Dezentrale Börsen: Die Zukunft von Bitcoin

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Dezentrale Börsen: Die Zukunft von Bitcoin

Die Zukunft von Bitcoin und anderen Kryptowährungen liegt auf dezentralen Börsen (Exchanges) – da sind sich so unterschiedliche Menschen wie Vitalik Buterin und John McAfee einig. Was es mit dezentralen Börsen auf sich hat und warum sie sicherer als ihre zentralen Alternativen sind: zentrale Börsen vs. dezentrale Börsen.

Das aktuelle Umfeld von Bitcoin und anderen Kryptowährungen ist äußerst anfällig für drei der schlechtesten Ratgeber für private Investoren: Fear, Uncertainty and Doubt. Sich von FUD beim Handel mit Bitcoin leiten zu lassen, sollte man tunlichst vermeiden. Doch bei den immer wieder auftretenden Verdachtsmomenten gegenüber zentralisierten Börsen darf es kaum verwundern, dass auch die hartgesonnenen Krypto-Enthusiasten bisweilen Zweifel hegen. Darum brauchen wir dezentrale Börsen.

Zentrale vs. dezentrale Exchanges

Eines der Grundprinzipien und größten Vorteile von dezentralen Börsen ist es, dass sie – genau wie Bitcoin – keinen zentralen Angriffspunkt haben. Das Fehlen eines Single Point of Failure ist es letztlich, das die Alternativen zu BitMex, Kraken und Binance so attraktiv macht. Die Nutzer treten direkt miteinander in Kontakt, es gibt keine Mittelsmänner, die sich zwischen Handelnde und ihre Kryptowährungen schalten (können).

Damit gibt es also auch keine zentralen Server, auf der die Kryptowährungen liegen. Das erschwert den Zugriff durch Behörden in gleichem Maße, wie es unerwünschte Angreifer abhält. Und darin gleichen die dezentralen Börsen auch der Grundstruktur der Bitcoin-Blockchain. Diese ist ebenso darauf ausgerichtet, dass es keinen einzelnen Angriffspunkt gibt – Satoshi Nakamoto bezeichnete Bitcoin als Peer-to-Peer-Netzwerk. Ein Netzwerk also, bei dem einzelne Nutzer direkt miteinander in Verbindung treten. Dezentrale Systeme bieten außerdem noch weitere Vorteile gegenüber zentralisierten Systemen. Im Folgenden einige Beispiele.

Börsen-Hacks: Sicherheitslücken in zentralisierten Systemen

Mt.Gox – Momente des Misstrauens

Eine der wohl einschlägigsten und ersten Fälle, bei denen Misstrauen gegenüber zentralisierten Börsen aufkamen, ist die Geschichte der japanischen Börse Mt.Gox. Sie war im Jahr 2013 die Bitcoin-Börse schlechthin, 60 Prozent des globalen Handelsvolumens von Bitcoin liefen damals über Mt.Gox. Was dann passierte, ist Bitcoin-Geschichte: Ein nicht aufgeklärter Hack, bei dem plötzlich 850.000 Bitcoin verschwunden waren. Bis zum heutigen Tage sind die Bitcoin nicht wieder aufgetaucht, die Nutzer warten nach wie vor auf ihre Einlagen – vergeblich. Um das Ganze zu toppen, tauchte dann vor Kurzem eine mysteriöse Wallet auf, bei der erheblicher Verdacht besteht, dass sie einem alten Mt.Gox-Wal gehört. Hinzu kommt, dass die Bewegungen mit einem erheblichen Einbruch im Bitcoin-Kurs einhergingen. Doch das ist eine andere Geschichte.

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Binance, Youbit, Bitstamp & Co.: Single Points of Failure

Was mit Mt.Gox seine Anfänge nahm, pflanzte sich in der Welt der Kryptowährungen expansiv fort. Im Januar 2015 fiel Bitstamp einem Hack zum Opfer, bei dem insgesamt 19.000 Bitcoin verloren gingen. Damaliger Gegenwert: fünf Millionen US-Dollar. Der Grund: Die Wallets der Börse waren korrumpiert. Kurze Zeit später vermeldete LocalBitcoins einen Angriff – hier war es das Chatsystem, über das die Angreifer Zugriff auf eingelagerte Kryptowährungen bekamen. 2016 war dann BitFinex an der Reihe. Hier war es die stolze Summe von 120.000 BTC, die sich Hacker durch eine Sicherheitslücke im System erbeuteten. Ob Nice Hash, Coincheck oder Binance – die Liste könnte endlos weitergeführt werden. Was alle diese Angriffe gemeinsam hatten: Die Krypto-Diebe fanden eine einzelne Hintertür, die sie aufbrechen konnten – den Single Point of Failure. Ein Grund mehr für dezentrale Börsen.

Steht im Verdacht, Krypto-Krieg zu führen: Kim Jong-un

Politische Brisanz: Kim Jong-uns mutmaßlicher Cyber-Krieg

Wendet man seinen Blick nach Ostasien, bekommt die (Un-)Sicherheit von zentralisierten Börsen obendrein politisches Gewicht. Denn schenkt man Berichten der Nachrichtenagentur Bloomberg Glauben, so verbirgt sich das nordkoreanische Regime hinter einigen Angriffen auf südkoreanische Börsen. Und es ist nicht unwahrscheinlich, dass Donald Trumps geliebter Feind Kim Jong-un hinter diesen Angriffen steckt. Denn im Besitz von Kryptowährungen wäre Nordkorea nicht nur in der Lage, die Wirtschaft des südlichen Nachbarn zu schwächen. Vielmehr erlaubt der Umweg über Kryptowährungen, ganz ähnlich wie es in Venezuela der Fall ist, die Umschiffung US-amerikanischer Sanktionen. Wie dem auch sei: Auch bei diesen Angriffen ist es der Single Point of Failure, der die Bitcoin-Börsen zum attraktiven Angriffsziel für Hacker macht.

Dezentrale Börsen – Der Ausweg aus dem Dilemma

Allein die besprochenen Beispiele der potentiellen Angriffspunkte auf zentralisierte Krypto-Börsen sprechen eine deutliche Sprache. Ethereum-Gründer Vitalik Buterin fand in diesem Zusammenhang noch deutlichere Worte:

„Ich hoffe, dass zentralisierte Börsen in der Hölle schmoren!“

Auf der TechCrunch Sessions: Blockchain 2018 kritisierte Buterin vor allem die Zentralisierung von Macht, die mit zentralisierten Börsen einhergeht:

„Wir können diese dämliche Königsmacher-Macht loswerden, welche die zentralen Börsen dazu befähigt, einfach zu entscheiden, welche Token groß werden. Je weiter wir uns von dieser Welt entfernen, desto mehr nähern wir uns Werten wie Offenheit und Transparenz, für die die Blockchain eigentlich steht. Wenn es von Fiat nach Krypto geht, ist es schwer zu dezentralisieren, weil man letztendlich mit der Fiatwelt ankoppelt, welche nur einen zentralisierten Zugang hat.“

Damit spricht Vitalik Buterin einen weiteren wunden Punkt an, den zentralisierte Börsen mitbringen und dezentrale Börsen abschaffen.

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Kontrolle durch zentrale Instanzen – Entgegen dem Grundgedanken hinter Bitcoin

Auf die Gefahr hin, sich zu wiederholen: Der Grundgedanke hinter Satoshi Nakamotos Bitcoin-Protokoll ist der der Dezentralität und einem Vertrauen, das sich auf die (Blockchain-)Technologie, statt auf Instanzen wie etwa Zentralbanken oder Regierungen stützt.

Doch genau diese Rolle nehmen zentralisierte Börsen ein. Ob Binance, BitMex oder Kraken – sie alle sind Unternehmen, die von einzelnen Instanzen geleitet werden. Diese haben schließlich die Kontrolle über die Rechte ihrer Nutzer und vor allem (meistens) über ihre Private Keys.

Dezentrale Börsen lösen dieses Problem, indem die Kontrolle auf die einzelnen Nutzer und vor allem auf die Technologie abgegeben wird. Dadurch sinkt jedoch auch die Liquidität der Börsen – es gibt keine größeren Vorräte an Bitcoin und anderen Kryptowährungen, auf die die Nutzer zurückgreifen können. (Mehr dazu hier).

Fluch und Segen zugleich – dezentrale Exchanges

Die Abwesenheit einer zentralen Kontrollinstanz bringt gleichermaßen einen Nachteil mit sich: die Abwesenheit einer Kontrollinstanz. Zwar erhalten Nutzer mehr Kontrolle über ihre eingelagerten Kryptowährungen, doch sie müssen diese Kontrolle eben auch ausüben – man kann die Verantwortung nicht einfach abgeben.

Dennoch: Die Chancen stehen gut, dass die Zukunft von Bitcoin und anderen Kryptowährungen in den verteilten Händen der dezentralen Börsen liegt. Sie sind letztlich sicherer vor Hacks und geben den Nutzern die Kontrolle über ihre Assets – ganz wie es im Sinne der Blockchain-Technologie ist.

Beispiele für dezentrale Börsen sind etwa Bisq, Cobinhood, Robinhood, Bancor, IDEX oder Bitshares. Eine Erklärung im Detail findet ihr hier.

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