Bitcoin-Kurs: Wie steigt er langfristig? Die Lage am Mittwoch

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Der Bitcoin-Kurs sank zwischen dem 3. und 4. Juni innerhalb kurzer Zeit auf unter 8.000 US-Dollar. Während solche kurzfristigen Schwankungen gang und gäbe sind, stellt sich die Frage: Wie kann der Bitcoin-Kurs langfristig steigen?

Kurzfristige Schwankungen des Bitcoin-Kurses sind nichts Ungewöhnliches. Die vielzitierte Volatilität ist eine Eigenschaft von Kryptowährungen, die sie als riskante Anlageklasse in gleichem Maße attraktiv wie gefährlich wirken lassen. Da darf es kaum verwundern, dass etwa Bundesbank-Chef Dr. Jens Weidmann vor Kryptowährungen warnt. So kamen Argumente gegen Kryptowährungen auf, die eingesessenen Krypto-Enthusiasten bekannt vorkommen. Ein hoher Energiebedarf und die mangelnden Geldeigenschaften machen Bitcoin & Co. nach Weidmann untauglich. Dennoch sehe man (wenn auch mit Vorsicht) Potential in der Blockchain-Technologie. Ebenso wie EZB-Mitglied Vitas Vasiliauskas erkennt auch der Bundesbanken-Chef die Möglichkeiten für digitales Zentralbankengeld.


Doch neben diesem hat Bitcoin durchaus das Potential, sich zu etablieren. Für unseren Redakteur David Scheider ist Bitcoin dabei viel eher digitales Gold, denn digitales Geld. Aktuell mag die führende Kryptowährung nach Marktkapitalisierung noch nicht verbreitet sein. Dennoch können Investoren mit Blick auf Langfristigkeit von Bitcoin profitieren. Dann kann auch der Bitcoin-Kurs anziehen.

Dazu braucht es vor allem eines: die Verbesserung des Ökosystems. So sieht Krypto-Blogger Murad Mahmudov die Zeit gekommen, um das Potential von Bitcoin etwa in Sachen Sicherheit zu verbessern:

Zwar ist das Ziel, dass es Bitcoin zum „global akzeptierten Geld“ schaffe, optimistisch gesetzt. Die notwendigen Schritte für eine Etablierung der Kryptowährungen sind jedoch einleuchtend (eine Auswahl):

  • (noch) höherer Dezentralisierungsgrad
  • größere Liquidität
  • verbessertes Netzwerk
  • höhere Preisstabilität

Lässt man seinen Blick über das Krypto-Ökosystem schweifen, erkennt man bereits Ansätze, die diesen Weg ein Stück weit ebnen können. Dahingehend gibt es aktuell einen Vorschlag, nachdem das Bitcoin-Netzwerk deutlich effizienter werden kann. Der „Erlay-Ansatz“ soll dabei helfen, den Datenstrom im Netzwerk deutlich zu verringern. Aktuell hat das Netzwerk hier mit teilweise überflüssigen Rechenschritten zu kämpfen, die die Blockchain insgesamt verlangsamen. Eine Implementierung des Vorschlags würde das Netzwerk letztlich stärken und zu mehr Effizienz verhelfen.

Verbesserte Handelsstrukturen

Doch auch die Möglichkeiten, um Bitcoin zu handeln, haben aktuell Aufholbedarf. Denn zentralisierte Exchanges, die den Handel mit Kryptowährungen anbieten, haben nach wie vor mit Sicherheitslücken zu kämpfen. Hacks, bei denen Nutzer ihr Kapital verlieren, sind dahingehend keine Seltenheit im Ökosystem.

Das diesbezügliche Heilsversprechen: Dezentrale Exchanges (kurz: DEX). Eine DEX, so die Theorie, bietet keinen zentralen Angriffspunkt, Nutzer treten hier direkt miteinander in Kontakt. Soweit die Theorie.

Doch in der Praxis lagert sich der Fall aktuell anders. DEX scheinen noch nicht die Mitte der Krypto-Nutzer erreicht zu haben, zentrale Exchanges sind nach wie vor der erste Anlaufpunkt für potentielle Krypto-Nutzer. Dass auch bestehende DEX nicht unbedingt vertrauenswürdig sind, demonstriert aktuell Binance. Wie wir hier erläutern, scheint das Unternehmen mit Sitz in Malta den Deckmantel DEX lediglich zu benutzen, um sich einerseits aus der Verantwortung zu ziehen und andererseits Kundendaten abzufischen. Ein vielversprechendes Geschäftsmodell, das mit Dezentralisierung und dem Grundgedanken hinter Kryptowährungen wenig zu tun hat.

Erhöhte Difficulty, erhöhte Sicherheit – Chancen für den Bitcoin-Kurs?

Abgesehen davon scheint sich das Netzwerk dennoch zu stabilisieren. Die Bitcoin Mining Difficulty hat etwa kürzlich ihr Allzeithoch erreicht. Das bedeutet auch, dass die Sicherheit von BTC effektiv gestiegen ist. Ein Punkt also, der dafür spricht, dass sich Bitcoin langsam weg vom Spekulationsobjekt und hin zu einer sicheren Anlagemöglichkeit bewegt. Denn das ist es letztlich, worauf Hodler warten: Mit einer steigenden Sicherheit und Akzeptanz kann man auch eine steigende Verbreitung erwarten. Das wird den Bitcoin-Kurs schließlich auch langfristig steigern.

Folgt man hier etwa dem Gartner Hype Circle, lässt sich feststellen, dass das „Tal der Enttäuschungen“ bereits durchschritten worden ist und damit zunehmend Raum für die tatsächliche Anwendung entsteht. Während der Hype im Jahr 2017 von überzogenen Erwartungen und einem hohen Spekulationsgrad geprägt war, ist nun also Zeit für Innovation.

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