Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran beschäftigt den Krypto-Markt seit Monaten. Immer wieder tauchen Berichte auf, wonach der Iran Kryptowährungen nutzen könnte, um westliche Sanktionen zu umgehen. Vor allem Stablecoins und Bitcoin gelten dabei als mögliche Werkzeuge für internationale Zahlungen außerhalb des klassischen Bankensystems.
Nun sorgt ein Bericht des Wall Street Journal erneut für Schlagzeilen. Demnach soll der iranische Finanzier Babak Zanjani ein geheimes Zahlungsnetzwerk betrieben haben, das über die Krypto-Börse Binance Transaktionen in Höhe von rund 850 Millionen US-Dollar abgewickelt haben soll. Dabei sollen die Gelder teilweise mit der Finanzierung des iranischen Militärs in Verbindung stehen.
Binance widerspricht Bericht über Krypto-Transaktionen
Wie das Wall Street Journal berichtet, lief ein Großteil der Transaktionen über ein einziges Binance-Konto, das noch im Januar aktiv gewesen sein soll. Zanjani bezeichnet sich laut dem Bericht selbst als “Anti-Sanktions“-Betreiber. Interne Compliance-Daten von Binance sollen zudem gezeigt haben, dass weitere Konten von Familienmitgliedern und engen Vertrauten über dieselben Geräte genutzt wurden.
Binance-CEO Richard Teng widersprach den Vorwürfen öffentlich auf X und bezeichnete die Darstellung des Wall Street Journal als “grundlegend unzutreffend“. Laut Teng hätten die erwähnten Transaktionen stattgefunden, bevor die beteiligten Personen überhaupt sanktioniert worden seien.
Zudem erklärte Teng, Binance habe die Aktivitäten bereits intern untersucht, bevor das Wall Street Journal die Börse kontaktiert habe. Die entsprechenden Informationen habe man der Zeitung vor Veröffentlichung des Artikels zur Verfügung gestellt.
Der Fall rückt erneut die Rolle von Kryptowährungen im internationalen Zahlungsverkehr in den Mittelpunkt. Es gibt immer wieder Berichte darüber, dass Staaten digitale Vermögenswerte nutzen könnten, um westliche Sanktionen zu umgehen.
