BTC-Kursanalyse KW04 – Der Kampf um den Langzeittrend

Auch wenn sich Bitcoin nach dem Kurssturz auf 7.600 Euro erholen konnte und auf bis zu 10.585,60 Euro anstieg, befindet sich der Kurs weiterhin in einem Abwärtskanal und testet aktuell den Langzeittrend bei 8.740 Euro. 



Zusammenfassung

  • Der Bitcoin-Kurs ist in dieser Woche gefallen.
  • Nach dem Kurssturz der letzten Woche konnte sich der Kurs zwar kurzfristig erholen, testete damit jedoch nur die Resistance des aktuellen Abwärtskanals.
  • Wichtigster Support liegt bei 8.238,92 Euro, die wichtigste Kurzzeitresistance bei 9.881 Euro.

An die bearishe Einschätzung der letzten Woche schloss sich ein weiterer dramatischer Kurssturz an, der die erste Supportlinie durchbrach, jedoch vor der zweiten zu einem Stillstand kam. Der Kurs konnte kurzfristig wieder ansteigen, jedoch den bestehenden Abwärtstrend nicht nachhaltig überwinden und fällt seit vorgestern wieder. Das aktuelle Verhalten, mitsamt der derzeitigen politischen Entwicklungen im asiatischen Raum und die Ankündigung seitens Deutschlands und Frankreichs zur Regulation des Bitcoins führen zu einer angespannten Stimmung auf dem Markt: Die einen warten gespannt auf eine Kaufmöglichkeit, die anderen sind ob des Kurses besorgt. Beide Seiten blicken gemeinsam auf die Kursbewegungen – und wirklich gut sehen diese nicht aus.

Der MACD (zweites Panel von oben) ist negativ, ebenso liegt die MACD-Linie (blau) unter dem Signal (orange).

Der RSI liegt bei 37 und ist damit bearish.

Insgesamt ist deshalb die Situation gemäß Kurs, Trend und Indikatoren bearish.

Der wichtigste Support entspricht dem 78,6-%-Fib-Retracement-Level (bezüglich dem Kursminimum und dem Kursmaximum letzter Woche) bei 8.238,92 Euro. Sollte dieser Support fallen, wäre der nächste wichtige Support nach einem Test des Wochenminimums beim Support des Abwärtskanals zu finden, welcher aktuell bei 6.159,27 Euro liegt. Wie noch gezeigt wird, hängt an dem aktuellen Support auch einiges bezüglich der langfristigen Entwicklung von Bitcoin.

Die wichtigste Resistance wird durch das 23,6-%-Fib-Retracement-Level bei 9.881 Euro beschrieben. Ein Steigen über diesen Wert würde Hoffnung auf einen durchbrochenen Abwärtskanal wecken. Eine weitere Resistance bei 12.240,09 Euro würde schließlich den flacheren Abwärtstrend, welcher seit Erreichen des Allzeithochs den Kurs bestimmt, beenden und nachhaltig den Weg zu neuen Kurshöhen ebnen.

Die Rolle des Langzeittrends

Warum nun „der Kampf mit dem Langzeit-Trend“? Ein Blick auf den 1W-Chart für das Wertepaar BTC/USD, also den Chart mit Wochenkerzen, offenbart aktuell einen Test des exponentiellen gleitenden Mittelwerts über 20 Wochen:

Zur besseren Visualisierung der Langzeitentwicklung wurde eine logarithmische Darstellung gewählt, so können auf einen Blick die jüngsten Kursbewegungen mit mehreren Jahre alten Kursentwicklungen verglichen werden. Es ist zu sehen, dass der Kurs sich seit Oktober 2015 über dem exponentiellen gleitenden Mittelwert der letzten 20 Wochen (dargestellt als dicke rote Linie, auch kurz als EMA20 bezeichnet) halten konnte. Die großen Kurskorrekturen im Jahr 2017 haben diesen EMA20 angetestet, aber nie nachhaltig unterschritten. Seit 2012 kam es zu Kursen unterhalb dieses exponentiellen gleitenden Mittelwerts nur vier Mal – kurzfristige Tests, die für ein, zwei Wochen unterhalb desselben waren, nicht mitgezählt. Die Ereignisse sind im Chart eingezeichnet.

Das Unterschreiten dieses EMA20 wird zum Teil als Beginn eines Bärenmarktes gesehen. Zwar ist festzuhalten, dass in drei von vier Fällen keine nachhaltige Kurskorrektur eintrat – im rot eingezeichneten Unterschreiten dieses Mittelwertes führte dies jedoch zu einer langen Durststrecke für Langzeitinvestoren. Außerdem ist festzuhalten, dass dieser EMA seit über zwei Jahren nicht unterschritten wurde. Entsprechend gespannt verfolgen Investoren die aktuellen Kursentwicklungen, um zu sehen, ob Bitcoin sich über der EMA20-Linie halten kann, beziehungsweise wie lange Bitcoin auf „Tauchgang“ geht.

Sollte der Kurs unter diesen EMA20 fallen, ist jedoch auch Ruhe das erste Gebot der Stunde: Nicht umsonst wurden Ereignisse eines nachhaltigen Unterschreitens dieser wichtigen Supportlinie betrachtet. Wenn der Kurs also wenige Tage auf Tauchgang geht, ist das noch kein Grund zur Panik. Es sollte auch berücksichtigt werden, dass Bitcoin im Januar der letzten Jahre ebenfalls immer schlecht performt hat.

Disclaimer: Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten. 

BTC-ECHO

Bilder auf Basis von Daten von coinbase.com beziehungsweise bitstamp.com um 10:00 Uhr am 23. Januar erstellt

Über Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp GieseDr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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