New chains on the block – Bytecoin (BCN)

Warum ist Bytecoin (BCN) vor einiger Zeit so angestiegen? Eine Analyse des Vorgängers von Monero.

Ein Großteil der Krypto-Community wird sich vor einem knappen Monat, als Bytecoin plötzlich in den Top Ten auftauchte, gewundert haben. Eine Sache kann man gleich vorweg nehmen: wirklich plötzlich war es in der Rückschau nicht, fanden doch drei Testpumps Ende März, Mitte April und Anfang Mai statt. Das führte zu dem Gedanken, dass es sich bei Bytecoin nur um ein Pump-and-Dump-Scheme handelte. Warum Bytecoin so in die Höhe schoss, wird nach der generellen Vorstellung der Kryptowährung diskutiert.

Bytecoin – Instantane, anonyme Transaktionen ohne Gebühren

Prinzipiell handelt es sich bei Bytecoin um eine Kryptowährung, die ähnliche Schwerpunkte wie DASH oder Monero besitzt.

Diese Assoziation kommt nicht zufällig: BCN baut auf demselben Code auf, der auch Monero oder DASH zugrunde liegt. Letztlich ist Bytecoin sogar, wenn man so will, der Urvater der Währungen, die auf Anonymität setzen: Sie war die erste Währung, welche auf dem Konzept namens CryptoNote aufbaut und existiert seit 2012.

Zwar ist CryptoNoteCoin älter, jedoch handelt es sich dabei nur um eine Referenzimplementation, bei der der Genesis Block alle zwei Monate ausgetauscht wird. CryptoNote selbst ist der Urvater der Ring-Signaturen und damit der auf komplette Anonymität setzenden Kryptowährungen.

Neben diesem Fokus, ist ein weiterer Schwerpunkt die langsame Reduzierung der Emission neuer Coins: während bei Bitcoin alle 210.000 Blöcke der Mining Reward halbiert wird, ist hier die Ausschüttung einem ständigen Anpassungsprozess unterworfen. So ist der Reward proportional zu der Differenz der maximal jemals erzeugten und der aktuell im Umlauf befindlichen Coins. Konkret ist die Formel:

Reward = (Maximal erzeugte Coins – Generierte Coins)/2^18

Insgesamt sollen 2^64-1 Coins erzeugt werden. Da alle zwei Minuten ein Block erzeugt wird bedeutet das, dass Miner in ca. 17 Billionen Jahren anfangen werden zu streiken.

Zynismus beiseite gelassen: da der Mining-Reward auf absehbare Zeit nicht dramatisch sinken wird, existiert kein Anreiz für weitere Transaktionsgebühren. Das wird auch über eine dynamische Block Size realisiert.

Schließlich ist zu betonen, dass die Mining-Difficulty für jeden Block berechnet wird, so dass, anders als im Fall Bitcoin, ein Ausfall eines Mining Pools oder ähnliches schnell reguliert sein sollte.

Bytecoin – anonyme ICOs durch nicht verfolgbare Tokens

Auf jeden Fall keine uninteressante Währung, doch insgesamt bleibt die Frage, wieso auf einmal ein Urgestein unter den Kryptowährungen derart abhebt.

Eine mögliche Erklärung ist, dass es am 17. Mai, dem Tag, an dem der Kurs begann signifikant anzusteigen, ein Announcement gab, welches unverfolgbare Token auf der Bytecoin-Blockchain in Aussicht stellte. Der ICO-Markt ist groß, der für Dinge, die man lieber nicht zu sich zurückverfolgen kann, noch größer. Hier reden wir sowohl von Illegalem und Anrüchigem als aber auch von der Unterstützung von Menschenrechtsorganisationen in Krisengebieten.

Wer weiteres Interesse hat, sei wie immer auf die Webseite verwiesen.

BTC-ECHO

Über Philipp Giese

Philipp GieseDr. Philipp Giese arbeitet als Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Zudem engagiert er sich aktiv für die Krypto-Community – sowohl online als zentraler Ansprechpartner im Slack-Channel von BTC-ECHO als auch offline als Speaker und Interviewer pflegt er stets den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären. Der promovierte Physiker kann auf jahrelange Berufserfahrung als Projektleiter und technologischer Berater zurückgreifen. Philipp begeistert sich dabei seit vielen Jahren nicht nur für die technologische Dimension von Kryptowährungen, sondern auch für die dahinterliegende sozioökonomische Vision.

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