Das Regulierungs-ECHO: Fiatgeld ist politisches Geld – Trump irritiert auf Twitter

Quelle: Shutterstock

Das Regulierungs-ECHO: Fiatgeld ist politisches Geld – Trump irritiert auf Twitter

Beinahe täglich gibt es Berichtenswertes hinsichtlich des staatlichen Umgangs mit Bitcoin & Co. Wie immer haben wir die wichtigsten Meldungen rund um das Thema Krypto-Regulierung zusammengefasst. Alles rund um Trump, die Bank of Japan und Russlands Umgang mit Libra.

Willkommen zum Regulierungs-ECHO.

Bank of Japan: Zentralbank-Kryptos vom Tisch

Im Zuge von Facebooks Projekt Libra ist auch die Debatte um Zentralbank-Kryptowährungen entflammt, den sogenannten CBDC (Central Bank Digital Currencies). Ein Offizieller von Japans Notenbank, der Bank of Japan (BoJ), hat sich laut einem Reuters-Bericht nun in die Debatte eingeschaltet. Masayoshi Amamiya, seines Zeichens Deputy Governor der BoJ, erteilte CBDCs demnach eine Absage

Die BoJ plane keine eigene Kryptowährung, so Amamiya. Die Folgen für die Wirtschaft seien schließlich unwägbar:

Wenn Zentralbanken private Geldeinlagen durch digitale Währungen ersetzen, könnte dies die Kreditkanäle der Geschäftsbanken untergraben und negative Auswirkungen auf die Wirtschaft haben.

Außerdem müsste die Notenbank im gleichen Zuge Bargeld gänzlich abschaffen. Denn sobald die BoJ CBDC mit Negativzinsen belegt, würden sich Bürger in Bargeld flüchten. Schließlich gilt für dieses nach wie vor der so genannte Zero lower Bound, also eine Null-Prozent-Grenze für Zinsen. Anders ausgedrückt: Bargeld lässt sich nur schwierig mit Strafzinsen belegen – obgleich der IWF ebendieses monetäre Experiment bereits diskutiert.

Kein Libra-Verbot in Russland

Libra wird denselben regulatorischen Status erhalten wie alle anderen Kryptowährungen in Russland. Dies sagte Russlands stellvertretender Finanzminister Alexei Moiseev gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax. Beobachter hatten im Vorfeld befürchtet, dass Libra aufgrund der Dominanz von in den USA ansässigen Unternehmen regulatorische Bauchschmerzen von Seiten der Russischen Förderation hätte auslösen können.

Gleichzeitig konkretisierte Moiseev allerdings auch Russlands strenge Handhabe von Kryptowährungen allgemein: „Der Rubel ist unsere Landeswährung. Er soll Zahlungsmittel und Recheneinheit bleiben. Mit Kryptowährungen darf gehandelt werden, den Status von echten Währungen dürfen sie allerdings nicht erreichen“, zitiert Interfax.

Erst am 3. Juli war bekannt geworden, dass fünf US-Kongressabgeordnete Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zur Aufgabe des Vorhabens bewegen wollten. Wir berichteten.

Trump macht Geld wieder politisch

Dass staatliches Fiatgeld politisches Geld ist, ist unter Bitcoinern hinlänglich bekannt. Zwar wahren Nationalstaaten immer noch gerne den Schein von unabhängigen Zentralbanken. Doch gerade das Gebaren von Staatenlenkern wie US-Präsident Donald Trump verzerrt diese Norm mehr und mehr. Ein Tweet des mächtigsten Mannes der Welt verdeutlicht die tendenziell politische Färbung von Geld und Zentralbankpolitik abermals:

China und Europa spielen ein großes Manipulationsspiel und pumpen Geld in ihr System, um mit den USA zu konkurrieren. Wir sollten uns anpassen oder weiterhin die Puppen sein, die sich zurücklehnen und freundlich zusehen, wie andere Länder ihre Spiele weiterspielen – wie sie es seit vielen Jahren tun!

Bitcoin hingegen lässt sich von einzelnen Akteuren kaum politisch instrumentalisieren. Wie notwendig eine apolitische, neutrale Währung ist, zeigt der Trump-Tweet einmal mehr.

Jetzt in Kryptowährungen investieren: Kryptowährungen kaufen, verkaufen oder traden – wir haben die besten Broker, Börsen und Zertifikate zusammengestellt: Bitcoin kaufen | Ether kaufen | Ripple kaufen | IOTA kaufen | Broker-Vergleich

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Bitcoin Suisse beantragt Schweizer Banklizenz
Bitcoin Suisse beantragt Schweizer Banklizenz
Regulierung

Bitcoin Suisse hat eine Schweizer Banklizenz und eine Effektenhändlerlizenz bei der Schweizer Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA beantragt. Damit will das Unternehmen ihr Produktporfolio weiter ausbauen.

Japan entwickelt offenbar „Swift“ für Bitcoin & Co.
Japan entwickelt offenbar „Swift“ für Bitcoin & Co.
Regulierung

Die Regierung Japans plant laut Medienberichten, ein SWIFT-ähnliches Netzwerk für den Zahlungsverkehr mit Bitcoin, Ripple, Ethereum und Konsorten zu entwickeln. Das Zahlungsnetzwerk soll unter anderem dazu dienen, Geldwäsche durch Kryptowährungen zu vermeiden.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Facebook unter Beschuss: Verbraucherverbände appellieren an Libra Association
Facebook unter Beschuss: Verbraucherverbände appellieren an Libra Association
Unternehmen

Die Diskussionen um Libra reißen nicht ab. Facebooks geplante Kryptowährung stand diese Woche in beiden Kammern des US-Kongresses auf der Tagesordnung. Auch jenseits der Politik wollen viele das Währungsprojekt stoppen. US-Verbraucherschützer starteten nun einen weiteren Versuch. Ihre Strategie: ein offener Appell an die Mitglieder der Libra Association.

Bitcoin-ATM an jeder Ecke: Zuhause sein in 80 Ländern
Bitcoin-ATM an jeder Ecke: Zuhause sein in 80 Ländern
Bitcoin

Die Mainstream-Adaption von Bitcoin & Co. lässt sich kaum besser beobachten, als an der Verbreitung von Automaten (ATM). Die USA führen die Liste der Nationen an. Das größte Bitcoin-ATM-Netzwerk namens LibertyX hat einen Meilenstein erreicht: 1.000 Automaten, verteilt im ganzen Land. Wie Bitcoin Grenzen überwindet.

Stellar Rewards: Binance verschenkt XLM und unterstützt Staking
Stellar Rewards: Binance verschenkt XLM und unterstützt Staking
Altcoins

Binance will Stellar Lumen (XLM) im Wert von rund 745.000 Euro an seine Community verschenken. Die weltweit führende Krypto-Börse hat – selbst unbemerkt – eine beachtliche Menge an Staking Rewards von Stellar erhalten und will diese nun an Nutzer ausschütten, die den Token halten. Künftig wird Binance außerdem das Staken von XLM anbieten.

Konkurrenz für Tether: Stable Coin von Huobi steht vor dem Launch
Konkurrenz für Tether: Stable Coin von Huobi steht vor dem Launch
Altcoins

Die Krypto-Börse Huobi hat den Launch des eigenen Stable Coins HUSD angekündigt. Das Gemeinschaftsprojekt von Huobi, Stable Universal und der Paxos Trust Company
soll am 22. Juli auf den Markt kommen. Die Partner kündigen den Token als bessere Option für Nutzer von Stable Coins an – und damit als Alternative zu Marktführer Tether.

Angesagt

YCash: ZCash Fork erfolgreich verlaufen
Altcoins

Der Privacy Coin ZCash hat Konkurrenz aus den eigenen Reihen bekommen. Howard Loo, langjähriger ZCash-Supporter fürchtet um die Zukunft des Projekts und hat daher die Fork YCash ins Leben gerufen. Die Fork fand am heutigen Freitag, dem 10. Juli, statt.

Bitcoin & Co.: Warum Dezentralisierung nicht alles ist
Sponsored

Seit Satoshi Nakamoto Bitcoin ins Leben gerufen hat, hat sich ein gewaltiges Ökosystem gebildet. Die Nischenwährung entwickelte sich sehr schnell zum Anlagevehikel und löste eine technologische Umwälzung aus. Dabei stand vor allem ein Schlagwort im Mittelpunkt: Dezentralisierung. So gut diese im Finanzwesen auch sein mag, sollte sie dennoch nicht als Non-Plus-Ultra gelten.

MOBI: BMW, Ford & Co. präsentieren Blockchain-Lösung
Blockchain

MOB: BMW, Ford und andere Automobil-Unternehmen lancieren eine Blockchain-Lösung für Identitätsstandards bei Mobilfahrzeugen.

Blockstream: Bullish für Bitcoin Lightning Network
Krypto

Während sich der Bitcoin-Kurs von den Strapazen der letzten Tage wieder erholt, steht die technische Entwicklung keineswegs still. So wartet Blockstream mit einer Implementierung für das BTC Lightning Network auf. Dieses soll die Skalierbarkeit der Kryptowährung deutlich verbessern.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: