahres an. Im Vorfeld der großen Partei-Konferenzen ist das interne Rennen um die Pole-Position der Demokraten und Republikaner jedoch bereits lange eröffnet. Gleichzeitig werben die derzeit 26 potentiellen Kandidaten schon heute eifrig um die Unterstützung der Bevölkerung. Einer von ihnen ist der New Yorker Unternehmer und politische Neuling Andrew Yang.

Der 44-Jährige gilt dieser Tage als unverhoffter Senkrechtstarter der demokratischen Partei. Er will Amerika fit für das vermeintlich anstehende Zeitalter der Robotik und den Verlust von Arbeitsplätzen machen. Aufgrund seiner für USA radikalen Forderungen wie etwa nach einem bedingungslosen Grundeinkommen sorgt er dabei unter den US-Amerikanern sowohl für Begeisterung als auch für Furore.

Wie die US-Wirtschaftsnachrichten Bloomberg berichten, warb der bekennende Krypto-Fan und Blockchain-Enthusiast auf der Consensus-Konferenz in New York in dieser Woche hierfür um die Unterstützung der Krypto-Gemeinde. Er sei überzeugt von den Möglichkeiten der neuen Technologien und wolle die US-Wirtschaft mit deren Hilfe für die Zukunft aufstellen.

Ich glaube, dass Blockchain ein großer Teil unserer Zukunft sein muss. Wenn ich im Weißen Haus bin, Junge, wird die Krypto-Community Spaß haben.

Um Blockchain-Technologien und besonders Kryptowährungen jedoch zur Blüte zu verhelfen, brauche es nun vor allem regulatorische Sicherheit, ist sich der ehemalige Start-up-Beauftrage von Ex-Präsident Obama sicher.

Yang fordert gesetzliche Klarheit

Bereits im vergangenen Monat hatte Yang in diesem Zuge einen möglichen Gesetzrahmen für Kryptowährungen ins Spiel gebracht. Damit erntete er viel Zuspruch aus der Szene. Hierin spricht er sich für klare Definitionen, Steuerregelungen und Zuständigkeiten der Behörden wie etwa der Wertpapieraufsicht SEC aus. Auf der Consensus-Konferenz unterstrich er diese Vorschläge.

Wir müssen nur die Verkehrsregeln festlegen. Wir müssen herausfinden, welche Agentur sich um welche Währungen kümmert. Es wäre bedauerlich, wenn wir jedes Mal, wenn eine neue Währung herauskommt, aufs Neue entscheiden müssten, welcher Gesetzesrahmen gilt.

Wie bereits andere Kandidaten nimmt auch Yang für seinen Wahlkampf Spenden in Bitcoin & Co. entgegen, stößt dabei jedoch auf die Auflagen der US-Wahlaufsicht. Diese verbieten anonyme Spenden. Auch hier zeigte er in dieser Woche Unterstützung für die Krypto-Szene, die ebensolche nicht-rückverfolgbare Zahlungsmöglichkeiten seit jeher vehement einfordert.

Yangs Ideen begeistern junge US-Amerikaner – Reicht das gegen das Partei-Establishment?

Hätte man die US-Amerikaner noch vor ein paar Jahren gefragt, was sie von einem bedingungslosen Grundeinkommen halten, viele hätten abgewunken. Dieser Tage jedoch gewinnt Andrew Yang mit seiner Idee der Freiheitsdividende, wie er das Grundeinkommen von 1.000 US-Dollar nennt, vor allem unter jungen US-Amerikanern zunehmend an Unterstützung. Finanzieren will der Sohn taiwanesischer Einwanderer die staatlichen Gelder mit einer Sondersteuer auf die Tech-Giganten der US-Westküste. Gerade von der Generation der Millennials, die dem Boom des Silicon Valley auf ihren Smartphones beinahe täglich begegnen und sich von einem möglicherweise nahenden Strukturwandel durch Robotik und Künstliche Intelligenz betroffen sehen, erhält er hierfür großen Zuspruch.

Ob sich Yang als Kandidat der demokratischen Partei durchsetzen kann, gilt derzeit als fraglich. So wird es der Unternehmer auf dem Parteikonvent der Demokraten im Juli 2020 schwer haben. Mit Bernie Sanders, Elisabeth Warren und nicht zuletzt Joe Biden stehen ihm gleich drei etablierte politische Schwergewichte entgegen. Während Sanders mit seiner Idee eines sozialistischen Amerikas ebenfalls besonders junge US-Amerikaner elektrisiert, gilt die krypto-skeptische Senatorin Warren als ausgemachte Hoffnungskandidatin der Partei. Wie auch der alternde Ex-Vizepräsident Joe Biden wird sie dem Establishment der Demokraten zugeschrieben. Unter den Delegierten können sie sich damit auf ein sicheres Fundament stützen. Damit besitzen sie derzeit die größten Hoffnungen für das Rennen ums Weiße Haus.

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