Hafenpartnerschaft: Antwerpen und Abu-Dhabi starten gemeinsamen Blockchain-Pilot

Hafenpartnerschaft: Antwerpen und Abu-Dhabi starten gemeinsamen Blockchain-Pilot

In einer bisher einmaligen Hafenpartnerschaft wollen Antwerpen und Abu-Dhabi den gemeinsamen Güterverkehr künftig mithilfe von Distributed-Ledger-Technologie (DLT) sichern. Ein entsprechendes Pilotprojekt stellt die Hafentochter Maqta Gateways auf ihrer Website vor. Das Projekt soll künftig dabei helfen, Lieferketten im Containertransport zu überwachen und diesen so effizienter zu machen. Derweil mausert sich die Blockchain-Technologie in der Logistik zum Branchentrend.

Abu Dhabi ist einer der wichtigsten Knotenpunkte des arabischen Güter- und vor allem Öltransport nach Europa. Eine Hafenpartnerschaft zwischen dem Emirat und Antwerpen, dem zweitgrößten Containerhafen Europas, soll dafür sorgen, dass künftig alles auch genauso ankommt, wie es in den Vereinigten Arabischen Emiraten verschifft worden ist.

Knapp drei Wochen dauert die Reise, auf der neben der Verladung, Transport und Dokumentation einiges schiefgehen und vieles effizienter gestaltet werden könnte. Wie es in der jüngsten Pressemitteilung der arabischen Hafentocher Maqta Gatesways heißt, soll die Blockchain-Plattform Silsal nun den Unterschied machen.

Silsal soll dabei helfen, Lieferketten zu verfolgen, Handelsströme zu optimieren und so Kosten einzusparen.

Noura Al Dhaheri, Geschäftsführerin von Maqta Gateway, ist überzeugt von dem gemeinsamen Vorstoß der Häfen:

„Dass wir die erste Blockchain-Lösung zwischen Abu-Dhabi und der Welt an den Start bringen, ist ein besonderer Moment für uns. Mit entschiedener Entwicklungsarbeit und Testprogrammen arbeiten unsere Experten daran, […] schnellen, verlässlichen und sicheren Handel zu gewährleisten.“

Vor Augen hat das Emirat dabei vor allem ein Ziel: die Wirtschaftsvision 2030. Bis dahin will man besonders den Handel vorantreiben und so in die Riege der Weltwirtschaft aufschließen. Bereits heute ist Abu-Dhabi einer der reichsten Staaten der Welt. Denn das Emirat verfügt über knapp ein Zehntel der weltweiten Ölreserven. Sheikh Mohamed bin Zayed Al-Nahyan, Kronprinz und Präsident, will die Wirtschaft seines Landes jedoch breiter aufstellen und damit langfristig unabhängig vom Öl machen.

Logistikbranche sieht Blockchain auf dem Vormarsch

Derweil mausert sich die Blockchain in der Logistik zum Branchentrend. Immer mehr Unternehmen testen DLT-Lösungen zur Sicherung ihrer Liefer- und Transportketten.

Während der Antwerpener Hafen bereits im vergangenen Jahr verkündet hatte, Blockchain-Software für die Containerlogistik in den Blick zu nehmen, sorgte die Hongkonger Reederei OOCL in diesem Juli für Schlagzeilen. Gemeinsam mit der australischen Commonwealth Bank (CBA) war es dem Unternehmen gelungen, mithilfe einer Ethereum-Blockchain 17 Tonnen Mandeln vollständig automatisiert und nachvollziehbar aus dem australischen Victoria nach Hamburg zu verschiffen.

Als jüngsten Vorstoß in der Branche kündigte Singapurs führender Container-Reeder Pacific International Lines (PIL) Anfang des Monats an, künftig digitale Blockchain-Frachtbriefe in seinen Lieferketten nutzen zu wollen. Weitere Blockchain-Projekte weilen wiederum in den Köchern der Branchengrößen wie UPS, Maersk und FedEx.

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