Die Lage am Mittwoch: Bitcoin-Automaten? Nicht so schnell.

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Die Muttergesellschaft von bitcoin.de hat nun eine Bankenlizenz übernommen und kann damit theoretisch Bitcoin-Automaten aufstellen. Theoretisch. Doch bis das passieren kann, fehlt es noch an einigen Details. Die Lage am Mittwoch.

Es hört sich zunächst recht positiv an, was man aktuell zum Thema Bitcoin-Automaten liest. Denn die Bitcoin Group SE hat sich Anteile an der Tremmel Wertpapierhandel GmbH gesichert. Und zwar alle. Zu einem „niedrigen siebenstelligen“ Preis in Euro hat das Unternehmen laut Pressemitteilung auch die Banklizenz des Wertpapierdienstleisters erworben. Dadurch erhofft man sich nun

„eigene Produkte in Verbindung mit Kryptowährungen zu emittieren, Eigenhandel mit Kryptowährungen durchzuführen und Geldautomaten für Kryptowährungen zu betreiben.“


Das mag theoretisch zunächst stimmen. Doch um diese Automaten letztlich auch aufstellen zu können, gibt es eine nicht zu verachtende Hürde. Und die heißt: Kenne deinen Kunden.

Know Your Customer: Kenne deine(n) Kunden

Das oft als KYC abgekürzte Verfahren ist in Deutschland nämlich verpflichtend. Wie der Name bereits erahnen lässt, geht es beim Know-Your-Customer-Prozess darum, seine Kunden zu kennen. Die Vorschrift gilt insbesondere für Kreditinstitute und Versicherungen und soll der Verhinderungen von Geldwäsche dienen. So ist das Kreditinstitut letzten Endes dazu verpflichtet, die Kunden vor jeglichen Geldgeschäften einwandfrei zu identifizieren. Das gilt dann eben auch für Bitcoin-Automaten: Diese müssten mit einer Vorrichtung ausgestattet sein, die die Kunden später verwechslungsfrei identifiziert.

Anders als etwa in der Schweiz oder Österreich, wo es bereits Bitcoin-Automaten gibt, ist diese Regelung für deutsche Kreditinstitute verpflichtend. Sieht man davon ab, befindet sich Bitcoin nach wie vor in einem rechtlichen Schwebezustand.

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Rechtliche Lage: Ungeklärt.

Die rechtliche Lage ist in Bezug auf Kryptowährungen nämlich nach wie vor ungeklärt. Da gibt es zwar das Urteil des Kammergerichts Berlin, auf das sich gerne berufen wird. Doch das hat nach wie vor keine Allgemeingültigkeit. Zwar erklärte das Kammergericht die bisherigen Bestimmungen der BaFin darin als ungültig. Doch diese ist an das Urteil keinesfalls gebunden und kann damit die Aufstellung von Bitcoin-Automaten nach wie vor verhindern. Eine endgültige Entscheidung kann hier nur der Bundesgerichtshof bringen. Und  dieser lies bis dato nichts dergleichen verlauten. (Mehr dazu)

BaFin greift durch

Die BaFin war es auch, die beschloss, dass die Finatex LTD aus Aachen ihren Betrieb vorerst einstellen musste. Auf ihrer Plattform www.crypto-capitals.com betrieb diese – ohne Erlaubnis – den Handel mit CFDs für Kryptowährungen. CFDs für Kryptowährungen darf die Plattform in Deutschland demnach nur anbieten, wenn sie eine Genehmigung dafür bekommt. Wenn.

Staaten adaptieren Kryptowährungen – zumindest teilweise

Doch schaut man sich um, so sind Staaten nicht überall so langsam mit der Adaption von Kryptowährungen. Denn laut einer aktuellen Studie befand sich zu Hochzeiten einer von vierzig BTC in staatlichem Besitz. Der Löwenanteil fiel dabei jedoch – man ahnt es – auf die Vereinigten Staaten von Amerika. Denn die USA beschlagnahmte im Laufe der Jahre insgesamt 200.000 BTC – und versteigerte sie später in Auktionen.

In Übersee könnte sich das Klima in Bezug auf Kryptowährungen ohnehin bald etwas milder gestalten. Nach den Midterm-Wahlen stand nämlich fest: Kalifornien, Colorado und Wyoming haben bald krypto-freundliche(re) Gouverneure. Mit der Wahl von Gavin Newsons in Kalifornien wählten die Wähler einen Gouverneur, der in seinem Heimatstaat der Blockchain-Industrie gegenüber offen und wohlwollend eingestellt ist.

Gleichzeitig macht sich mit Initiative Q ein Geldsystem breit, das Kryptowährungen als ernsthafte Konkurrenz gelten soll. Doch wird das Erfolg haben? Vermutlich nicht.

Und Bitcoin?

Der Kurs der führenden Kryptowährung nach Marktkapitalisierung trödelt weiter gemächlich seitwärts. Mit einem Kurs von knapp 6.350 US-Dollar verlor er in den letzten sieben Tagen knapp einen Prozent. Im Monatsverlauf liegt er jedoch – wenn auch nur mit einem Prozent im Plus. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei knapp 110,4 Milliarden US-Dollar.

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