Binance DEX: Wie sich die Bitcoin-Börse Kundendaten sichert

Phillip Horch

von Phillip Horch

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Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Die Bitcoin-Börse Binance betreibt nun einen dezentralen Handelsplatz für Kryptowährungen. Die Binance DEX (Decentralized EXchange) verspricht dabei vor allem mehr Sicherheit für Nutzer. Durch das Fehlen eines zentralen Angriffspunkts (Single Point of Failure) sollen die Kundengelder geschützt werden. Doch wie dezentral ist die Binance DEX?

Spätestens seit dem letzten Angriff auf die Bitcoin-Börse Binance wurde der Krypto-Community wieder einmal das große Problem beim Handel mit Kryptowährungen bewusst. Kryptowährungen, die auf der Blockchain-Technologie basieren, mögen zwar in der Theorie sicher sein, ein Angriff ist gerade bei großen Krypto-Netzwerken nur schwer realisierbar. Die Sicherheit der Handelsplätze selbst jedoch lässt oft zu wünschen übrig. So haben es Angreifer in der Vergangenheit immer wieder geschafft, Kundengelder abzugreifen. Die Lösung, so die gängige Argumentation: dezentrale Handelsplätze, kurz: DEX. Dass nun ausgerechnet eine der größten Krypto-Börsen der Welt eine solche dezentrale Handelsplattform betreibt, wirft einige Fragen auf.

Gibt es auf der Binance DEX Gebühren?

Um es kurz zu machen: ja. Dementsprechend müssen Nutzer der Binance DEX laut offiziellen Angaben unter anderem in folgenden Fällen Gebühren entrichten:

  • Stornieren einer Order: Äquivalent von 0,0005 BNB oder 0,0001 BNB
  • Auslaufen einer Order: Äquivalent von 0,0005 BNB oder 0,0001 BNB
  • Storno einer IOC Order: Äquivalent von 0,00025 BNB oder 0,00005 BNB
  • Listinggebühren: 2.000 BNB
  • Kryptowährungen einzahlen: 0,00125 BNB

Die genaue Höhe der Gebühren könne jedoch variieren. So heißt es vonseiten der Bitcoin-Börse:

[Die] DEX wird die Gebühren jeweils anhand des aktuellen Kontostandes [balance] im besten Interesse der Nutzer kalkulieren und einsammeln.


Die Gebühr liege bei Trades aktuell zwischen 0,1 Prozent und 0,04 Prozent des jeweiligen Betrages.

Kurz gesagt: Die Binance DEX übernimmt das Einsammeln der Gebühren automatisiert, Binance selbst scheint in diesen Prozess selbst nicht mehr involviert. Darüber hinaus versucht die Bitcoin-Börse mit ihren Gebühren offenbar, die Nutzung des plattformeigenen Token BNB voranzutreiben. So sind die Gebühren bei Verwendung des Binance Coin bis zu 5 Mal günstiger als wenn man seine Gebühren etwa in Bitcoin oder anderen Kryptowährungen bezahlt.

Wie kann man die dezentrale Bitcoin-Börse verwenden?

Die Anmeldung für die dezentrale Exchange von Binance erfolgt ohne Registrierung. So muss man zunächst eine dezentrale Wallet erstellen. Dementsprechend ist man auch, wie Binance im Tutorial betont, selbst für den Verbleib und die sichere Aufbewahrung seiner Kryptowährungen verantwortlich. Hat man seine Wallets erstellt, bekommt man diese in drei verschiedenen Formaten ausgeliefert, um sie nach Gusto zu verwenden. Die Wallet kommt krypto-üblich mit einem 24-Wort-Passphrase, um die eigenen Einlagen vor Diebstahl zu schützen. Wahlweise gibt es einen Private Key, mit dem man ebenso Zugang zu seiner ID erhält. Man erhält seine Zugangsdaten jedoch erst, wenn man bestätigt, die Einschränkungen, die eine DEX mit sich bringt, verstanden zu haben:

Ich verstehe, dass Binance mein Passwort oder Keystore File weder wiederherstellen noch neu setzen kann. Ich werde ein Backup des Keystore File/Passworts machen, sie geheim halten, alle Schritte vervollständigen und stimme den Richtlinien zu.

Die Richtlinien der Binance DEX: Was passiert mit den Nutzerdaten?

In den Richtlinien behält sich die Bitcoin-Börse jedoch vor, gewisse Daten zu speichern. Dementsprechend heißt es in den Richtlinien zum Thema Geldwäsche und Anti-Terror-Finanzierung:

Binance ist bestrebt, sichere, konforme und seriöse Dienste anzubieten. Dementsprechend besteht Binance auf einem umfassenden und gründlichen User-Due-Diligence-Prozess […] sowie auf einer kontinuierlichen Analyse und Berichterstattung. Dazu gehören die Überwachung von verdächtigen Transaktionen und die Meldepflicht gegenüber internationalen Regulierungsbehörden. Binance muss bestimmte Informationen und Unterlagen gemäß geltendem Recht und seinen Vertragsbeziehungen aufbewahren, und Binance behält sich hiermit ausdrücklich das Recht vor, diese Informationen und Unterlagen aufzubewahren. Dies gilt auch dann, wenn man seine Beziehung zu Binance beendet oder die Wallet und damit verbundene Anwendungen aufgibt.

Außerdem behält sich Binance das Recht vor, jegliche Geschäftsbedingungen mit Kunden zu jedem Zeitpunkt, „aus jeglichem Grund [ggf. auch ohne Begründung]“ zu beenden. Ferner biete die Bitcoin-Börse keinerlei Garantien. Die Nutzer sind also im Falle eines Verlustes auf sich selbst gestellt. Mit der Zustimmung zu diesen Richtlinien und der Erstellung einer Wallet entlässt man Binance schließlich jeglicher Haftung. Sobald man außerdem Daten über die Binance DEX API übermittle, bekomme die Bitcoin-Börse die Nutzungsrechte über selbige:

Sie gewähren uns eine unwiderrufliche, weltweite, nicht ausschließliche, gebührenfreie, vollständig bezahlte, übertragbare und unterlizenzierbare Lizenz während der Nutzungsdauer der Binance DEX API zum Zugriff, Sammeln, Speichern und Verwenden von Daten, Informationen, Aufzeichnungen und Dateien. […]

Fazit: Dezentralisierung sieht anders aus

Letztlich schafft es Binance mit ihrer DEX, ein zentralisiertes System unter dem Deckmantel der Dezentralisierung zu etablieren. Während Nutzer einerseits allein für die Sicherheit ihrer Wallets zuständig sind, müssen sie andererseits etwa Gebühren mit dem BNB Token zahlen. Dabei überlassen sie Binance zudem die Nutzungsrechte über ihre Daten, die – so wird es an dieser Stelle gemutmaßt – auf zentralen Servern gespeichert werden.


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