Binance, Bitfinex und Bittrex lehnen neue Nutzer ab

Binance, Bitfinex und Bittrex lehnen neue Nutzer ab

Seit einigen Wochen haben nahezu alle größeren Online-Handelsplätze zu kämpfen, weil sie im Anbetracht der Flut neuer Nutzer nicht mit der Bearbeitung der eingehenden Aufträge nachkommen. Die drei Online-Handelsplätze Binance, Bitfinex und Bittrex haben die Handbremse gezogen. Dort werden bis auf weiteres keine neuen Registrierungen möglich sein.

Binance berichtete unlängst von einem täglichen Zuwachs von bis zu 250.000 neuen Anwendern, die dort Kryptowährungen handeln wollen. Bei Coinbase waren es pro Tag nach eigenen Angaben rund 100.000 und bei Kraken täglich 50.000 neue Nutzer. Die Registrierungsflut bringt die Anbieter technisch und in Bezug auf die Auslastung der Mitarbeiter weit über ihre Grenzen. Coinbase und Kraken berichteten schon im Vorjahr von Performanceproblemen aufgrund des enormen Besucherstroms. Für das gigantische Interesse ist der Höhenflug des BTC-Kurses, als auch die häufige Erwähnung in den Medien und last, but not least die Ausgabe der Bitcoin-Futures an mehreren US-Handelsplätzen verantwortlich.

Kraken kündigte bereits Mitte Dezember an, im Anbetracht 10.000 neuer Tickets täglich, den telefonischen Support einzustellen. Man bereitete die Anwender schon einmal darauf vor, dass sie beim Handel auch weiterhin mit technischen Verzögerungen und Problemen rechnen müssen. Mehrere Anbieter kündigten eine Überarbeitung und Überprüfung ihrer Handelsplätze an, um sich besser auf die Flut einstellen und allen Anwendern weiterhin die volle Sicherheit gewährleisten zu können. Bittrex hat die Annahme neuer Account ebenfalls Mitte Dezember eingestellt. Man müsse zunächst das Backend verbessern und den hauseigenen Support ausweiten, um weiterhin eine flüssige Abwicklung zu gewährleisten. Tether lehnte neue Accounts schon im November des Vorjahres ab, als im Verlauf des Hacks Guthaben im Wert von etwa 31 Millionen US-Dollar entwendet wurde.

Auch bei Bitfinex und Binance wurde nun die Notbremse gezogen. Bitfinex will sich künftig auf professionelle Händler konzentrieren, die ein höheres Handelsvolumen aufweisen und dem Portal weniger Arbeit machen. Man will das eigene System nicht mit unzähligen kleinen Händlern belasten, heißt es dort. Bei Bitfinex öffnen die Pforten Mitte Januar, Binance hat noch keine zeitliche Vorgabe gemacht, ab wann sich wieder neue User anmelden können. Beim Wettbewerber Kraken wurden in den letzten Wochen gleich mehrere Upgrades durchgeführt. Die Webseite und API laufen seit dem letzten Upgrade vergangenen Samstag trotzdem noch nicht verzögerungsfrei.

Über Lars Sobiraj

Lars SobirajLars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei. Vor einiger Zeit erwuchs das Interesse am Thema Kryptowährungen.

Ähnliche Artikel

Hard Fork für Monero: Beryllium Bullet jetzt verfügbar

Am 18. Oktober 2018 führt das Monero-Netzwerk eine weitere Hard Fork durch: Beryllium Bullet. Mit dem Protokoll-Update sollen Transaktionen weniger Speicherplatz verbrauchen und günstiger werden. Mittlerweile hat das Monero-Projekt die neuen Wallet-Versionen veröffentlicht (v0.13.xx.xx). Wer Monero hält, muss jetzt seine Software aktualisieren. Ein Überblick: Hard Forks sind für Monero ein alter Hut. Zweimal im Jahr […]

Breaking: Fidelity Investments plant Bitcoin-Trading-Desk

Das billionenschwere Finanzunternehmen Fidelity Investments kündigte in der Nacht zum Dienstag, dem 16. Oktober, einen Trading Desk für Bitcoin & Co. an. Die Firma plant die Gründung eines Tochterunternehmens, welches für die Verwaltung von digitalen Wertanlagen zuständig sein soll. Nach Goldman Sachs kündigt das nächste Wall-Street-Unternehmen ihren Eintritt in den Krypto-Sektor an. Berichten zufolge plant […]

Visa und MasterCard: Kryptowährungen und ICOs als „hochriskant“ klassifiziert

Die beiden Kreditkartenunternehmen Visa und MasterCard könnten zukünftig härter gegen Kryptowährungen und Initial Coin Offerings vorgehen. So wurden Assets aus dem Krypto-Sektor als „hochriskant“ eingeordnet. Damit sichern sich die beiden Unternehmen zu, auch im Nachhinein Krypto-Geschäfte rückabwickeln zu können. Wie das Magazin Finance Magnates unter Berufung auf Insiderquellen berichtet, haben die beiden Kreditkartenanbieter Visa und […]

Bitcoin-Börse Bakkt erhält prominente Verstärkung

Es ist offiziell: Die New Yorker Krypto-Börse Bakkt bekommt einen neuen Chief Operating Officer (COO). Mit Adam White ist nun ein Coinbase-Veteran für das operative Geschäft von Bakkt verantwortlich. Bereits seit letzter Woche kursierten Wechselgerüchte um Adam White, den Vizepräsidenten der Bitcoin-Börse Coinbase. Nun ist es offiziell: White bringt seine Expertise ab November bei der […]