Qivalis setzt auf Krypto 

Europäisches Bankenkonsortium plant neuen Euro-Stablecoin für 2026

Eine “regulierte, inländische Alternative zu Dollar-Stablecoins“ will Qivalis schon im zweiten Halbjahr 2026 anbieten. Das steckt hinter den Plänen für einen Euro-Stablecoin.

Tobias Zander
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EZB-Gebäude in Frankfurt

Beitragsbild: Shutterstock

| Europäische Finanzinstitute wollen eigene Blockchain-Infrastruktur
  • Das seit Dezember bestehende Banken-Konsortium Qivalis, zu welchem inzwischen zwölf europäische Großbanken gehören, treibt seine Pläne für einen Euro-Stablecoin voran. Angepeilt wird die Markteinführung im zweiten Halbjahr 2026.
  • Wichtig ist insbesondere die strategische Stoßrichtung. Qivalis-CEO Jan Sell, der ehemalige Coinbase-Deutschlandchef, spricht von einer “regulierten, heimischen Alternative zu US-Dollar-denominierten Stablecoins” innerhalb der EU. Der Token soll also explizit als Gegengewicht zu USDT, USDC und Co. positioniert werden.
  • Laut Sell könnte der Stablecoin auch für globale Anwendungsfälle wie Echtzeit-Zahlungen im grenzüberschreitenden Unternehmensverkehr genutzt werden, wobei es sich um einen Markt handelt, in dem klassische Bankinfrastruktur oft langsam und teuer ist.
  • Technisch setzt Qivalis auf ein konservatives Modell: 1:1-Euro-Bindung, mindestens 40 Prozent der Reserven als Bankeinlagen, der Rest in kurzlaufenden Staatsanleihen der Eurozone. Tägliche Rücktauschbarkeit soll Vertrauen schaffen und Risiken begrenzen.
  • Gespräche mit Krypto-Börsen, Market Makern und Liquiditätsanbietern laufen bereits. Ziel ist eine sofortige Listung und ausreichende Liquidität zum Start. Parallel sollen die Banken den Token über eigene Kanäle vertreiben, wobei die MiCA-Regulierung im Zentrum steht. Das Krypto-Rahmenwerk schreibt strenge Kapital-, Governance- und Transparenzregeln vor, die Qivalis als Wettbewerbsvorteil gegenüber weniger regulierten Anbietern versteht.
  • Weltweit hängen noch immer über 95 Prozent des Stablecoin-Volumens am US-Dollar. Europas Banken wollen sich nun zumindest ein Stück dieses Marktes zurückzuholen und die Dollarabhängigkeit reduzieren. Welche Pläne die Europäische Zentralbank und die Bundesbank derweil verfolgen, lest ihr in diesem Artikel: “Die Zeit zu handeln ist jetzt”.
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