Bank of China: Mit Blockchain gegen Armut in Tibet

Bank of China: Mit Blockchain gegen Armut in Tibet

Die Bank of China will mithilfe von Blockchain-Lösungen gegen die Armut in der Himalaya-Provinz Tibet vorgehen, dies berichten chinesische Wirtschaftsnachrichten. Blockchain-Software soll künftig dabei helfen, in der von Armut geprägten Bergregion Infrastrukturprogramme abzusichern. Die autonome Provinz Tibet gehört zu den statistisch ärmsten Regionen der Volksrepublik. Sie soll als Pilotprojekt Pate ähnlicher Förderinitiativen in Provinzen des Reichs der Mitte stehen.

Mit weltweitem Voranpreschen der Blockchain liegt eine der größten Stärken der Technologie nach wie vor im Finanzbereich. Wenn es nach der chinesischen Regierung geht, soll sie der unter Armut ächzenden Provinzen helfen.

Wie die Finanznachrichten China Money Network in dieser Woche berichten, will die Bank of China (BOC) ihr Infrastrukturprogramm nun mit Blockchain-Software aufrüsten. Mithilfe von Distributed-Ledger-Technologien will die Staatsbank der Entwicklungshilfe unter die Arme greifen. Konkret soll die Verteilung der Mittel aus den Infrastrukturtöpfen für Projekte künftig transparenter und effizienter gestaltet werden.

Helfen soll dies allen voran den Menschen in Tibet. Hier ist der erste Pilotversuch der Technologieadaption angesiedelt. Von Armut geschlagen, gehört die chinesische Bergregion im Himalaya seit ihrer völkerrechtlich umstrittenen Eingliederung 1950 zu den Sorgenkindern der Volksrepublik – im politischen wie im wirtschaftlichen Sinne.

Denn die autonome Provinz ächzt unter einem Armutsanteil der Bevölkerung  von 12,4 Prozent – dem Dreifachen der offiziellen Statistiken Restchinas. Ein Großteil der Tibeter lebt von Landwirtschaft und als Hirten in den Bergen. Abseits vom schleppenden Tourismus, steht der Provinz wenig Wirtschaftskraft zur Verfügung, Transportwege sind dürftig, die Industrie hinkt. Dem begegnet Peking seit 2012 mit einer entschiedenen Investitionsoffensive, die die Blockchain nun stützen soll.

Tibet als Pilot

Damit das Pilotprojekt in Tibet nun Früchte trägt, will die siebtgrößte Bank der Welt zudem Partnerschaften, beispielsweise mit der Agricultural Bank of China, eingehen. Somit wolle man künftig mögliche Kandidaten für die Fondsmittel besser vernetzen und die Region nach vorne treiben.

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Gelingt dies, will die BOC, die zu den vier großen staatlichen Banken China gehört, das Projekt weiter ausbauen. So soll die Blockchain-gestützte Mittelverteilung auch in den Landesteilen Gansu, Yunan und Qinghai helfen, heißt es von Seiten der Bank.

Armutsbekämpfung dank Blockchain

Abseits des Reiches der Mitte sind chinesische Banken jedoch weitaus nicht die ersten, die sich die Blockchain in der Armutsbekämpfung und Entwicklungshilfe zu eigen machen. So setzen die Vereinten Nationen im Rahmen ihrer Sustainable Development Goals seit Längerem entschieden auf die Implementation von Distributed-Ledger-Technologien. Erst im März ging die Organisation eine strategische Partnerschaft mit dem Start-up Blockchain ein. Ziel der Zusammenarbeit ist die Bekämpfung globaler Armut.

Und auch in Deutschland existieren bereits entsprechende Vorstöße. So testet die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, derzeit im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) den Einsatz der Blockchain-Technologie in der Projektförderung. Mithilfe der Software will die Entwicklungsbank künftig Arbeits- und Genehmigungsschritte im Rahmen der Beschaffung, Vertragsgestaltung, Ausschreibung und die Auszahlungsprozesse von Entwicklungsprojekten zuverlässiger gestalten.

Blockchain auf dem Vormarsch

Während konkrete Informationen zur Blockchain-Adaption in Tibet derzeit noch fehlen, erlebt die Technologie einen regelrechten Boom unter chinesischen Staatsbanken. So hatte die BOC bereits im Februar ein Patent zur Blockchain-Skalierung eingereicht. Ein Forschungsinstitut des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie auf der anderen Seite hatte im März unter Leitung der Zentralbank einen Blockchain-Index auf den Weg gebracht. Dieser sollte wohl auch mit Blick auf die heimische Industrie verschiedene Software-Formate anhand der Kriterien Technologie, Anwendbarkeit und Innovation bewerten.

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