Bitcoin-Kurs fällt – Verschnaufpause am Krypto-Markt

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Quelle: Shutterstock

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Der Bitcoin-Kurs ist in der Nacht zum 2. Juli stark gefallen. Mit einem Minus von knapp 11 Prozent liegt der Kurs der größten Kryptowährung nach Marktkapitalisierung nun bei 9.780 US-Dollar. 

Wenn der Bitcoin-Kurs im zweistelligen Bereich nach unten rutscht, ist die Suche nach Gründen naheliegend. Während in ferner Vergangenheit häufig Ereignisse wie das chinesische Neujahr oder Korrelationen mit US-amerikanischem Banker-Verhalten bemüht wurden, kommt man damit bei abgeklärten Krypto-Fans heute nicht mehr weit. Dennoch stellt sich die Frage: Was ist in der letzten Zeit im Kryptoversum passiert?


Da ist zunächst das niederländische Kabinett, das Geldwäschern auf den Pelz rücken will. So will die Behörde die gesetzlichen Vorschriften für Krypto-Handelsplätze strenger gestalten. Finanzminister Wopke Hoekstra stellte in einem Brief an das Unterhaus des niederländischen Parlaments am 30. Juni einen gemeinsamen Aktionsplan vor. Ob eine niederländische Mini-Armee von verängstigten Geldwäschern jedoch ausreicht, um den Bitcoin-Kurs derartig ins Wanken zu bringen, ist fraglich. Auch die Tatsache, dass vergangene Woche wieder eine kleinere Bitcoin-Börse mit Nutzergeldern verschwunden ist, dürfte nicht ausreichen, um den Kurs nach unten zu drücken.

Treiben Wale den Bitcoin-Kurs nach unten?

Interessanter ist da schon der Blick ins Krypto-Walfischbecken. Laut den Informationen von Whale Alert bewegten die sogenannten Bitcoin-Wale, also Halter großer Mengen an Coins, zwischen 20 Uhr (1. Juli) und 8 Uhr (2. Juli) insgesamt 9.095 Einheiten der Kryptowährung. In derselben Zeit verlor der BTC-Kurs knapp 1.000 US-Dollar. Beim derzeitigen Bitcoin-Kurs sind das also etwa 89,4 Millionen US-Dollar, die in derselben Zeitspanne bewegt worden sind. Hier bietet sich die Interpretation an, dass sich die berüchtigten Wale dazu entschlossen, Gewinne zu realisieren und damit den Kurs vorerst beeinflussten. Zieht man in Betracht, dass sich inzwischen ein wachsender Anteil an institutionellen Investoren im Krypto-Markt befindet, ist es durchaus möglich, dass diese an den Kursbewegungen teilhaben.

Dr. Julian Hosp zur Verschnaufpause

Denkbar ist also das Auslösen einer Reihe an Verkaufsaufträgen, die seit dem Erreichen des Jahreshochs am 26. Juni ausgelöst worden sind. Diese Sicht teilt auch Dr. Julian Hosp. Gegenüber BTC-ECHO sagte er:

Es gibt jetzt Leute, die bei 4.000 bis 5.000 US-Dollar [Bitcoin] gekauft haben und sich jetzt ihre 100 Prozent Gewinn sichern. Das ist eine kurzfristige Verschnaufpause. Die institutionellen Investoren, die jetzt im Markt sind, sind sehr risikoavers. Die warten jetzt einfach ab. Langfristig sehe ich alles intakt. Das ist gesund und zeigt, dass wir nicht in einer Blase sind.

Als möglichen Auslöser sieht Hosp allerdings eine Liquidierung bei den Betreibern des Stable Coins Tether. Die Tether Limited habe demnach versucht, die Marktkapitalisierung von Tether zu senken. Demnach habe das Jahreshoch dazu geführt, dass die Rallye vorzeitig angehalten worden ist:

Ursprünglicher Auslöser war, dass sich Tether Liquidität aus dem Markt gezogen hat. Das heißt, sie haben BTC gegen Tether verkauft, um die Marktkapitalisierung von Tether runterzuziehen. Das waren die ersten fünf bis sieben Prozent. Das hat die Rallye meiner Ansicht nach abgewürgt. Das waren also erst einmal keine Käufer, die verkauft haben.

Demnach sei dieses Abkühlen jedoch kein Grund, in Panik auszubrechen. Der Langzeit-Horizont beschert gute Aussichten:

Auf lange Sicht sind wir jedenfalls auf einem guten Weg. Wir sehen jetzt sicher nicht so starke Boom-Zyklen [wie im Jahr 2017]. Ich glaube auch nicht, dass wir dieses Jahr ein Allzeithoch sehen werden.

Grund zur Panik also? Ein Blick auf die technischen Daten mag hier Aufschluss bringen.

Technische Analyse zum Bitcoin-Kurs

Unser Chief Analyst Dr. Philipp Giese sieht nun vor allem die 6.132-US-Dollar-Marke als wichtige Testmarke:

Wie jüngst beschrieben, gab es durchaus bearishe Argumente für eine Bitcoin-Kursprognose. Wo kann beim aktuellen Dump die Reise noch hingehen? Pessimistisch betrachtet steht ein Test des MA20 im Wochenchart (orange eingezeichnet) noch aus, der aktuell bei 6.132,05 US-Dollar steht. Ein interessantes Niveau vor diesem Support ist jedoch noch auf Höhe des MA50 im Tageschart (grün eingezeichnet), der aktuell ungefähr auf der Höhe von 8.800 US-Dollar liegt. Der MA50 im Tageschart erwies sich zwischen Februar und März als ein stabiler Support. Außerdem fällt der MA50 im Tageschart aktuell mit dem Verlaufshoch von Ende Mai und dem 50-Prozent-Fibonacci-Retracement-Level der Entwicklung zwischen 17. Dezember 2018 und dem Jahreshoch zusammen.

Bitcoin-Kurs sinkt quo vadis

Bitcoin-Kurs fällt – was tun?

Wie im technischen Part beschrieben, gilt es nun, den weiteren Kursverlauf zu verfolgen. Weitere Verkäufe sind durchaus realistisch. Hier gilt es in jedem Fall, sich ein wohlüberlegtes Vorgehen zurechtzulegen. Denn im Krypto-Markt gilt wie immer: kühlen Kopf bewahren ohne in FUD auszubrechen. Mehr dazu hier.

Der Chart wurde am 2. Juli 2019 mit TradingView erstellt. Betrachtetes Wertepaar ist BTC/USD auf Bitstamp. 

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