Gartner-Studie: Alte Strukturen stehen Blockchain-Adaption im Weg

Quelle: Digital revolution

Gartner-Studie: Alte Strukturen stehen Blockchain-Adaption im Weg

Die Blockchain hat es hoch und runter über alle Nachrichtenkanäle geschafft. Doch es setzen nur sehr wenige Branchen und Unternehmen auf die Technologie. Eine neue Studie des Marktforschungsinstituts Gartner zeigt, wie wenige es tatsächlich sind.

Eine klassische Argumentationskette auf verschiedenen Konferenzen ist der Fokus auf Blockchain-Projekte, die nichts mit Kryptowährungen zu tun haben. Häufig wird in derartigen Vorträgen Bitcoin als notwendiger erster Versuch gesehen, wirkliche Innovation sei jedoch erst in der Blockchain (oder Distributed Ledger)-Technologie für Unternehmen zu finden. Während Bitcoin und andere Kryptowährungen weltweit genutzt werden, stellt sich jedoch die Frage, wie weit die Entwicklung von Anwendungsfällen für die Blockchain in Unternehmen vorangekommen ist.

Die Analysten befragten dazu über 3.100 CIOs (Chief Information Officer) großer Unternehmen in fast 100 Ländern. Nur rund ein Prozent der befragten CIOs geben an, die Blockchain-Technologie bereits im Unternehmen einzusetzen. Immerhin planen rund 22 Prozent den Einsatz der Technologie auf kurze oder lange Frist. Der mit 43 Prozent größte Teil ist zwar grob mit den Vorteilen vertraut, plant aber bislang keine Verwendung der Blockchain im eigenen Unternehmen. Ein überraschend großer Teil von 34 Prozent der befragten CIOs gibt an, „kein Interesse“ an dem Thema zu haben. Insgesamt sehen also rund 77 Prozent der Unternehmen selbst längerfristig keinen Bedarf.

Einzig in der Finanz-, Telekommunikations- und Versicherungsbranche sehen die Entscheider den Nutzen der Blockchain deutlich positiver. Sie treiben die Entwicklung aktiv voran. Die Blockchain unterstützt diese Unternehmen dabei, veraltete Geschäftsmodelle zu verschlanken und effizienter zu gestalten. Andere Unternehmen stehen der jüngsten digitalen Veränderung noch sehr skeptisch gegenüber. Die dezentrale Idee hinter der Blockchain ist für klassische Unternehmen eine bislang ungewohnte und einschneidende Veränderung.

Firmen können nicht einfach in ihren alten Strukturen stecken bleiben. „Die Blockchain Technologie verlangt tiefgehendes Verständnis von Aspekten der Sicherheit, Gesetzgebung, Tauschwerte, dezentrale Führung, prozessuale und kommerzielle Architektur,“ erklärt David Furlonger. Er merkt an, dass die silohaften Strukturen von heute mit der Technik von morgen nicht mehr zusammenpassen.

Einige Branchen erkennen langsam das Potenzial


[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf eToro handeln.Warum eToro? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies); Social Trading mit großer internationaler Community.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Langsam erkennen weitere Branchen wie die Logistikbranche oder das Supply Chain Management das Potenzial der Technologie. Das Unternehmen SAP hat vor einiger Zeit derartige Use-Cases entwickelt. Die Logistiker können Frachtdokumente digitalisieren und den Vorgang komplett digital und papierlos abwickeln. In Verbindung mit dem Internet-of-Things (IoT) lassen sich Sendungen bequem über den Globus in Echtzeit verfolgen. Verbraucher kennen die Vorzüge von ihren Paketdiensten. Im Business-to-Business-Kontext warten Kunden hingegen noch auf solche digitalisierten Prozesse. Diese Effizienzsteigerungen wirken sich positiv auf die Qualität und Lieferzeiten in der Supply Chain aus.

In den nächsten Monaten spielt die Psychologie eine wichtige Rolle. Viele Unternehmen wollen nicht den ersten Schritt machen und bleiben in Lauerstellung: Wie verhält sich der Wettbewerb und welche Branchen setzen auf die Blockchain? Der zurückhaltende Modus muss dabei gar nicht zum Nachteil der Unternehmen sein, wie David Furlonger erklärt. Würden Unternehmen verzweifelt auf Biegen und Brechen versuchen, Blockchain-Anwendungen in ihre Firma zu integrieren, könne dies mehr schaden als helfen.

Die Technologie ist jung und die Erfahrungen in dem Bereich sind gering. Wer sich jetzt die Hände mit einer größeren Investition verbrennt, könnte einer sonst sehr sinnvollen Technologie in Zukunft kritisch gegenüberstehen. Dazu kommt noch ein weiteres Problem: Die Beliebtheit der Blockchain ist in den vergangenen Monaten explosionsartig gestiegen. Mit der wachsenden Nachfrage konnte das Angebot an Entwicklern nicht mithalten. Die Studie belegt, dass Unternehmen in Zukunft kräftig um Mitarbeiter mit Know-how auf dem Gebiet werben müssen. Spätestens wenn die Blockchain eines Tages vermehrt Einzug in die Unternehmenswelt hält.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Aus dem Crypto Valley: Cryptix will KMU und Blockchain zusammenbringen
Aus dem Crypto Valley: Cryptix will KMU und Blockchain zusammenbringen
Szene

Es ist kein Geheimnis, dass im Krypto-Valley Zug unzählige Blockchain-Unternehmen beheimatet sind. Noch ziemlich unbekannt scheint hier die Cryptix Gruppe zu sein. Worum es geht und welche Rolle hier der Mittelstand spielt.

Arab Bank: Weitere Schweizer Privatbank auf Krypto-Jagd
Arab Bank: Weitere Schweizer Privatbank auf Krypto-Jagd
Unternehmen

Eine weitere Schweizer Bank bietet nun die Verwahrung der beiden großen Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum an. Die Arab Bank Ltd. gehört damit zu den wenigen Privatbanken Europas, die digitale Assets für ihre vermögenden Kunden anbieten.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Von großen Blöcken, Bitcoin SV und einem dezentralen Internet – Interview mit Christoph Bergmann
Von großen Blöcken, Bitcoin SV und einem dezentralen Internet – Interview mit Christoph Bergmann
Interview

Bitcoin SV ist in erster Linie durch Skandale um Chain Reorgs, Calvin Ayre und vor allem Craig Wright bekannt geworden. Ist das alles, was die Bitcoin-Variante mit großen Böcken zu bieten hat? In einem Interview mit Christoph Bergmann gehen wir der Fragestellung auf den Grund.

Krypto- und traditionelle Märkte: Bitcoin trottet dem Markt hinterher
Krypto- und traditionelle Märkte: Bitcoin trottet dem Markt hinterher
Märkte

Aktuell bewegt sich der Bitcoin-Kurs gegenläufig zum übrigen Markt. Die Volatilität ist inzwischen unter das Niveau von Öl gefallen. Leider bildet Bitcoin bezüglich der Performance weiterhin das Schlusslicht.

Die Top Bitcoin und Blockchain News der Woche
Die Top Bitcoin und Blockchain News der Woche
Kolumne

IOTA wird durchsuchbar, während die meisten Deutschen noch nicht mit Bitcoin bezahlen wollen. Der japanische Messaging-Riese startet derweil eine eigene Krypto-Börse. Der BTC-ECHO-Newsflash.

Bakkt: Die Initialzünding für die Bitcoin-Adaption – Das Meinungs-ECHO
Bakkt: Die Initialzünding für die Bitcoin-Adaption – Das Meinungs-ECHO
Kolumne

John McAfee feiert und verachtet Bakkt, Charlie Lee will sich als Litecoin-Galionsfigur abschaffen und Binance will Libra bei den Regulatoren, Zentralbanken und Unternehmen dieser Welt überholen. Das Meinungs-ECHO.

Angesagt

Aus dem Crypto Valley: Cryptix will KMU und Blockchain zusammenbringen
Szene

Es ist kein Geheimnis, dass im Krypto-Valley Zug unzählige Blockchain-Unternehmen beheimatet sind. Noch ziemlich unbekannt scheint hier die Cryptix Gruppe zu sein. Worum es geht und welche Rolle hier der Mittelstand spielt.

IOTA Industry Marketplace verbindet Mensch und Maschine
Altcoins

Der IOTA Industry Marketplace soll künftig Menschen und Maschinen miteinander verbinden. Dabei setzt die Foundation auf einen industrieweiten Standard.

Marktkommentar: Stellar, Cardano und Ethereum als Vorboten der Altcoin Season?
Kursanalyse

Während sich der Bitcoin-Kurs weiterhin sehr ruhig verhielt, konnten viele Altcoins sehr gut performen. Insbesondere Stellar konnte einen Pump von 50 Prozent innerhalb von drei Tagen sehen. Auch Cardano kann sich über ein signifikantes Wachstum freuen. Etwas überraschend war, dass Ethereum temporär bei Coinmarketcap auf Platz 1 stand, was jedoch an einem Bug bei Coinmarketcap lag.

Arab Bank: Weitere Schweizer Privatbank auf Krypto-Jagd
Unternehmen

Eine weitere Schweizer Bank bietet nun die Verwahrung der beiden großen Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum an. Die Arab Bank Ltd. gehört damit zu den wenigen Privatbanken Europas, die digitale Assets für ihre vermögenden Kunden anbieten.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: