NKF Summit Berlin: Die Brücke zwischen Corporates und Start-ups

Alex Roos

von Alex Roos

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Alex Roos

Alex Roos absolvierte einen B.Sc. in "Management, Philosophy & Economics" an der Frankfurt School of Finance & Management und schrieb seine Bachelorarbeit über die "Anwendungsfelder und Adaption der Blockchain Technologie". Ihn begeistern vor allem "pure" Kryptowährungen wie Bitcoin und Monero.

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Auf dem NKF Summit treffen etablierte Corporates auf junge Start-ups. Das Ziel dabei ist, die digitale Transformation voranzubringen. Das Thema Blockchain durfte dort natürlich nicht fehlen.

Der NKF Summit ist eine Reihe von Veranstaltungen, die sich die digitale Transformation auf die Fahne schreiben. Der Fokus soll darauf liegen, etablierte Unternehmen und Start-ups zusammenzuführen. In der 46. Kalenderwoche fand die vierte Ausgabe des NKF Summit in Berlin statt. Neben einer Hauptbühne, auf der prominente Redner ihre Einblicke teilen, gab es eine Deep Dive Stage mit etlichen Start-up-Pitches und Panel-Diskussionen. Außerdem bieten die Master Classes Überblicke über eine breite Palette an Themen.

Blockchain, not Bitcoin

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Fire-Side Chat über Blockchain

Das Thema „Blockchain“ darf bei der digitalen Transformation natürlich nicht fehlen. Peter Lennartz, Partner bei EY und Leiter der EY Start-up Initiative GSA, erörterte mit Dr. Christoph Steiger, Digital-Experte, die Blockchain. Unter dem Titel „Wie man 100-Jährige mit Blockchain fit für die Zukunft macht“ versuchten die beide in knapper Zeit (Vorredner Florian Heinemann, Project A, hatte etwas überzogen) das komplexe Thema zugänglich zu machen. Dabei lag der Fokus eindeutig auf „der Blockchain“. Das Wort „Bitcoin“ fiel kein einziges Mal. Dabei blieb unklar, von welcher Blockchain hier die Rede war: von einer offenen, zensurresistenten, Peer-to-Peer- und Proof-of-Work-basierten Blockchain, wie Bitcoin? Oder geht es um eine private „Blockchain“, die ihre Anführungszeichen verdient? Die Redner differenzierten hier nicht.

Das Narrativ, dass Blockchain, nicht Bitcoin, die wahre Innovation ist, zieht sich durch die Akademie und die Welt der „Etablierten“. Der Grund dafür könnte die anstößige Natur eines offenen Protokolls sein. Man möchte auch mitspielen und zu den „coolen Kids“ gehören, die mit Kryptographie und Computercode den „100-Jährigen“ Konkurrenz machen können. Unbequem scheint da die Einsicht, dass viele Geschäftsmodelle überflüssig oder zumindest höchst ineffizient in der neuen digitalen Welt sind. Nur weil man seiner Datenbank ein Schild mit dem Wort „Blockchain“ umhängt, bedeutet dies nicht, dass auch Blockchain drin ist. Revolutionär ist die Blockchain alleine, ohne natives digitales Asset, ohne Zensurresistenz, ohne gleichgestellte Peers, ohne vertrauensloser Konsens, lange nicht.

Vortrag von Florian Heinemann

Exponentieller Fortschritt

Interessant und passend war der Auftaktvortrag von Master Plan, einer Online-Lernplattform. Während Menschen relativ gut darin sind, lineare Progression zu verstehen, sind wir schlecht darin, exponentiellen Fortschritt zu begreifen. Das Beispiel: „Wenn ich 30 lineare Schritte gehe, bin ich ungefähr 30 Meter gegangen. Doch wie viel Meter habe ich nach 30 exponentiellen Schritten zurückgelegt?“

Die Antwort (ungefähr eine Milliarde Meter) ist schwer vorstellbar. Das Gedankenexperiment stellt klar, dass unsere Gehirne für lineares Denken ausgelegt sind. Allerdings beschleunigt sich die Innovationsrate immer weiter. Daher wird es für uns Menschen immer schwieriger, mit der Innovation Schritt zu halten. Eine Entwicklung, die sich vielleicht auch in Blockchain-Projekten wie Bitcoin, Ethereum & Co. zeigt.

Was 2018 passierte

Pavel Romanenko von Blockchain Circle präsentierte in seiner Master Class die Entwicklung der Industrie im Jahr 2018. Nachdem 2017 vom Hype, ICOs und Scams geprägt war, gestaltet sich 2018 bisher deutlich nüchterner. In einer interaktiven Runde diskutierte Pavel Romanenko den technologischen Fortschritt diverser Projekte und gab eine Einschätzung für die Bereiche, die noch Nachholbedarf aufweisen. Außerdem stellte er die Frage, worauf man im Jahr 2019 besonders achten sollte.

Wer Interesse hat, selbst einer detaillierten Diskussion zum Stand der deutschen Blockchain-Industrie beizuwohnen, hat dazu am 20. November Gelegenheit. Um 18.30 Uhr findet das von BTC-ECHO mit organisierte Event „State of the Blockchain Economy 2018“ in Berlin statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Für alle die nicht vor Ort sein können gibt es auch einen Livestream des Events. Dort präsentieren wir die Ergebnisse unserer jüngst durchgeführten Studie.

Bitcoin, not Blockchain

Der NKF Summit Vol. 4 hat mir erneut gezeigt, dass sich die eingesessene Elite schwer damit tut, das disruptive Potential offener und dezentraler Technologie aufzunehmen. Bitcoin & Co. sind ein starker Kontrast zu Patenten, Lizenzen und Konsortien. Allerdings ist gerade dieser offene Ansatz das, was viele begeistert. Blockchain als neues Wort für eine Datenbank holt mich nicht ab. Mich faszinieren die Möglichkeiten der Technologie, ungeachtet staatlicher Regulation und Auflagen. Um Andreas Antonopoulos zu zitieren: „Bitcoin hat vergessen, um Erlaubnis zu fragen.“

BTC-ECHO

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