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Finanzmarkt im Überblick  Das wird für Bitcoin und Co. in dieser Woche wichtig

Anleger im Krypto-Space sollten in der aktuellen Handelswoche diese Wirtschafts- und Finanzdaten genau im Blick haben.

Stefan Lübeck
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Stock Exchange Gebäude

Beitragsbild: Shutterstock

| Deutsche Erzeugerpreise und das Sitzungsprotokoll der EZB stehen diese Woche im Fokus.

Bitcoin wie auch die US-Aktienindizes konnten sich trotz eines gemischten Auftakts in die Berichtssaison zum Wochenschluss gut behaupten. Insbesondere die deutliche Kurs-Korrektur des US-Dollar Index (DXY) sorgte für eine breite Erholung an den Finanzmärkten. Nach einem Devisen-Eingriff der japanischen Notenbank BOJ am Freitagnachmittag erholte sich der Bitcoin-Kurs von seinem Tagestief und kletterte zurück über die 19.000 US-Dollar Marke.

In der aktuellen Handelswoche schauen die Marktteilnehmer vor allem auf die Leitzinsentscheidungen der Zentralbanken EZB und BOJ zum Wochenschluss. Zudem werden am Freitag neue Kern-Inflationsraten für die USA veröffentlicht. Der Fokus der Investoren bleibt außerdem diese Woche weiter auf den neuen Quartalsergebnissen der mächtigsten US-Unternehmen. Mit Apple, Amazon, Microsoft und Google öffnen die wichtigsten Technologiefirmen ihre Bücher und geben einen Umsatz- und Gewinnausblick für das bevorstehende Quartal.

Einkaufsmanagerindizes zum Wochenauftakt

Montag, 24. Oktober 2022: Die neue Handelswoche beginnt mit der Veröffentlichung aktueller Einkaufsmanagerindizes für den Sektor Dienstleistungen sowie das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex (EMI) für beide Sektoren spiegelt die wirtschaftliche Lage der Eurozone wider. Die Erwartungen für den Monat Oktober liegen bei 47,5, nachdem der Index im Vormonat noch 48,1 betragen hatte. Ein erneut fallender Wert würde auf eine zunehmend schrumpfende wirtschaftliche Aktivität in der Eurozone hindeuten und somit die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession im Euroraum und damit einhergehenden geldpolitischen Maßnahmen durch die EZB erhöhen. Eine anhaltend negative Tendenz könnte die Chefin der Europäischen Zentralbank, Frau Lagarde, in eine Zwickmühle bringen. Zum einen muss der ausufernden Inflation mit einer weiteren Leitzinserhöhung entgegnet werden, gleichzeitig darf die Wirtschaft in Europa jedoch nicht komplett abgewürgt werden. Wie die europäischen Währungshüter agieren werden, zeigt sich bei der Bekanntgabe des Leitzinses in der zweiten Wochenhälfte.

US-Verbrauchervertrauen im Fokus

Dienstag, 25. Oktober: Um 16:00 Uhr (MEZ) werden aktualisierte Zahlen zum Verbrauchervertrauen, also dem Optimismus der Verbraucher zur konjunkturellen Entwicklung in den USA, durch das Conference Board (CB) veröffentlicht. Die Analysten prognostizieren für den Monat Oktober einen Wert von 106,5.

Im Vormonat hatte das Vertrauen der Verbraucher noch 108,0 betragen. Ein fallender Wert signalisiert, dass die US-Verbraucher damit rechnen, dass die eigene Wirtschaft weiterhin mit Problemen zu kämpfen hat. Werden die Analystenerwartungen deutlich verfehlt, wirkt sich dieses auch negativ auf die Stärke des US-Dollar aus, was zumindest kurzfristig positiv auf die Kurse von Bitcoin und Co. wirken dürfte.

Wichtige Unternehmenszahlen im Fokus

Mit Microsoft und Alphabet startet die Berichtssaison am Dienstagabend auch im Technologiesektor voll durch. Die Quartalszahlen der beiden Internetriesen geben wertvolle Informationen über die Absatzzahlen im Bereich des Cloud-Computings sowie Umsatzentwicklungen bei der Online-Werbung. Insbesondere der Ausblick auf die nächsten Unternehmenszahlen im Schlussquartal geben Aufschluss über die zukünftige weltweite wirtschaftliche Entwicklung.

Daten zu den Verkäufen neuer Einfamilienhäuser in den USA

Mittwoch, 26. Oktober: Zur Wochenmitte werden um 16:00 Uhr (MEZ) frische Verkaufszahlen neuer Häuser in den USA präsentiert. Die monatlich vom US-Handelsministerium bekanntgegebenen Daten spiegeln die aktuelle Konsumlust der Bürger wider. Sollten die Hausverkäufe schwächer als die von den Experten erwarteten 590 Tausend Einfamilienhäusern ausfallen, deuten dieses auf eine anhaltende Verschlechterung des Verbrauchervertrauens hin. Noch im Vormonat hatte die Zahl verkaufter Häuser 685 Tausend betragen. Sollten sich die Probleme am Immobilienmarkt verfestigen, dürfte die US-Notenbank Fed diese Schwäche bei ihrer Leitzinsanpassung in der ersten Novemberwoche berücksichtigen. Eine Stabilisierung des Immobiliensektors könnte der Fed hingegen mehr Luft für weitere geldpolitische Maßnahmen verschaffen.

Neue Quartalszahlen von Meta

Am Abend öffnet Mark Zuckerbergs Konzern Meta nach Börsenschluss seine Bücher für die Investoren. Anleger erhoffen sich neue Erkenntnisse zum Umfang geschalteter Werbung auf den verschiedenen sozialen Medienplattformen des Unternehmens. Insbesondere Krypto-Investoren, die auf einen Erfolg digitaler Welten, den sogenannten Metaversen, setzen, sollten ihren Fokus auf Aussagen zur Entwicklung von Metas Horizon legen. Zuletzt konnten sich nicht einmal die eigenen Mitarbeiter für die digitale Welt des Social-Media-Riesen begeistern – nicht unbedingt ein positives Zeichen.

EZB-Leitzinsentscheid und US-Bruttoinlandsprodukt am Donnerstag

Donnerstag, 27. Oktober: Um 14:15 Uhr (MEZ) schauen die Marktteilnehmer zunächst nach Brüssel. Die EZB gibt ihre neuste Leitzinsentscheidung bekannt. In Anbetracht einer zweistelligen Inflationsrate im Euroraum erwarten Analysten eine erneute Zinsanpassung um 0,75 Prozent. Sollten die Währungshüter den Leitzins um mindestens 75 Basispunkte erhöhen, dürfte der Euro-Dollar Kurs in einer Erstreaktion an Stärke hinzugewinnen. Die damit einhergehende Konsolidierung des US-Dollarindex DXY könnte sich wie bereits nach dem Eingriff der japanischen Notenbank BOJ am vergangenen Freitag stabilisierend auf die Aktien- und Kryptokurse auswirken. Um 14:30 Uhr (MEZ) folgt die Vorabveröffentlichung des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das dritte Handelsquartal. Anhand der BIP-Daten versuchen Marktexperten neue Rückschlüsse auf die aktuelle Situation der US-Wirtschaft zu ziehen. Die Experten prognostizieren eine deutliche Verbesserung auf 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Noch im letzten Quartal korrigierte das US-BIP um -0,6 Prozentpunkte. Sollte sich das Bruttoinlandsprodukt derart stark erholen können und eine zunehmende Stabilisierung aufweisen, wäre dieses ein Indiz für die Fed, dass die US-Wirtschaft trotz steigender Leitzinsen weiterhin am Laufen bleibt. Das würde für weitere Leitzinserhöhungen in den kommenden Monaten sprechen. Ein deutlich schwächeres Bruttoinlandsprodukt könnte sich hingegen negativ auf die Dollar-Stärke auswirken und den Kryptomarkt weiter stabilisieren.

Apple und Amazon Quartalszahlen komplettieren die Berichtswoche

Nach Börsenschluss folgen die neusten Quartalszahlen von Apple und Amazon. Liegen die Umsatz- und Gewinnerwartungen beim teuersten Unternehmen der Welt wie auch beim größten Online-Händler weltweit unter den Vorstellungen der Marktexperten, wäre es ein weiteres starkes Indiz für einen zunehmenden globalen Wirtschaftsabschwung. Da Apple die Produktion seines neuen Flaggschiffs, dem iPhone 14 Pro Max, bereits deutlich zurückgefahren hat, dürfte sich insbesondere ein schwacher Ausblick für das Weihnachtsquartal negativ auf die Kursentwicklung im Technologie-Index Nasdaq auswirken. Ob starke Zahlen der Cloud-Sparte AWS den führenden Online-Händler Amazon erneut vor einem Rückgang der Unternehmensgewinne bewahren können, bleibt ebenfalls abzuwarten. Auch bei Amazon sollten Anleger auf den Ausblick für das kommende Quartal schauen. Rechnet Amazon selbst mit zukünftig rückläufigen Umsätzen, untermauert dieses die negative Entwicklung an den weltweiten Absatzmärkten. Brechen die Aktienkurse der IT-Giganten nach schwachen Quartalszahlen ein, dürfte sich dieses negativ auf den Bitcoin-Kurs auswirken.

Geldpolitik der Bank of Japan sowie PCE-Kernrate in den USA zum Wochenschluss

Freitag, 28. Oktober: In den frühen Morgenstunden, um 04:30 Uhr (MEZ), gibt die BOJ ihre neuste Zinsentscheidung bekannt. Unverändert wird mit einem anhaltend niedrigen Leitzins von -0,10 Prozent gerechnet. Die anschließende Pressekonferenz dürfte von Marktteilnehmern auf Hinweise zur Geldpolitik analysiert werden. Die anhaltende Schwäche des japanischen Yens sorgte bereits am vergangenen Freitag für eine Notintervention der japanischen Notenbank. Hinweise, dass die BOJ weitere Stabilisierungsmaßnahmen für ihre eigene Währung plant, könnten zumindest kurzfristig für eine Konsolidierung des DXY sorgen. Hiervon sollte der BTC-Kurs und damit der Kryptosektor insgesamt profitieren.

Um 14:30 Uhr (MEZ) folgt die Kern-Inflationsrate (PCE) für die USA im Monat September. Prognostiziert wird ein Anstieg im Jahresvergleich von 4,9 Prozent auf nun 5,2 Prozentpunkte gegenüber September 2021. Übersteigt die Kernrate der privaten Konsumausgabe abermals die Erwartung der Marktexperten, bleibt der Federal Reserve kaum Handlungsspielraum. Beim nächsten Fed-Meeting am 2. November dürfte Herr Powell an seiner aggressiven Zinsstrategie festhalten. Sollte die PCE-Rate wider Erwarten unter der Schwelle von 5 Prozentpunkten bleiben, könnte dieses zu einem Aufatmen an den Börsen führen und Aktien- wie auch Kryptokurse beflügeln.  

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