Eine Bestandsaufnahme  

Bei Stellar brodelt es: Kommt der “Dino-Coin” zurück?

Stellar spielte am Krypto-Markt lange nur noch eine Statistenrolle. Jüngste Entwicklungen zeigen jedoch, wie das Projekt allmählich wieder aufblüht.

Moritz Draht
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Das Bild zeigt eine goldene Stellar-Münze, die halb aus hellem, trockenen Erdreich herausragt. Der Boden ist stark aufgerissen, mit feinen Rissen, aus denen ein warmes, goldenes Licht nach oben scheint. Dieses Licht wirkt wie eine Energiequelle unter der Oberfläche und lässt die Münze beinahe so erscheinen, als würde sie gerade aus dem Boden aufsteigen.

Beitragsbild: Shutterstock, KI-bearbeitet

| Gelingt Stellar ein Comeback?

Stellar zählt zu den älteren Projekten im Krypto-Sektor. Das 2014 gestartete Netzwerk wird häufig im selben Atemzug mit Ripple genannt, nicht zuletzt wegen der ähnlichen Ausrichtung im Zahlungsverkehr. Über die Jahre hat Stellar ein breites Partnernetzwerk aufgebaut, darunter Unternehmen wie Visa, Mastercard oder Circle. Auch Kooperationen mit staatlichen Institutionen wurden in mehreren Ländern angestoßen. Galt Stellar lange vor allem als effiziente Blockchain für schnelle und günstige Zahlungen, deutet ein Report von Messari darauf hin, dass sich der Schwerpunkt zunehmend verschiebt. Wie sich Stellar in Wachstumsmärkten positioniert – und welchen Einfluss das auf die Kursentwicklung haben könnte.

RWA-Anteil wächst deutlich

Ein immer wichtigeres Standbein im Stellar-Ökosystem ist der Bereich der Real World Assets (RWA). Die Marktkapitalisierung tokenisierter Vermögenswerte ohne Stablecoins ist laut Messari-Report im ersten Quartal um 91 Prozent auf 1,52 Milliarden US-Dollar gestiegen. Im April wurde zudem erstmals die Marke von zwei Milliarden US-Dollar überschritten. Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch tokenisierte Staatsanleihen und geldmarktnahe Produkte, unter anderem von Ondo und Spiko.

Messari wertet diese Entwicklung als Hinweis darauf, dass Stellar zunehmend als Infrastruktur für traditionelle Finanzprodukte genutzt wird. “Stellar ist darauf ausgelegt, reale Vermögenswerte für reale Nutzer mit realer Aktivität abzubilden”, heißt es in der Analyse. “Die DeFi-Kompatibilität von Real-World-Assets ist dafür ein zentraler Baustein”.

Veränderungen im DeFi-Segment

Auch im DeFi-Bereich zeichnen sich neue Entwicklungen ab. Während dezentrale Börsen Marktanteile verlieren, verzeichnen Lending- und Borrowing-Protokolle wie Blend oder Templar deutliche Zuwächse.

Insgesamt blieb die Dynamik jedoch überschaubar. Der Total Value Locked lag zum Ende des Quartals bei 174,4 Millionen US-Dollar und damit nahezu unverändert gegenüber dem Vorquartal.

Die steigende Nachfrage nach Lending-Protokollen hängt vor allem mit vergleichsweise hohen Renditen auf Stablecoin-Einlagen zusammen. “Vermögenswerte, Liquidität und programmierbare Infrastruktur arbeiten inzwischen als zusammenhängendes Finanzsystem”, so Messari.

Neuerungen auf Protokollebene

Auch technisch wurde das Netzwerk in den vergangenen Monaten weiterentwickelt. Mit dem x402-Protokoll im März sowie dem Machine Payments Protocol im April hat Stellar neue Grundlagen für automatisierte Transaktionen zwischen Anwendungen geschaffen. Konkret geht es dabei um Zahlungen zwischen digitalen Diensten oder APIs. Laut Messari erweitern diese Entwicklungen den Einsatzbereich digitaler Zahlungen deutlich über klassische Nutzeranwendungen hinaus.

Mit dem X-Ray-Upgrade integrierte Stellar außerdem Zero-Knowledge-Funktionen, die sowohl Datenschutzanforderungen als auch regulatorischen Vorgaben gerecht werden sollen. Gerade für institutionelle Anwendungen könnte dies ein wichtiger Schritt sein. “Diese Entwicklungen erweitern den Anwendungsbereich digitaler Zahlungen über traditionelle Nutzer hinaus”, so Messari. Die Zahl der täglichen Transaktionen könne sich dadurch deutlich erhöhen.

XLM-Kurs bleibt richtungslos

Beim XLM-Kurs zeigte sich zuletzt hingegen wenig Euphorie. Im ersten Quartal verlor Stellar rund 16 Prozent an Wert. Dass mehr Netzwerkaktivität nicht automatisch zu steigenden Kursen führt, ist zwar kein ungewöhnliches Phänomen und lässt sich auch bei Projekten wie Ethereum oder Solana beobachten. Im Fall von Stellar scheint das langfristige Wachstumspotenzial am Markt jedoch deutlich skeptischer bewertet zu werden.

Gemessen daran, wie lange das Netzwerk bereits existiert, konnte sich Stellar bislang nur begrenzt als Payment-Infrastruktur etablieren. Daten von DeFiLlama zeigen zudem, dass Stellar bei der Stablecoin-Marktkapitalisierung lediglich im Bereich um Platz 20 rangiert.

Auch im DeFi-Sektor spielt das Netzwerk gemessen am Total Value Locked bislang keine tragende Rolle. Gleichzeitig hat sich der Wettbewerb durch neue High-Performance-Blockchains in den vergangenen Jahren deutlich verschärft.

Daher lassen sich aus den aktuellen On-Chain-Entwicklungen nur bedingt Rückschlüsse auf die weitere Kursentwicklung ziehen. Dass Stellar noch einmal dauerhaft in die oberste Liga des Krypto-Markts zurückkehrt, erscheint derzeit eher unwahrscheinlich. Der vergangene Bullenmarkt hat zwar gezeigt, dass der XLM-Kurs durchaus starke Aufwärtsbewegungen entwickeln kann. Wer auf solche Phasen setzt, braucht aber vor allem eines: Geduld.

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