"Skinny Accounts" 

Fed arbeitet an neuem Kontomodell – ein Gamechanger für die Krypto-Branche?

Die Fed arbeitet an abgespeckten Master Accounts für Krypto-Firmen. Damit könnten Unternehmen direkteren Zugang zur US-Zahlungsinfrastruktur erhalten.

Johannes Dexl
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Ein Bürogebäude der Federal Reserve Bank

Beitragsbild: Shutterstock

| Die Federal Reserve ist die Notenbank der Vereinigten Staaten

Die US-Notenbank Federal Reserve arbeitet weiter an einem neuen Kontomodell, das auch für Krypto-Unternehmen relevant werden könnte. In einem überarbeiteten Vorschlag beschreibt die Fed sogenannte eingeschränkte Zahlungskonten, die Firmen Zugang zu bestimmten Zahlungsdiensten der Zentralbank geben würden, ohne ihnen den vollen Status eines klassischen Master Accounts einzuräumen. Die Fed öffnet den Vorschlag nun für eine 60-tägige Kommentierungsphase.

Light-Variante des Master Accounts

Über solche Konten könnten Unternehmen Zahlungen direkt über die Infrastruktur der Federal Reserve abwickeln. Das soll Transaktionen schneller und günstiger machen. Anders als vollwertige Banken hätten Inhaber dieser Konten aber nur begrenzten Zugang zu den Diensten der Notenbank. Die neuen Konten werden deshalb oft als “Skinny Accounts” bezeichnet, also als abgespeckte Version eines Master Accounts.

So sollen die Unternehmen keine Intraday-Kredite erhalten, keinen Zugang zum Discount Window bekommen und keine Zinsen auf Guthaben bei einer Reserve Bank verdienen. Außerdem sollen automatische Kontrollmechanismen verhindern, dass die Konten überzogen werden.

Für die Krypto-Branche ist das Thema seit Jahren relevant. Viele Unternehmen versuchen, näher an die Zahlungsinfrastruktur der Fed heranzurücken, um Abhängigkeiten von Partnerbanken zu verringern.

Kraken erhielt bereits begrenzten Zugang

Die Fed hatte bereits im Dezember eine erste Informationsabfrage zu dem Modell gestartet. Der neue Vorschlag ist dem damaligen Entwurf laut Fed weitgehend ähnlich, enthält aber Anpassungen nach den eingegangenen Stellungnahmen. Unter anderem sollen die zulässigen Schlussbestände stärker an der erwarteten Zahlungsaktivität eines Instituts ausgerichtet werden. Zudem wurde die maximale Höhe dieser Bestände angehoben.

Im März erhielt Kraken als erste Krypto-Bank einen begrenzten Master Account. Der Zugang wurde allerdings von der Federal Reserve Bank of Kansas City gewährt und nicht auf Grundlage einer einheitlichen Regel des Fed Board in Washington. Die Fed hat die regionalen Notenbanken nun angewiesen, bestimmte Anträge vorerst nicht weiter zu prüfen, bis die neue Regel fertiggestellt ist.

Der politische Druck auf das Thema nimmt ebenfalls zu. US-Präsident Donald Trump ordnete zuletzt an, dass die Fed ihre Verfahren für den Zugang von nicht versicherten Einlageninstituten und Nichtbanken zu Zahlungskonten überprüfen soll. Dabei soll auch untersucht werden, wie unabhängig die zwölf regionalen Fed-Banken solche Konten vergeben dürfen.

Die Federal Reserve stand zuletzt in den Schlagzeilen, weil Kevin Warsh den Vorsitz von Jerome Powell übernahm – das sind die Folgen für Bitcoin.

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