New chains on the block – Siacoin (SC)

Was hat es mit Siacoin auf sich? Eine Analyse des dezentralen Cloud-Services und der dahinter stehenden Kryptowährung.

Wie bei den anderen bisher in dieser Reihe besprochenen Kryptowährungen ist Siacoin in den letzten Monaten dramatisch gewachsen: von 9 Millionen US-Dollar ist es auf einen heutigen Wert von 422 Millionen US-Dollar angewachsen – das entspricht einem Wachstum von fast 4600%.

An sich existiert Siacoin seit Ende 2014 (die Idee sogar schon seit 2013), war jedoch vom Marktkapital her eine der kleineren Währungen. Man sieht, dass im derzeitigen Bullenmarkt Leute großes Interesse an dieser Kryptowährung haben. Betrachten wir deshalb, was Siacoin ist.

Sia – eine dezentrale private Cloudlösung

Wie im Fall verschiedener anderer Währungen ist zwischen der Plattform und der dazu gehörigen Kryptowährung zu unterscheiden. Die Plattform Sia ist eine dezentrale Cloudlösung, welche großen Wert auf Privatsphäre legt. In der Sia-Cloud werden die Daten dezentral auf unterschiedlichen Hosts verschlüsselt abgelegt. Nur der Besitzer der Daten ist im Besitz eines Schlüssels, mit dem dieselben entschlüsselt und zusammengeführt werden können. Selbst wenn die Hoster der Cloud den Schlüssel knacken sollten, würden sie nur einen Teil der gespeicherten Dateien besitzen.

Offensiv vergleicht sich das Projekt mit den “Großen”: Während man bei Amazon S3 beispielsweise 115 US-Dollar für den Speicherplatz von 5 TB in der Cloud zahlen müsste, sind es bei Sia nur 10 US-Dollar.

Siacoin – der Lohn der Hoster

Korrekterweise müsste man sagen, dass der Hoster 10 US-Dollar in Siacoin erhält. Siacoin ist die Währung, mit der Hosting im Sia-Netzwerk bezahlt wird. Es handelt sich dabei um eine Kryptowährung, deren Konsens mithilfe von Proof-of-Work aufgebaut wird, womit man Siacoin auch minen kann.

Wie kommt man nun über Sia zu einem File Storage? Wie im echten Leben wird dies über einen Vertrag geregelt. In diesem wird nicht nur festgelegt, für wie viele Siacoins der Kunde wie viel Speicherplatz wie lang mieten kann, es wird auch ein Kollateral, welches der Hoster zurücklegt, in diesem Vertrag festgelegt. Dieser Kollateral wird an den Kunden bezahlt sollte der Hoster die anvertrauten Daten verlieren. Umgekehrt zahlt der Kunde sein Geld schon zu Beginn in den Vertrag und kann nicht nach Speichern seiner Daten einfach ohne zu zahlen verschwinden.

Dem Entwicklerteam hinter Sia ist Transparenz wichtig, so kann die auf dem aktuellen Stand gehaltene Roadmap auf Trello genauer studiert werden.

Insgesamt eine interessante Sache. Natürlich drängt sich der Vergleich zu Storj und Maidsafe auf. Storj scheint nutzerfreundlicher jedoch auch teurer zu sein – wie mit vielen Dingen ist es auch hier eine Abwägungssache.

Wer hier Blut geleckt hat, kann sich gerne weiter in das Projekt auf der Webseite oder im http://www.sia.tech/whitepaper.pdf einlesen.

BTC-ECHO

Über Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp GieseDr. Philipp Giese arbeitet als Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Zudem engagiert er sich aktiv für die Krypto-Community – sowohl online als zentraler Ansprechpartner im Slack-Channel von BTC-ECHO als auch offline als Speaker und Interviewer pflegt er stets den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären. Der promovierte Physiker kann auf jahrelange Berufserfahrung als Projektleiter und technologischer Berater zurückgreifen. Philipp begeistert sich dabei seit vielen Jahren nicht nur für die technologische Dimension von Kryptowährungen, sondern auch für die dahinterliegende sozioökonomische Vision.

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