CBDC: EZB-Ratsmitglied sieht Zukunft für digitale Zentralbankwährungen

Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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Vitas Vasiliauskas hat über die Vor- und Nachteile von digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs) referiert. Das Mitglied des Rates der Europäischen Zentralbank unterschied hierbei zwischen verschiedenen Anwendungsmodellen. Eine auf Finanzinstitutionen zugeschnittene Lösung erscheint ihm für den Moment am praktikabelsten.

Überzeugte Bitcoin-Jünger verweisen gerne auf die Vorteile, die einer dezentralen Währung eingeschrieben sind. Ausgerechnet Zentralbanken denken indes über ein diametral entgegengesetztes Modell von Kryptowährungen nach: Central Bank Digital Currency (CBDC). Hierbei würde es sich um eine digitale Währung handeln, die von einer Zentralbank in Umlauf gebracht und reguliert wird. Vitas Vasiliauskas, seines Zeichens Ratsmitglied der EZB und Vorstand der litauischen Zentralbank, hat bei einer Konferenz über die Zukunftsfähigkeit eines solchen Währungskonzepts nachgedacht.

In seiner Rede unterscheidet Vasiliauskas im Wesentlichen zwischen zwei Anwendungsmöglichkeiten: eine für alle zugängliche Variante sowie ein speziell auf Großinvestoren und Finanzinstitutionen zugeschnittenes Modell. Letztlich gibt das EZB-Ratsmitglied der zweiten Variante den Vorzug.

Digitale Zentralbankwährungen erleichtern Zahlungsverkehr

Für Vasiliauskas steigert ein im Wesentlichen auf Institutionen beschränktes CBDC die Effizienz des allgemeinen Zahlungsverkehrs und der Abwicklung von Wertpapiergeschäften. Eine neuartige technische Lösung würde außerdem Liquiditätsrisiken abbauen. Das EZB-Ratsmitglied skizziert, wie ein solches Konzept in der Praxis umgesetzt werden könnte:

Einige argumentieren, dass es auf einem Distributed Ledger laufen könnte. In diesem Fall würden sie [die CBDCs] die Reserven der Zentralbank durch einen digitalen Token mit Zugangsbeschränkung ersetzen oder ergänzen. Ein Token wäre ein Inhaberobjekt, d. h. der Sender würde während der Transaktion ohne Zwischenhändler den Wert an den Empfänger übertragen. Das ist etwas ganz anderes als das derzeitige System, bei dem die Zentralbank die Konten be- und entlastet, ohne Istwerte zu übertragen.

CBDC für Jedermann: kaum Vorteile?

Von der Idee, CBDCs für die Allgemeinheit einzuführen, nimmt Vasiliauskas hingegen Abstand. Diese könnten zwar dazu beitragen, den Erfolg von staatlichen Geldpolitiken zu verbessern. Sie versprechen also die finanzielle Stabilität zu erhöhen. Allerdings etablierte sich in den letzten Jahren bereits eine Vielzahl von anderen bargeldlosen Bezahlsystemen. Das EZB-Ratsmitglied bewertet die Einführung von frei verfügbaren CBDCs deshalb im Vergleich als kaum rentabel.

Zum Abschluss machte Vasiliauskas deutlich, dass CBDCs zumindest für Litauen weiterhin Zukunftsmusik bleiben. Der Finanzexperte fordert erst weitere Daten. Zentralbanken anderer Länder arbeiten indes bereits heute an digitalen Angeboten. Darunter etwa Schweden und die Ukraine. Wie sich solche Produkte im Vergleich zu Bitcoin & Co. schlagen werden, bleibt also abzuwarten.

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