Exklusiv – Jean-Claude Trichet: „Ich kann Kryptowährungen überhaupt nichts abgewinnen“

Exklusiv – Jean-Claude Trichet: „Ich kann Kryptowährungen überhaupt nichts abgewinnen“

Der ehemalige Präsident der europäischen Zentralbank EZB Jean-Claude Trichet hält Blockchain-Technologien für die weitere Entwicklung des weltweiten Finanzsystems für interessant.  Jedoch gelte es vor allem abzuwarten, wie sich diese in Zukunft entwickeln. Bei Kryptowährungen hingegen handele es sich größtenteils um Spekulationsinstrumente. Dies unterstrich der derzeitige Bruegel-Leiter in dieser Woche bei einer Veranstaltung in Paris.

Längst ist es keine wilde Behauptung mehr. Dass Blockchain-Technologien nachgesagt wird, sie können den gesamten Finanzsektor umwälzen, liest und hört man nicht zum ersten Mal. Weniger drastisch formuliert, hat schon so mancher Kopf der Finanzwelt die Vorzüge der neuen Technologien in den Blick genommen – entgegen anfänglicher Skepsis.

Bei einer Veranstaltung zur Reform der globalen Finanzsteuerung in dieser Woche äußerte sich nun auch Ex-EZB-Präsident Jean-Claude Trichet zu den neuen Technologien. Auf die Frage, inwiefern Blockchain und Kryptowährungen bei einer solchen kommenden Umgestaltung eine Rolle spielen, gibt er sich abwägend:

 „Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass den Technologien fantastische Fortschritte gelingen, um sie in Wirtschaft und Finanzen anzuwenden. Die stetige Weiterentwicklung der Blockchain könnte dabei nützlich sein“,

Allerdings komme es darauf an, Herausforderungen etwa der Nachhaltigkeit zu bedenken und abzuwarten,  wie sich die Technologien weiterentwickelten. Weniger offen zeigte er sich gegenüber Kryptowährungen. Gegenüber BTC-ECHO bekräftige er:

„Offen gesagt, ich kann Kryptowährungen überhaupt nichts abgewinnen. Dabei handelt es sich größtenteils um rein spekulative Instrumente und nicht um [eigentliche] Währungen. Ich denke, die zuständigen Behörden waren von Anfang an ein wenig zu behutsam.“

Seiner Meinung nach hätten staatliche Stellen „härter gegen diese Explosion“ vorgehen sollen, so das Urteil des 75-Jährigen, der derzeit der belgischen Denkfabrik Bruegel vorsitzt.

G20 in Buenos Aires: Regulierung nimmt Geldwäsche ins Visier


[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Für die G20 hatte Trichet gemeinsam mit zwanzig Finanzexperten eine mögliche Reform in der Steuerung des globalen Finanzsektors ergründet. Unter ihnen sind neben Stanford-Professor John B. Taylor auch der ehemalige Chef der italienischen Zentralbank, Fabrizio Saccomanni. Unter die Lupe genommen haben sie dabei nicht nur die Möglichkeiten besserer Kooperation unterschiedlicher Zentralbanken, sondern auch die zukünftige Finanzierungsmöglichkeiten für Entwicklungsländer. Technische Details, wie etwa mögliche Blockchain-Anwendung, seien dabei allerdings nicht konkret diskutiert worden, so Trichet.

Dass die Blockchain-Technologie besonders im Bereich der Entwicklungsarbeit zukünftig zum Zuge kommen könnte, davon zeugen erste Erfolge. So konnten Blockchain-Projekte wie etwa der Bank of China die Potentiale der Technologie zur Finanzierung von Entwicklungsprojekten offenlegen.

Beim kommenden G20-Gipfel in Buenos Aires Ende November werden diese jedoch wohl vorerst im  Hintergrund bleiben. Vielmehr wird das politische Hauptaugenmerk auf der möglichen Regulierung von Kryptowährungen liegen. Denn hier weilen die größten Bedenken der Staats- und Regierungschefs.

In dieser Woche etwa fordert das jüngste Kabinettspapier der Bundesregierung, eine Regulierung Bitcoins auf internationaler Ebene. Geeignete Rahmenbedingungen seien vonnöten, um „die Potenziale der Technologie zu erschließen und Missbrauchsmöglichkeiten zu verhindern“. Ähnlich hatte in der Vergangenheit etwa die britische Zentralbank, der International Währungsfonds IWF oder US-Finanzminister Steven Mnuchin vor den Geldwäsche-Potentialen im Dunstkreis von Kryptowährungen gewarnt.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

SEC reicht Klage gegen gesetzwidrigen Token-Verkauf ein
SEC reicht Klage gegen gesetzwidrigen Token-Verkauf ein
ICO

Die US-amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) versucht Ordnung in die manchmal chaotische Krypto-Welt hineinzubringen. Manch einen mag dieser Regulierungseifer stören, doch oftmals erscheint er auch gerechtfertigt. So auch in diesem Fall.

EU Science Hub veröffentlicht Blockchain-Report
EU Science Hub veröffentlicht Blockchain-Report
Politik

Die gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Union publiziert einen Report zum Thema Blockchain. Das Dokument mit dem Titel „Blockchain Now and Tomorrow“ analysiert den aktuellen Stand der Distributed-Ledger-Technologie (DLT). Es kommt zu dem Schluss, dass Bitcoin & Co. ein riesiges Potential für die Zukunft besitzen. Nichtsdestotrotz weisen die Autoren auf Risiken hin.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Krypto- und traditionelle Märkte: Bitcoin trottet dem Markt hinterher
Krypto- und traditionelle Märkte: Bitcoin trottet dem Markt hinterher
Märkte

Aktuell bewegt sich der Bitcoin-Kurs gegenläufig zum übrigen Markt. Die Volatilität ist inzwischen unter das Niveau von Öl gefallen. Leider bildet Bitcoin bezüglich der Performance weiterhin das Schlusslicht.

Die Top Bitcoin und Blockchain News der Woche
Die Top Bitcoin und Blockchain News der Woche
Kolumne

IOTA wird durchsuchbar, während die meisten Deutschen noch nicht mit Bitcoin bezahlen wollen. Der japanische Messaging-Riese startet derweil eine eigene Krypto-Börse. Der BTC-ECHO-Newsflash.

Bakkt: Die Initialzünding für die Bitcoin-Adaption – Das Meinungs-ECHO
Bakkt: Die Initialzünding für die Bitcoin-Adaption – Das Meinungs-ECHO
Kolumne

John McAfee feiert und verachtet Bakkt, Charlie Lee will sich als Litecoin-Galionsfigur abschaffen und Binance will Libra bei den Regulatoren, Zentralbanken und Unternehmen dieser Welt überholen. Das Meinungs-ECHO.

Aus dem Crypto Valley: Cryptix will KMU und Blockchain zusammenbringen
Aus dem Crypto Valley: Cryptix will KMU und Blockchain zusammenbringen
Szene

Es ist kein Geheimnis, dass im Krypto-Valley Zug unzählige Blockchain-Unternehmen beheimatet sind. Noch ziemlich unbekannt scheint hier die Cryptix Gruppe zu sein. Worum es geht und welche Rolle hier der Mittelstand spielt.

Angesagt

IOTA Industry Marketplace verbindet Mensch und Maschine
Altcoins

Der IOTA Industry Marketplace soll künftig Menschen und Maschinen miteinander verbinden. Dabei setzt die Foundation auf einen industrieweiten Standard.

Marktkommentar: Stellar, Cardano und Ethereum als Vorboten der Altcoin Season?
Kursanalyse

Während sich der Bitcoin-Kurs weiterhin sehr ruhig verhielt, konnten viele Altcoins sehr gut performen. Insbesondere Stellar konnte einen Pump von 50 Prozent innerhalb von drei Tagen sehen. Auch Cardano kann sich über ein signifikantes Wachstum freuen. Etwas überraschend war, dass Ethereum temporär bei Coinmarketcap auf Platz 1 stand, was jedoch an einem Bug bei Coinmarketcap lag.

Arab Bank: Weitere Schweizer Privatbank auf Krypto-Jagd
Unternehmen

Eine weitere Schweizer Bank bietet nun die Verwahrung der beiden großen Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum an. Die Arab Bank Ltd. gehört damit zu den wenigen Privatbanken Europas, die digitale Assets für ihre vermögenden Kunden anbieten.

Umfrage: Österreich ist bei Bitcoin & Co. die skeptischste Nation Europas
Bitcoin

Die Bank ING hat in einer Umfrage festgestellt, dass in Europa vor allem die Türkei bullish in Sachen Bitcoin & Co. eingestellt ist. Die Deutschen zeigen sich skeptisch – nur die Österreicher sind noch misstrauischer.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: