Verkehrte Welt: Wie Banken auf die Krypto-Ökonomie abfahren

Quelle: Greedy Banker eats money via Shutterstock

Verkehrte Welt: Wie Banken auf die Krypto-Ökonomie abfahren

Neben steigenden Kursen ist in dieser Woche vor allem eines aufgefallen: Das regulierte Finanzsystem lässt sich immer stärker auf die Krypto-Ökonomie ein. Dass die Fronten zwischen alter und neuer Welt immer mehr verschwimmen, mag nicht jedem Krypto-Enthusiasten gefallen. Doch klar ist: Der Innovationsdruck treibt den Wettbewerb an und bringt so Vorteile für Verbraucher und Investoren.

Goldman Sachs stellt einen Krypto-Trader ein, die VPE Bank bietet als erste Bank in Deutschland den Handel von Kryptowährungen an, die Nasdaq plant eine Kryptobörse, die spanische BBVA Bank stellt ein Darlehen über die Blockchain aus, der Kryptofonds BITREAL hat eine Vertriebszulassung von der BaFin erhalten – und so weiter und so fort. Das Finanzsystem, das ursprünglich durch Bitcoin & Co. abgelöst werden sollte, produziert nun die News, die den Kryptomarkt stützen.

Sei es die Blockchain als Abwicklungsinfrastruktur oder Kryptowährungen, die eine neue Spielwiese für das Investmentbanking bereiten – der Krypto-Hype schlägt erst jetzt wirklich im Finanzsystem ein. Die starre Finanzwelt kann nicht mit der Geschwindigkeit von Blockchain-Start-ups mithalten. Daher macht sich erst jetzt die ersten Auswirkungen der Krypto-Ökonomie in der Bankenwelt bemerkbar machen.

Eine immer stärkere Regulierung des Kryptosektors treibt den Kryptomarkt dabei geradezu in die Arme der Banken und Fondsgesellschaften. Ihre jahrelange Erfahrung, ihre Lizenzen und ihre immer noch gefüllten Kriegskassen machen sie zu nach wie vor mächtigen Playern. Sie wollen sich den jungen Start-ups aus der Fintech-Branche nicht so einfach geschlagen geben.

Banken und Finanzdienstleister stürmen das Krypto-Parkett

Auch wenn dies nicht im Interesse mancher idealistischer Krypto-Anhänger ist, verschwimmen die Fronten zwischen Krypto- und Bankenwelt doch immer weiter. Die Professionalisierung des Kryptosektors und der neu entstandene Druck auf Seiten der Banken führen in Teilen zu einer Verschmelzung beider Finanzökonomien – zentral meets dezentral. Natürlich ist die Unsicherheit auf beiden Seiten groß. Die Widersprüche zwischen dem Ansatz der Krypto-Ökonomie und dem der traditionellen Finanzwelt lassen sich nicht einfach auflösen.  Aber dennoch lassen sich klar positive Effekte ableiten. Durch das Aufkommen der Krypto-Ökonomie entsteht mehr Wettbewerb im sonst so innovationsfeindlichen Finanzsystem. Klar ist: Wer nicht bereit ist, sich zu verändern, verliert an Boden und fliegt über kurz oder lang raus. Dieser neue Innovationsdruck führt dazu, dass sich auch die alten und etablierten Player künftig deutlich stärker an den Bedürfnissen der Verbraucher und Investoren orientieren. Denn es gibt anders als früher eine Alternative: Die Krypto-Ökonomie.

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