BlockShow 2018: Die Kryptowelt zu Gast in Berlin

Tobias Schmidt

von Tobias Schmidt

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Tobias Schmidt

Tobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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Vom 28. bis zum 29. Mai fand in Berlin die BlockShow Europe 2018 statt. Dort kamen Entwickler, Investoren und Krypto-Enthusiasten aus der ganzen Welt zusammen, um gemeinsam Projekte anzustoßen, Ideen auszutauschen und über die Zukunft der Blockchain zu diskutieren. Auch das BTC-ECHO-Team war vor Ort und fasst ein paar Eindrücke von der Veranstaltung für euch zusammen.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Tanja Giese

Ein Event, zwei Tage, zwei Stages, 80 Speaker aus der ganzen Welt, 150 Blockchain-Projekte und mehr als 3.000 Besucher – das ist die BlockShow Europe 2018 in Zahlen. In Europas Krypto-Hauptstadt Berlin kamen in den vergangenen beiden Tagen Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Informationstechnologie zusammen, um über ihr großes gemeinsames Thema zu sprechen: die Blockchain. Die Bandbreite reichte dabei von eher technischen Themen wie dem Internet of Things oder Künstlicher Intelligenz bis hin zu politischen Themen wie Regulierung und der Implementierung von Blockchain-Anwendungen in der Praxis.

Welche Rolle kann die Blockchain in 2018 einnehmen?

In einem hochwertig besetzten Panel diskutierte man unter dem Titel „2018 as a Year of Blockchain Education“ darüber, wie man das Bewusstsein über die Technologie verstärken kann. Unter anderem der Blockchain-YouTuber Ivan Liljeqvist als Moderator sowie Lisk-Gründer und -CEO Max Kordek gehörten dem Panel an. Speziell die Blockchain-Plattform Lisk setzt seit dem Rebranding mit der Lisk-Academy auf das Thema Bildung im Blockchain-Bereich.

In der Runde zum Thema „Getting Blockchain Investments Mainstream in 2018“ versuchten die Teilnehmer auszuloten, wie sich blockchain-basierte Finanzierungsarten durchsetzen. Das Hauptziel dabei wird es sein, traditionelle institutionelle Investoren zu Krypto-Invests zu bewegen. Gerade Schwellenländer werden als geeignete Standorte ausgemacht, um neue Arten der Finanzierung mit Blockchain-Produkten durchzusetzen – hier sind die traditionellen Venture-Capital-Strukturen noch nicht so ausgeprägt. In jedem Fall ist ein regulatorischer Rahmen nötig, um Unternehmen und Start-ups einen klaren Rahmen vorzugeben.

Für ein Highlight sorgte Mike Butcher, der Chefredakteur von TechCrunch, mit seinem Impulsvortrag „Disinformation could kill Crypto“. Er stellte Vertrauen als das zentrale Element der Blockchain dar – nur weil Menschen einander nicht vertrauen, wird eine Blockchain-Lösung nötig. Butcher sieht durch die Masse an ICO-Scams des letzten Jahres das Vertrauen in die Blockchain jedoch gesenkt. Verlieren die Menschen das Vertrauen in die Technologie, so wird sich die Blockchain nicht durchsetzen können.

Regulierung: Innovationskiller oder helfende Hand?

Ebenfalls interessant war das Panel „Governmental Blockchain Initiatives within EU (and beyond)“, das regulatorische Maßnahmen aus der Politik diskutierte und kommentierte. Vit Jedlicka, der Gründer der Freien Republik Liberland, vertrat die ganz klare Meinung, jede staatliche Regulierung schade der freien Entfaltung der Technologie. Liberland ist ein Projekt eines mehr oder weniger regierungslosen Staats, der komplett auf der Blockchain funktioniert. Bisher ist Somalia das einzige Land, das eine Anerkennung des Staates erwägt – Somalia hat jedoch selbst keine funktionierende Regierung.

Jedlicka schlägt vor, ähnlich wie die Trennung von Staat und Kirche auch die Trennung von Staat und Wirtschaft zu testen. Nach seiner Rechnung ist durch Regulierung in den letzten 12 Jahren ein Drittel der Wirtschaftsleistung der EU zerstört worden. Dabei blendet er aus, dass in diesen Zeitraum auch die Weltwirtschaftskrise fällt, die den Auswüchsen des Kapitalismus geschuldet ist. Blockchain-Investor Plamen Russev widerspricht ihm auch sogleich und führt an, dass nicht jedes Mitglied der Gesellschaft ein Unternehmer sei. Im Interesse aller anderen brauche es Regeln für die Wirtschaft, damit wir nicht in einem Wilden Westen leben, in dem das Recht des Stärkeren gilt.

Insgesamt war die Blockshow eine sehr bunte Veranstaltung, die viele Eindrücke hinterlässt und Denkanstöße für das restliche Jahr 2018 gibt. Wir können gespannt sein, was sich dadurch in der nächsten Zeit in Sachen Adaption und Regulierung entwickelt. Auch der Standort Berlin als Krypto-Hub Europas und Heimat unzähliger Blockchain-Start-ups und Entrepreneurs wurde an diesen beiden Tagen unterstrichen.

BTC-ECHO

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