Bitcoin ist eine spekulative Wertanlage – und das ist gut so

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Bitcoin ist eine spekulative Wertanlage – und das ist gut so

Erhebungen der Blockchain-Analysefirma Chainalysis attestieren Bitcoin mangelnden Nutzen als Zahlungsmittel. Lediglich 1,3 Prozent der Transaktionen gingen demnach auf Zahlungen im Einzelhandel zurück. Wieso es nicht schlimm ist, dass niemand BTC für Kaffee ausgibt.

Bloomberg titelt: „Bitcoin’s Rally Masks Uncomfortable Fact: Almost Nobody Uses It“, zu Deutsch etwa: „Bitcoins Rallye kaschiert eine unangenehme Wahrheit: Fast niemand nutzt es“.

Dies ist in vielerlei Hinsicht erstaunlich, schließlich stiegen in den letzten Monaten beinahe alle Indikatoren, die eine wachsende Verbreitung der Kryptowährung Nr. 1 andeuten. Von Marktkapitalisierung bis Difficulty Level zeigen alle Metriken nach Norden.

Nur die Adaption im Einzelhandel bleibt hinter den Erwartungen zurück, wie die Blockchain-Analysefirma Chainalysis publiziert. Darüber berichtete die Wirtschaftsnachrichtenplattform Bloomberg zuerst. Lediglich 1,3 Prozent der Transaktionen gehen auf einen Nutzen im Einzelhandel zurück, knapp 90 Prozent sei Exchange-Volumen, also pure Spekulation. Bitcoins Nutzen als Geld sei, so die voreilige Konklusion der Autorin, damit obsolet.

Die Sache mit dem Kaffee

Satoshi Nakamoto stellte sich vor, wie Bitcoin bei alltäglichen Transaktionen verwendet wird, vom Kaffeekauf bis zur Bezahlung von Mietwagen“, heißt es in dem Bloomberg-Stück. Man mag sich fragen: Woher weiß die Autorin das?

Im White Paper jedenfalls findet sich weder der Begriff Kaffee noch Mietwagen. Doch gesetzt den unwahrscheinlichen Fall, dass Satoshi für seine Kryptowährung tatsächlich einen Einsatz im täglichen Gebrauch vorsah, wieso setzte er dann die Blockzeit auf zehn Minuten? Selbst 2009 sollte jedem klar gewesen sein, dass zehn Minuten Wartezeit an der Starbucks-Kasse viel zu lang sind.

Bitcoin ist kein dezentraler Ersatz für PayPal, Bitcoin ist die dezentrale Alternative zu Zentralbanken. Dass kaum jemand BTC zum Kauf von Konsumgütern nutzt, ist, entgegen des Spins im Bloomberg-Artikel kein Problem. Im Gegenteil: Es reflektiert schlicht den landläufigen Konsens unter Netzwerkteilnehmern, was Bitcoin wirklich ist, nämlich digitales Gold. Das Geldhalten ist dementsprechend Ausfluss von Bitcoins Wertversprechen.

Was als „Spekulationsobjekt von Hodlern“ abgetan wird, trifft tatsächlich den Nagel auf den Kopf. Denn wer würde zum jetzigen Zeitpunkt BTC für Pizza ausgeben, wenn man stattdessen in Erwartung einer Wertsteigerung BTC sparen und Fiat ausgeben kann? Hodler haben das verstanden.

Wer Bitcoin ausgeben will, kann das bereits tun

Früher hätte man gesagt: „Bitcoin akzeptiert ohnehin niemand, also warum sollte ich BTC besitzen?“ Heute kann man vielerorts mit Bitcoin bezahlen – so richtig zu interessieren scheint das aber niemanden. Denn an seinem wertvollsten Besitz hält man bekanntermaßen fest.

So scheint es, dass Hodler in der Tat sehr klug sind! Die Menschen werden Bitcoin früh genug ausgeben. [Die aktuellen Zahlen sind eine] Wahrnehmung von [Bitcoins] Wert. Wenn der Wert hoch genug ist, werden Hodler Bitcoin ausgeben und Händler verzweifelt sein, Bitcoin zu akzeptieren. Ich sehe hier kein Problem.

Man kann niemanden dazu zwingen, BTC auszugeben. Der Markt reflektiert derzeit schlicht BTCs offensichtlichen Nutzen als Store of Value (Wertspeicher). Erst wenn das Vertrauen in Bitcoin derart hoch ist, dass man nicht nur vielerorts, sondern überall mit der Kryptowährung Nr. 1 bezahlen kann, könnte sich das digitale Gold zu einem veritablen Tauschmittel mausern. Das dürfte aber noch eine Weile dauern.

Bis dahin bleibt Bitcoin was es ist: die am besten performende Wertanlage in der Menschheitsgeschichte.

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