Reif für die Insel? – Eine Kryptowährung als „Game Changer“ für die Ostkaribik

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Reif für die Insel? – Eine Kryptowährung als „Game Changer“ für die Ostkaribik

Die Währungsunion der Ostkaribik ECCU will eine eigene Kryptowährung entwickeln. Dazu ist die Zentralbank der Inselgruppe nun eine Partnerschaft mit dem FinTech-Unternehmen Bitt aus Barbados eingegangen. Bis Ende 2020 soll die noch ungetaufte Digitalwährung den in der Ostkaribik genutzten EC-Dollar zunächst auf Probe ergänzen. Danach könnte die Währung dauerhaft eingesetzt und zum „Game Changer“ für die ortsansässige Wirtschaft werden, hofft die Zentralbank in ihrer jüngsten Presseerklärung.

Es ist ein ehrgeiziges Ziel, dass die ostkaribische Währungsunion für die kommenden Jahre in den Blick gefasst hat. Bis 2021 wollen die acht Inselstaaten ihre Bargeldnutzung um die Hälfte herunterschrauben und so die Wirtschaft ankurbeln.

Damit dies gelingt, wendet sich die gemeinsame Zentralbank der Inselgruppe ECCB nun noch unbetretenen Ufern zu. Wie die Geldbehörde am 7. März, auf ihrer Website verkündet, soll künftig eine eigens entwickelte Kryptowährung den ostkaribischen EC-Dollar ergänzen.

Hierfür ist die gemeinsame Organisation der Inselstaaten Ende Februar eine Partnerschaft mit dem in Barbados beheimateten FinTech-Unternehmen Bitt eingegangen. Gemeinsam will man die digitale Bezahlalternative in den kommenden Monaten entwickeln und testen.

Nachdem weltweit bereits umfangreiche Grundlagenforschung im Bereich staatlicher Kryptowährungen unternommen worden ist, will die Ostkaribischen Union nun Taten folgen lassen und als erste ihrer Art einen solchen Zentralbank-Coin herausgeben.

Dies ist keine theoretische Übung. Der digitale EC-Dollar wird nicht nur die weltweit erste legale Digitalwährung einer Zentralbank. Gleichzeitig testet das Pilotprojekt die Nutzung dieser Währung mit der Möglichkeit, diesen öffentlich einzusetzen […]. Dies könnte zum Game Changer für unsere Wirtschaft werden,

erklärt ECCB-Gouverneur Timothy Antoine seine Vision.

Kryptowährungen als Wirtschaftsmotor: Marshall-Inseln machen es vor

Zunächst wolle man die Währung in mehreren Ländern auf den Prüfstand stellen. Bewährt sich der digitale EC-Dollar, könnte dieser dann allen Bewohnern der Ostkaribik offenstehen.

Künftig sollen etwa Überweisungen zwischen den Inselzwergen St. Lucia und St. Vincent direkt vom Smartphone möglich werden. Davon soll nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Lebensqualität der rund 630.000 Bewohner der Inselgruppe profitieren, so Bitt-CEO Rawdon Adams.

Allein im Rennen um die erste staatliche Kryptowährung ist die Ostkaribik jedoch nicht. Entgegen der Bedenken des Internationalen Währungsfonds IWF bereitet mit den Marshall-Inseln derzeit eine weitere Inselgruppe die Herausgabe einer eigenen Kryptowährung, den Sovereign, vor. Dieser soll den auf den Pazifikinseln genutzten US-Dollar digital ergänzen und so die Wirtschaft antreiben. Der IWF wiederum hatte vergangenen September vor den möglichen Wirtschaftsrisiken des Sovereign gewarnt.

Abseits staatlicher Währungen machten zuletzt jedoch vor allem amerikanische Banken mit eignen Krypto-Token Schlagzeilen. Im Februar etwa feiert der JPM Coin der amerikanischen Großbank J.P. Morgan seine Premiere. Dieser soll als digitale Brücke für möglichst effektive Transaktionen bei der Herausgabe von Wertpapieren sorgen. Die New Yorker Signature Bank wiederum nutzt Berichten zufolge bereits seit Beginn des Jahres ihre eigene Kryptowährung, um interne Transaktionen abzuwickeln.

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