Eine Blockchain-Lösung für Katastrophen-Swaps

Alina Ley

von Alina Ley

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Alina Ley

Alina Ley ist seit März 2017 als Autorin bei BTC-ECHO tätig. Nach ihrem BWL-Studium (Bachelor) an der Universität Trier konnte sie berufliche Erfahrungen im Controlling und Business Development sammeln. Anschließend absolvierte sie ihr Masterstudium (Business Administration) in Köln. Im Rahmen ihrer Masterthesis („Erfolgsfaktoren von Kryptowährungen“) erlangte sie umfangreiche Kenntnisse auf dem Gebiet der Krytowährungen und Blockchain-Technologie. Von besonderem Interesse sind die zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten sowie der gesellschaftliche Nutzen.

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Versicherung / weißes Papier mit Symbole

Quelle: © magele-picture - Fotolia.com

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Die Absicherung gegen Unsicherheiten in der Zukunft ist teuer, vor allem für Katastrophen-Swaps.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Sven Wagenknecht

Heute existiert ein Netz von Versicherungsunternehmen, um die Versicherungsgesellschaften zu versichern, die wiederrum Versicherungsgesellschaften versichern, die Menschen gegen Ungewissheiten versichern, die so vielfältig sind wie Bspw. Tornados.

Es ist ein Prozess namens ‘Rückversicherung’, und es gibt sogar etwas namens ‘Retrocessionaire’, ein Unternehmen, welches die Rückversicherungsgesellschaften gegen weitere Verbindlichkeiten versichert.

Bei jeder Wendung in diesem komplizierten 4,5 Billionen US-Dollar Netz von Versicherungsdienstleistungen sind Parteien und Gegenparteien von allen Formen und Größen vertreten und versuchen die Effizienz von ihrem jeweiligen Anteil am System auszuschöpfen.


Um konkurrenzfähig zu bleiben, hat sich eine Gruppe der fünf größten Versicherungsunternehmen der Welt im Oktober 2016 zusammengeschlossen, um an einer Blockchain zur Lösung dieses Problems zu arbeiten. Einen weiteren Fortschritt machte das Projekt mit der Bezeichnung B3i Anfang diesen Jahres, als das Konsortium 10 neue Mitglieder hinzufügte und den Plan für eine Real-World-Blockchain Anwendung legte.

Die Gruppe arbeitet nun an einem Prototyp, der darauf abzielt, den Umgang der Rückversicherungsunternehmen mit ‘überhöhtem Verlust’ aus dem Risiko von Katastrophenschäden zu vereinfachen.

Bei einem Erfolg hat die App, die mit dem Open-Source-Code des Hyplerledger-Blockchain-Konsortiums erstellt wurde, das Potenzial, Abrechnungszeiten zwischen Rückversicherungsgesellschaften und Versicherungsunternehmen um etwa sieben Wochen zu verkürzen und gleichzeitig eine Reihe weiterer Verbesserungen vorzunehmen.

In einem Gespräch mit CoinDesk erklärte der B3i-Mitbegründer Paul Meeusen, wie ein Team von 15 Personen in einem maßgeschneiderten Büro in München mit einem einzigen Ziel arbeitet – den Prototypen in nur drei Monaten fertigzustellen.

Meeusen, Head of Finance and Treasury Service bei Swiss Re, sagt:

„Wir versuchen, den Vertrag bis hin zur Abwicklung aufzubauen… viel schlanker, sodass eine viel bessere Kundenerfahrung für unsere Rückversicherungskunden entsteht.“

Die bisherigen Erfolge

B3i startete im vergangenen Jahr mit den Gründungsmitgliedern Aegon, Allianz, Münchener Rück, Swiss Re und Zurich Insurance Group. Mit der Zeit schlossen sich immer mehr Mitglieder an, darunter Liberty Mutual, Sompo Japan Nipponkoa Insurance und Tokio Marine Holdings.

Nach einer ersten Erkundungsphase, in der jeder der Mitglieder drei Mitarbeiter dem Projekt zur Verfügung stellte, hat der ‘freundliche Konkurrent’ die Münchener Rück Teile eines zweistöckigen Tech-Labors in München an das Konsortium mit dem Ziel der Umsetzung einer agilen Scrum-Entwicklungsmethodik vergeben.

Anfang letzten Monats hat eine gemeinsame Entwicklung, bestehend aus Mitgliedern des Konsortiums, die in sechs zweiwöchigen Sprints mit einer Reihe von Zielvorgaben zur Erreichung der Schaffung eines Risiko-Sachversicherungsvertrags begonnen. Dieser ‚selbsterfüllende‘ Vertrag basiert auf einem einzigen Ledger, auf dessen Basis jede Versicherungsgesellschaft Geschäfte machen kann.

Durch die Verwendung einer Blockchain, um ein gemeinsames Technologieprotokoll zu schaffen, glaubt Meeusen, dass sein Arbeitgeber und die anderen Mitglieder des Konsortiums in der Lage sein werden in Bereichen, die ihre Kunden tatsächlich beeinflussen, konkurrenzfähig zu bleiben, anstatt sich durch technologische Unterschiede ablenken zu lassen.

„Ich werde immer noch denken, dass meine Risikobewertung und Preisgestaltung besser sind und mit der Münchener Rück konkurrieren“, sagte Meeusen. „Aber es wird eine Plattform sein. Diese wird besser und schneller für die Käufer der Rückversicherung sein.“

Heute versichern Rückversicherungsunternehmen die Versicherungsgesellschaften, die Unternehmen und Menschen dabei unterstützen auch unter den schwierigsten Umständen weiterhin kreditwürdig zu bleiben. Typischerweise tritt die Rückversicherung nur in extremen Szenarien ein, daher liegt der Fokus auf Katastrophen.

Aber als Ergebnis dieser komplizierten Beziehungen kann die Abstimmung zwischen den von einzelnen Unternehmen unabhängig geführten Ledgern Wochen dauern.

Die Ergebnisse, die Meeusen prognostiziert, beinhalten Einsparungen des Working Capital infolge effizienterer Kontrollen von Premium-Erhebungen und Schadenrückerstattung sowie reduzierte Transaktionskosten durch effizientere Auslandsbörsen und weniger operative Risiken durch Wiederholung des selben Prozesses vom Versicherer, Makler, Rückversicherer und ‘Retrocessionaires’.

Eine gemeinsame Sprache

In Zukunft wird sich B3i auf zwei Hauptbereiche der Verbesserung konzentrieren, sagt Meeusen.

Erstens, sagt er, befindet sich das Konsortium in einem Prozess der Umwandlung der Daten-Standards und Formulare von Versicherungs-Standards des Unternehmens Acord in eine von der Gruppe ausgewählte Smart Contract Language.

Während er die von B3i genutzte Smart Contract Language nicht teilte, sagte er, dass in der Vergangenheit die Arbeit von Swiss Re intern mit der Anwendung von Ethereum‘s Solidity durchgeführt wurde.

Im Moment sind die Verträge zur Abwicklung von Transaktionen in den von den Mitgliedern akzeptierten Fiat-Währungen vorgesehen. Aber in der Zukunft würde er gern in der Lage sein, Kryptowährungen zu akzeptieren, um Guthaben zwischen Kontrahenten mit längerfristigen Verträgen zu begleichen.

Zweitens hat das Konsortium einen Prozess für die Interaktion mit großen Versicherungsmaklern auf der ganzen Welt eingeführt, Nordamerika hat bereits Interesse an einem Beitritt geäußert.

Das deutsche B3i Mitglied Allianz, hat eine interne Blockchain-Lösung für Katastrophenanleihen getestet und das in New York ansässige Symbiont bietet seine eigenen Katastrophen-Swaps-Blockchain-Lösungen für Versicherungsunternehmen an.

Im Juni möchte das Konsortium die Ergebnisse des Prototyps veröffentlichen.

„Wir wollen dann eine Art offene Roadshow zum Informationsaustausch machen, um wirklich zu teilen, was gut und was nicht so gut funktioniert hat,“ sagte er und folgerte:

„Wir werden erst zum nächsten Schritt übergehen, wenn alles gut geht, um dann zu operationalisieren, was wir bereits gemacht haben und den Umfang erweitern.“

BTC-ECHO

Englische Originalversion von Michael del Castillo via CoinDesk


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