DLT, Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verspricht „Blockchain ohne Wenn und Aber“

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Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verspricht „Blockchain ohne Wenn und Aber“

Die Landesbank Baden-Württemberg hat eine millionenschwere Transaktion mithilfe der Blockchain abgewickelt. Nachdem die Bank bereits in den vergangenen Jahren mit der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) experimentierte, hat sie nun erstmals auf einen analogen Papierprozess verzichtet. 

Die Landesbank Baden-Württemberg hat einen kleinen Meilenstein erreicht: Erstmals wickelte sie eine Transaktion vollständig „papierfrei“ über ein Distributed Ledger ab. Das gab die Bank am 19. Februar in einer Pressemitteilung bekannt.

Erste Erfahrungen im Bereich DLT hat die LBBW bereits 2017 gesammelt. Damals gelang die Emission eines 100 Millionen Euro umfassenden Schuldscheins der Firma Daimler mithilfe der DLT. Es folgte im Jahr 2018 eine ähnliche Schuldscheintransaktion für Telefònica Deutschland mit einem Zielvolumen von 200 Millionen Euro. Die ersten Gehversuche der LBBW im Bereich der DLT stützten sich seinerzeit noch auf eine parallele Abwicklung der Transaktionen in Papierform – gewissermaßen DLT „light“.

Nun wickelte die LBBW erstmals eine Transaktion ganz ohne Papierkrücke ab. Dazu bediente sie sich der Corda-Plattform des Bankenkonsortiums R3, dem die LBBW-Tochter targens angehört. Es gelang mithilfe der DLT von Corda der Kauf und die Rückzahlung eines Geldmarktpapiers mit einer Laufzeit von fünf Tagen und einem Volumen von einer Million Euro. Konkret handelt es sich um eine Schuldverschreibung in der Form eines Asset-Backed Commercial Paper (ABCP). Als Investor trat der Vermögensverwalter der Münchner Rück und ERGO, MEAG auf. Emmitent war die Emissionsgesellschaft Weinberg Capital DAC.

Mit dieser Transaktion haben wir die Leistungsfähigkeit der Distributed-Ledger-Technologie nunmehr ohne Wenn und Aber bewiesen,

zitiert die Pressemitteilung Joachim Erdle Bereichsleiter Corporate Finance der LBBW. Durch die Verwendung der DLT fielen zahlreiche Zwischenschritte, die in der Papierwelt notwendig gewesen wären, weg.


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Die Transaktion fand unter den Argusaugen der Ratingagenturen Fitch und Moody’s statt. Diese bestätigten das Rating der ABCP.

Blockchain mit Wenn und Aber

Das vermeintliche Hype-Wort „Blockchain“ hat im vergangenen Jahr etwas an seiner Strahlkraft eingebüßt – viele erhofften sich eine schnellere Entwicklung einsatzbereiter Produkte. Die (un)absichtliche Verwechslung einer echten, öffentlichen Blockchain mit einer privaten Enterprise-Lösung ist jedoch nach wie vor gang und gäbe. Zwar verwenden beide Ansätze eine gemeinsame Datenbank mit Peer-to-Peer-Netzwerken, Public und Private Keys und Konsensmechanismen; am Beispiel von Corda wird jedoch ein großer Unterschied deutlich: Anders als etwa im Bitcoin-Netzwerk sehen Nodes der Corda-Plattform nur jene Transaktionen, an denen sie direkt beteiligt sind oder von denen sie historisch abhängen. Dadurch entfällt der Aspekt der Transparenz, der eine Schlüsselqualität einer „echten“ (öffentlich, permissionless) Blockchain darstellt. Allerdings sorgt dieser Umstand für eine bessere Skalierbarkeit. Das sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die DLT-Lösung des R3-Konsortiums keine Blockchain ist.

Das hält die Marketing-Experten freilich nicht davon ab, den Begriff „Blockchain“ weiter zu verballhornen.

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