UBS-Vorstand Keller-Busse: Blockchain wird Schweizer Banken nicht verdrängen

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 2 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Zwar werden Blockchain-Technologien für das Bankenwesen immer wichtiger. Als Vertrauensgarant jedoch werden die Distributed-Ledger-Technologien die traditionellen Schweizer Geldhäuser nicht verdrängen. Dies unterstreicht Sabine Keller-Busse, Vorstandsmitglied des Schweizer Bankenriesen UBS, im Gespräch mit der Neuen Zürcher Zeitung. Sie ist sich jedoch sicher, dass Banken künftig vielmehr neue Technologien nutzen müssten, um effizienter zu werden.

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Seit der Finanzkrise befindet sich die Finanzindustrie im Wandel: Der Investmentsektor schrumpft, die Kapitalmärkte wachsen, einstige Traditionshäuser taumeln im Wettbewerbs- und Regulierungsdruck. Manch ein Beobachter sieht gar das Ende der Banken in Sicht. Vorboten dieses Wandels: FinTech-Start-ups und Blockchain-Technologien.

Anders sieht dies UBS-Vorstand Sabine Keller Busse. Im Standpunkte-Talk der Neuen Zürcher Zeitung widerspricht sie am Montag, dem 4. Februar, pessimistischen Zungen und bekräftigt, trotz derzeitiger Trends wie Open Banking oder der Blockchain-Revolution würden Schweizer Banken als traditionelle Vertrauenslieferanten nicht vom Markt gedrängt. Vielmehr müssten Banken neue Technologien aktiv nutzen.

Blockchain ist für uns eine ganz wichtige Technologie, die uns helfen kann, effizienter zu werden […]. Wo ich das Potential der Blockchain sehe, ist der globale Aktienhandel immer da, wo wir verschiedene Parteien haben. Ich glaube, dass dort die Prozesse [mithilfe von Blockchain-Technologien] schneller werden. Ich glaube allerdings nicht, dass es die Banken nicht mehr braucht, sondern wir ganz gezielt Teil dieser Nutzung sein werden.

Die Blockchain besäße zudem besonders im Import- und Exportgeschäft große Potentiale. Deshalb engagiere sich die UBS an dem Projekt we.trade, so Keller-Busse. Gemeinsam mit zwölf europäischen Banken entwickeln die Schweizer derzeit eine Blockchain-Lösung für die Finanzierung des internationalen Handels und wollen so das Vertrauen entlang globaler Lieferketten steigern.

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Konkurrenz aus der FinTech-Branche – „Kunden wollen ein Gesicht sehen“

Dieses Vertrauen sei jedoch gerade gegenüber Kryptowährungen in den vergangenen Jahren ins Wanken geraten. Um die Potentiale blockchainbasierter Bezahlmöglichkeiten abzurufen, beteilige man sich deshalb zudem an der Entwicklung eines Schweizer Utility Settlement Coin (USC). Zukünftig werde eine solche Digitalwährung mit Rückendeckung der Schweizer Zentralbank die Banken nicht ersetzen, sondern sei nötig, „um unseren Kunden bessere Lösungen anzubieten“, ist sich Keller-Busse sicher.

Als dennoch wichtigen Konkurrenten für das traditionelle Bankenwesen macht der UBS-Vorstand am Montag die FinTech-Branche aus. Hier herrscht vor allem für das herkömmliche Tagesgeschäft der Banken enormer Wettbewerbsdruck. Ein solcher Wettbewerb sei jedoch förderlich und bringe die Bank dazu, sich weiterzuentwickeln, so Keller Busse.

Vor allem bei traditionellen Kernthemen wie Hypotheken oder Alterssicherung sehe man sich von Seite der UBS nicht in Gefahr. Kunden würden das Gespräch mit Beratern fordern und auch zukünftig „ein Gesicht sehen“ wollen. Schließlich ginge es auch hier um „Zukunft und Vertrauen“.


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