Digitaler Dollar 

US-Großbanken bauen Blockchain-Netzwerk gegen Stablecoins

US-Großbanken wollen Kunden nicht an Stablecoin-Anbieter verlieren. Eine neue Blockchain-Offensive soll es nun richten.

Daniel Hoppmann
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Das Straßenschild der Wall Street vor einer US-Flagge.

Beitragsbild: Shutterstock

| Tokenisierte Einlagen sollen es richten

Der erbitterte Wettstreit zwischen US-Großbanken und Stablecoin-Unternehmen geht in die nächste Runde. Wie das Wall Street Journal berichtet, planen JPMorgan Chase, Bank of America, Citigroup und weitere große US-Banken den Aufbau eines gemeinsamen Netzwerks für tokenisierte Bankeinlagen über die Zahlungsinfrastruktur von The Clearing House. Der Start ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen. Ziel ist es, klassische Bankeinlagen als digitale Token auf einer Blockchain abzubilden und damit rund um die Uhr verfügbare Zahlungen und Abwicklungen zu ermöglichen.

Das Vorhaben gilt als direkte Reaktion auf den Aufstieg von Stablecoins wie USDC von Circle und USDT von Tether. Die an den US-Dollar gekoppelten Kryptowährungen haben sich in den vergangenen Jahren als wichtiges Zahlungsmittel für den Krypto-Handel, grenzüberschreitende Überweisungen und zunehmend auch als Sparinstrument etabliert. Banken sehen darin die Gefahr, dass Kundengelder langfristig aus traditionellen Bankkonten in digitale Wallets abwandern könnten.

So funktionieren die tokenisierten Einlagen

Über tokenisierte Einlagen wollen die Institute ähnliche Vorteile bieten wie Stablecoins, ohne jedoch das regulierte Bankensystem zu verlassen. Statt neue digitale Währungen auszugeben, werden bestehende Bankguthaben in Form digitaler Token auf Blockchain-Infrastruktur dargestellt. Dadurch sollen Überweisungen nahezu in Echtzeit und unabhängig von Öffnungszeiten möglich werden.

Mit dem Angebot will man Kunden eine attraktive Alternative zu Stablecoins bieten. Während der Verhandlungen zum Clarity Act äußerten US-Banken immer wieder Bedenken, dass die vergleichsweise hohen Renditen auf die dollardenominierten Kryptowährungen zu Kapitalflucht aus dem TradFi-Sektor führen könnten. Im März lieferte die US-Investmentbank Jeffries Zahlen dazu. Rund 3 bis 5 Prozent der Einlagen könnten in den nächsten fünf Jahren an Stablecoin-Anbieter verloren gehen und Einnahmen der Banken um rund 3 Prozent schmälern.

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