Facebook unter Beschuss: Verbraucherverbände appellieren an Libra Association

Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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Facebook Libra Kritik

Quelle: Shutterstock

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Die Diskussionen um Libra reißen nicht ab. Facebooks geplante Kryptowährung stand diese Woche in beiden Kammern des US-Kongresses auf der Tagesordnung. Auch jenseits der Politik wollen viele das Währungsprojekt stoppen. US-Verbraucherschützer starteten nun einen weiteren Versuch. Ihre Strategie: ein offener Appell an die Mitglieder der Libra Association.

In den Vereinigten Staaten wächst der öffentliche Widerstand gegenüber der geplanten Facebook-Währung. Nachdem sich Libra-Chef David Marcus bereits vor dem Senat und dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses verantworten musste, haben nun auch diverse Verbraucherverbände ihren Unmut kundgetan. Das Open Market Institute, das Revolving Door Project sowie Public Citizen und der Demand Progress Education Fund verfassten hierzu einen offenen Brief. Darin fordern sie die 28 Mitglieder der Libra Association auf, sich aus dem Projekt zurückzuziehen.

Der Libra Association obliegt die Verwaltung der Facebook-Währung. Zu ihren Mitgliedern zählen namhafte Unternehmen wie Visa, PayPal oder Uber. Die Verfasser des Briefes hoffen, die Libra-Partner zur gemeinsamen Aktion bewegen zu können. Hierbei stellen sie klar, dass 1,7 Milliarden Menschen einen Zugang zum Finanzsystem zu ermöglichen, an sich ein „löbliches Anliegen“ sei. Die Ziele des Projekts seien allerdings unklar, auch die Führungsstruktur basiere letztlich auf Angst.

Libra-Beteiligung aus Angst?

Diese Angst rührt für die Verbraucherschützer aus der Marktmacht von Facebook. Für sie ist klar, dass Facebook in Sachen Libra das Sagen hat. Dass der Social-Media-Riese sich zu einem Association-Mitglied unter vielen stilisiert, ist demnach nichts weiter als ein leicht durchschaubarer „Trick“. Um ihren Punkt zu unterstreichen, zitieren sie den US-Senator Brian Schatz. Dieser fand bei der Senatsanhörung deutliche Worte:

Die Mitglieder des Konsortiums haben eigentlich auch viele Fragen, ähnlich den Fragen, die auf diesem Podium gestellt werden, und sie haben große Vorbehalte, was die weitere Entwicklung betrifft, aber sie wollen nicht wegen der Marktmacht von Facebook außen vor gelassen werden.


Die Verfasser des Briefes erinnern daran, dass die Senatoren Einwände gegen „praktisch jeden Aspekt“ von Libra vorbrachten. Da die Mitglieder der Association die Pläne von Facebook jedoch mit ihrem Namen abgesegnet hätten, obliege es nun ihnen, auf Abstand zu dem Projekt zu gehen:

Wir verstehen, dass Facebook ein mächtiges Unternehmen ist und mit seiner Marktdominanz zum Teil ein Klima der Angst geschaffen hat. Aber wenn Sie sich gemeinsam aus dem Projekt zurückziehen, wird dies signalisieren, dass die gerade beginnende Ära des digitalen Geldes auf fairen Regeln und demokratischer Beratung und nicht auf Einschüchterung durch die Mächtigen basieren wird.

Von den beteiligten Verbraucherverbänden hat sich vor allem Public Citizen als lautstarke Libra-Kritikerin hervorgetan. Deren Präsident Robert Weissman hat sogar vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses ausgesagt. Dabei bezeichnete er Facebook als nicht vertrauenswürdig.


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