Facebook: Blockchain-Chef kündigt bei Coinbase

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Quelle: Flickr/PR/HBM

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Nach nur acht Monaten hat Facebook-Manager David Marcus seinen Rücktritt aus dem Vorstand von Coinbase, der größten Kryptobörse, verkündet. Offizieller Grund: Man wolle dem Eindruck eines Interessenkonflikts vorbeugen. 

Was haben Google, Amazon, Microsoft und Apple gemeinsam? Außer, dass es Milliardenkonzerne mit nahezu monopolistischer Macht sind? Sie haben alle schon offiziell Interesse an der Blockchain-Technologie bekundet. Im Mai verkündete auch Facebook die Gründung eines unternehmenseigenen Start-ups, das Blockchain und Facebook zusammenbringen soll. Oder wie es in einer Stellenausschreibung für das Projekt heißt:

„Die Gruppe ist ein Start-up innerhalb von Facebook und hat die Vision, die Blockchain-Technologie im Facebook-Maßstab nutzbar zu machen und die Leben von Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt zu verbessern.“

David Marcus ist Chef des Projekts. Zuvor war er für den Facebook Messenger zuständig. Unter Marcus’ Führung konnte dieser einen massiven Anstieg der Benutzerzahlen verzeichnen: Von 300 Millionen auf über eine Milliarde. Außerdem kann er als ehemaliger PayPal-Chef bereits auf umfangreiche Erfahrungen im Sektor der Finanzdienstleistungen zurückblicken.

After nearly four unbelievably rewarding years leading Messenger, I have decided it was time for me to take on a new…

Posted by David Marcus on Tuesday, May 8, 2018

 

Nur scheinbar ein Interessenkonflikt?

Neben seiner Tätigkeit bei Facebook war Marcus seit Dezember letzten Jahres Mitglied im Verwaltungsrat der weltweit größten Kryptobörse Coinbase. Entsprechend krypto-enthusiastisch äußerte sich David Marcus im „Bullenmonat“ Dezember 2017, dass er sich darauf freue, den Zugang zu Kryptowährungen zu demokratisieren und an der Erschaffung eines weltweiten, offenen Finanzsystems zu arbeiten.


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Am 10. August hat Marcus seine Position bei Coinbase aufgegeben. Nach gerade einmal acht Monaten. Marcus begründete seinen Schritt mit seiner Arbeit für die Blockchainabteilung bei Facebook, ohne weiter ins Detail zu gehen:

„Wegen des neuen Teams, dass ich bei Facebook um die Blockchain aufbaue, halte ich es für angemessen, mich vom Coinbase Board zurück zu ziehen“,

so Marcus anlässlich seines Rücktritts am Freitag. Zuvor waren Gerüchte über einen möglichen Kauf von Coinbase durch Facebook aufgetaucht. Auch war Coinbase eines der ersten Unternehmen aus der Kryptobranche, dass von Facebooks Kryptowerbeverbot ausgenommen wurde. Zu dieser Zeit war Marcus noch bei beiden Unternehmen beschäftigt. Wenig verwunderlich also, dass sich hier manche Köpfe gehoben hatten. Es hätte kein Interessenkonflikt vorgelegen, bemühte sich eine Unternehmenssprecherin gegenüber CNBC zu betonen. Marcus’ Abgang von Coinbase soll verhindern, dass ein solcher Eindruck entstehe. Wörtlich hieß es, Marcus habe bei Coinbase seinen Hut genommen, „um den Anschein eines Konflikts zu vermeiden, und nicht wegen eines tatsächlichen Konflikts.“

Facebook liebäugelt mit Finanzsektor

Die Möglichkeit einer Kooperation der beiden Konzerne ist mit Marcus Rücktritt nicht vom Tisch. Es wird schon seit Längerem darüber spekuliert, dass Facebook Finanzdienstleistungen in sein Angebot aufnehmen wolle. Zuletzt berichtete das Wall Street Journal über Anfragen des Konzerns an US-amerikanische Großbanken, Kundendaten an Facebook zu übermitteln. Dabei sei es lediglich um die Erweiterung des Service-Angebots gegangen, betonte das Unternehmen gegenüber thenextweb:

„Wie viele Online-Unternehmen mit Commerce-Geschäften arbeiten wir mit Banken und Kreditkartenunternehmen zusammen, um Dienstleistungen wie Kundenchat oder Kontoführung anzubieten.“

Mit den Nutzerdaten, zu denen entgegen anders lautender Berichte keine Transaktionsdaten gehören sollen, wolle man kein Schindluder treiben:

„Wir werden diese Informationen zu keinem weiteren Zwecke als der Bereitstellung dieser Dienstleistungen verwenden – weder für Werbung noch für irgendetwas anderes.“

Das soziale Netzwerk steht spätestens seit den Enthüllungen um die Big-Data-Firma Cambridge Analytica und deren politische Einflussnahme auf den US-amerikanischen Wahlkampf sowie auf das Brexit-Votum in der Kritik, den Zugriff auf Nutzerdaten durch seine Vertragspartner nicht ausreichend zu regulieren. Konzernchef Zuckerberg musste daraufhin sowohl dem US-Kongress als auch dem EU-Parlament Rede und Antwort stehen. Die Aktie des Konzerns reagierte daraufhin mit hohen Kursverlusten.

BTC-ECHO

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